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Ex-Bild-Reporter Schuler geht zu Reichelt

Der alte Chef ist der neue: Ralf Schuler, früherer Chef der Parlamentsredaktion der Bild-Zeitung, wechselt als Politik-Chef zu Rome Medien. Dies ist die neue Firma seines früheren Bild-Chefredakteurs Julian Reichelt.
Von Johannes Blöcher-Weil
Der Journalist Ralf Schuler

Foto: pro/Jörn Schumacher

Der Journalist Ralf Schuler hat einen neuen Arbeitgeber. Er hat bei seinem früheren Chef Julian Reichelt angeheuert.

Im August hatte Ralf Schuler den Axel-Springer-Verlag im Streit verlassen. Der damalige Chef der Bild-Parlamentsredaktion hatte öffentlich kritisiert, dass sich sein Arbeitgeber von der LGBTQ-Bewegung vereinnahmen lasse. Jetzt steht sein neuer Arbeitgeber fest. Er wechselt als Politik-Chef zur neuen Firma des ehemaligen Bild-Chefredakteurs Julian Reichelt.

Schuler hatte in einem Brief an Springer-Chef Mathias Döpfner seine damalige Kündigung damit begründet, dass er nicht mehr bereit sei, „für eine politische Bewegung und unter ihrer Flagge zu arbeiten“. Der Verlag sei zu einem „Bannerträger“ der LGBTQ-Bewegung geworden. Damit wolle er sich nicht gemein machen, erklärte Schuler gegenüber PRO.

Schuler hatte auch auf seinen christlichen Glauben und sein Verständnis von Christentum hingewiesen. „Ein Christ kann nicht menschenfeindlich sein. Er kann nicht homo- oder transphob sein. Jesus hat jeden einzelnen Menschen angenommen.“ Die Kreativbranche fühle sich aus seiner Sicht „immer zu vermeintlich emanzipatorischen Zeitgeist-Strömungen“ hingezogen. Wer sich deren Forderungskatalog widersetze, werde als „Transfeind“ oder als „homophob“ gebrandmarkt.

YouTube-Kanal mit 230.000 Abonnenten

In seiner neuen Aufgabe soll Schuler laut Mitteilung des Unternehmens produktübergreifend die bundes- und parteipolitischen Inhalte für die Marke Rome Medien verantworten. Bisher produziert das Unternehmen den YouTube-Kanal „Achtung Reichelt!“, der etwa 230.000 Abonnenten hat. Hier würden aber weitere Formate und Plattformen vorbereitet.

Sein alter und neuer Chef würdigte Schuler als „einen der profiliertesten Politik-Insider überhaupt für unsere Vision“. Reichelt verwies auf dessen exzellente Vernetzung. Schuler sei „einer der unbeugsamsten Denker, die ich kenne“, der sich von „nichts und niemandem einschüchtern“ lasse.

Schuler betont in der Mitteilung, dass er bei seinem neuen Arbeitgeber „noch schneller und pointierter auf politische Entwicklungen reagieren“ könne. Dabei wolle er seinen Grundüberzeugungen treu bleiben und nie die einfachen Menschen aus dem Blick verlieren.

Der 57-jährige Schuler absolvierte nach dem Abitur eine Mechanikerlehre. 1985 begann er bei der Neuen Zeit, war von 1995 bis 1998 Redakteur der Tageszeitung Die Welt und dann bis 2010 Politikchef der Märkischen Allgemeinen. Seit 2011 leitete der Theodor-Wolff-Preisträger die Parlamentsredaktion der Bild-Zeitung.

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4 Antworten

  1. Richtig so! Mutiger Schritt, schon die fristlose Kündigung bei BILD, Respekt! DAS ist Konsequenz.

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  2. „Ein Christ kann nicht menschenfeindlich sein.” Hm, offensichtlich schon… Oder sagt er von sich, dass er kein Christ sei?

    Faszinierend finde ich ja schon auch immer die Menschen die behaupten nicht dem Zeitgeist folgen zu wollen und dann einfach dem Zeitgeist von vor 50 Jahren folgen.

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    1. Vermutlich ist es gar nicht der Zeitgeist von vor 50 Jahren, sondern ein idealisiertes, in die Vergangenheit projeziertes Wunschbild, das es so nie gegeben hat. Der Soziloge und große Deuter der Moderne Zymunt Baumann nennt das eine Retropie. Und diese verdankt sich einer weitgehenden Realitätsverweigerung bzw- -verkennung.

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  3. Unter Herrn Reichelt ist die Anzahl der Rügen, die die Bild-Zeitung erhalten hat, immens gewachsen. Wenn man sich seinen neuen Kanal anschaut, stellt man fest, dass ein selbstgefällig grimassierender Reichelt stereoptype Bashing-Triraden absondert, dengegenüber die Bildzeitung als niveauvoller Journalismus erscheint. Regelmäßig darf dort auch die Hausintellektuelle Gloria von Thurn und Taxis ihre sehr beschränkte Weltsicht verbreiten. Als überzeichnete Satire auf konservativen Journalismus wäre das echt witzig. Aber wenn das das tatsächliche Niveau konservativen Journalismus sein soll… Ganz, ganz unten!!!

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