FDP-Politikerin für muslimischen „Kirchentag“

Die religionspolitische Sprecherin der FDP, Sandra Bubendorfer-Licht, wünscht sich eine Art Moscheetag nach Vorbild der christlichen Kirchentage. Im PRO-Podcast „Glaube. Macht. Politik.“ übt sie außerdem scharfe Kritik an den Islamverbänden.
Von Anna Lutz

Sandra Bubendorfer-Licht übt im Gespräch mit PRO harte Kritik an den konservativen Islamverbänden in Deutschland. Zu spät hätten diese sich vom Antisemitismus in Deutschland und den Gräueltaten der Hamas in Israel distanziert. Auch der Deutschen Islam Konferenz sei es nicht gelungen, ein deutliches Zeichen zu setzen: „Das Thema Antisemitismus ist viel zu kurz gekommen“, sagte sie im Podcast.

Sie bedauert, dass die „liberalen Kräfte“ im Islam in der Öffentlichkeit zu wenig vorkämen. „Das müssen wir verändern.“ Ziel sei, „ein Islam deutscher Prägung“. Um das und auch die innerislamische Debatte zu fördern, wünscht sie sich einen „Tag der islamischen Verbände“ nach Vorbild der evangelischen und katholischen Kirchentage. „Von dem Gedanken bin ich begeistert.“

Glaube. Macht. Politik.
(24) FDP-Politikerin wünscht sich muslimischen Kirchentag (mit Sandra Bubendorfer-Licht)
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Bubendorfer-Licht stammt aus Oberbayern. Mit 29 Jahren ist sie in die FDP eingetreten – auch, weil ihr die CSU in ihrem Bundesland zu mächtig erschien. Seit 2019 sitzt sie im Deutschen Bundestag und hat in der aktuellen Legislaturperiode das Amt der religionspolitischen Sprecherin übernommen. Darin will sie vor allem den Dialog zwischen den Religionsgemeinschaften fördern. 

Bubendorfer-Licht räumt im Podcast außerdem ein, gegen eine Streichung des Abtreibungsparagrafen 218 im Strafrecht zu sein. „Ich bin mir mit dem Justizminister einig, dass 218 eigentlich unverhandelbar ist“, sagte sie. Die Ampelregierung, allen voran FDP-Justizminister Marco Buschmann, hatte jüngst eine Kommission ins Leben gerufen, die unter anderem den Bestand der jetzigen Regelung zu Schwangerschaftsabbrüchen prüfen soll. Dass ausgerechnet die Evangelische Kirche in Deutschland sich für eine gewisse Liberalisierung des Abtreibungsrechts ausgesprochen habe, sei für sie durchaus überraschend gewesen.

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