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Externer Bericht sieht keinen politischen Einfluss im NDR-Programm

Eine externe Untersuchung hat keine Verstöße des NDR gegen Programmgundsätze erkannt, aber Schwachstellen ausgemacht
Ein NDR-Gebäude in Hamburg

Foto: W. Meinhart

Der NDR musste sich mit dem Vorwurf politischer Einflussnahme auseinandersetzen

Ein vom NDR-Landesrundfunkrat Schleswig-Holstein in Auftrag gegebenes Gutachten sieht keine systematischen oder bewussten Verstöße gegen die Programmgrundsätze des Senders in der landespolitischen Berichterstattung. Allerdings könnte in sechs Fällen der Anschein entstanden sein, dass Mitarbeiter oder Führungskräfte die Programmgrundsätze missachtet hätten, teilte die international tätige Beratungsgesellschaft Deloitte am Mittwoch in Kiel mit, die mit der externen Aufarbeitung beauftragt war.

Im September wurde bekannt, dass der Landesrundfunkrat Schleswig-Holstein beschlossen hatte, Vorwürfe der Parteilichkeit und politischen Einflussnahme beim NDR prüfen zu lassen. Es müsse geklärt werden, ob die landespolitische Berichterstattung des Landesfunkhauses ausgewogen war und ist, sagte die Vorsitzende des Landesrundfunkrats, Laura Pooth am 20. September. Zudem müsse geprüft werden, ob die redaktionellen Regeln und Abläufe ausreichten, um eine unangemessene Einflussnahme zu verhindern. Die Beratungsgesellschaft untersuchte konkret unter anderem eine Recherche von NDR-Reportern über einen Kinderheim-Skandal aus den Nachkriegsjahren.

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Drei „Schwachstellen“ benannt

Deloitte erläuterte, indem eine Führungskraft in die eigenverantwortliche journalistische Arbeit und damit in die publizistische Verantwortung des Rechercheteams eingriff, habe dies „Anlass für Frust und Missverständnisse in der Redaktion gegeben“. Zudem könne der Hinweis der involvierten Führungskraft auf die persönliche Beziehung zwischen der damaligen Vorsitzenden des NDR-Landesrundfunkrates, Jutta Schümann, und der Vorsitzenden des Deutschen Roten Kreuzes, Landesverband Schleswig-Holstein, Anette Langner, Unterstellungen, etwa der politischen Rücksichtnahme, gefördert haben.

NDR-Intendant Joachim Knuth hatte bereits in der Folge einer internen Überprüfung der Vorwürfe, die zu einem ähnlichen Ergebnis wie Deloitte gekommen war, Chefredakteur Norbert Lorentzen und Politikchefin Julia Stein aus dem Landesfunkhaus abgezogen.

Die Vorsitzende des NDR-Landesrundfunkrats, Laura Pooth, benannte in einer vorläufigen Stellungnahme drei „Schwachstellen“, die der Bericht aufgedeckt hätte. Danach müsse der NDR sein Beschwerdemanagment verbessern, in den Compliance-Regeln den Punkt der politischen Kommunikation präzisieren und das Rollenverständnis einzelner Führungskräfte überprüfen. Es gebe eine hohe Identifikation der Beschäftigten mit dem Sender. Beschwerden müssten aber „mehr Gehör finden“, sagte Pooth.

epd
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Eine Antwort

  1. Wie unabhängig ist eine externe Untersuchung, wenn sie vom NDR beauftragt, d.h. bezahlt wird?

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