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Evangelische Allianz Russlands entschuldigt sich wegen Ukraine-Kriegs

In einem offenen Brief hat sich die Evangelische Allianz in Russland vom Krieg in der Ukraine distanziert. Generalsekretär Vlasenko bat bei den Opfern um Entschuldigung.
Von Norbert Schäfer
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Die Evangelische Allianz in Russland hat öffentlich Kritik (Symbolbild) am Krieg in der Ukraine geübt

Der Generalsekretär der Russischen Evangelischen Allianz (REA), Vitaly Vlasenko, hat sich vom Krieg Russlands gegen die Ukraine distanziert. In einem offenen Brief entschuldigt sich Vlasenko persönlich und im Namen der REA bei allen Menschen, die unter dem Krieg leiden, geliebte Menschen und Angehörige verloren haben oder durch die Folgen der kriegerischen Auseinandersetzung ihre Wohnungen verloren haben. „Mein Gebet ist, dass Sie vom Herrn Kraft finden, Ihre Hand der Solidarität und Vergebung auszustrecken, damit wir als Volk Gottes für unsere Welt leben können“, schrieb Vlasenko am 12. März.

Die Invasion Russlands in der Ukraine sei für ihn, wie für viele andere Christen, ein Schock und habe seine schlimmsten Befürchtungen übertroffen. „Zwei eng miteinander verbundene Völker, von denen viele dem christlichen (vor allem dem orthodoxen) Glauben zutiefst ergeben sind, befinden sich jetzt in einem erbitterten Kampf – die eine Seite verfolgt das Ziel, die Ukraine zu entmilitarisieren, die andere versucht, ihr Land vor der Besetzung zu retten“, schreibt Vlasenko.

„Schmerz, Angst und tiefe Trauer”

In seinem Schreiben erinnert Vlasenko an die vielen familiären Beziehungen zwischen Russen und Ukrainern. „Heute durchbohren Schmerz, Angst und tiefe Trauer um ihre Lieben und um die Zukunft ihres eigenen Lebens und Landes die Herzen vieler Menschen wie ein Blitz“, schreibt der russische REA-Generalsekretär.

Vlasenko bedauert die Entscheidung seiner Regierung und beteuert, im Vorfeld alles getan zu haben, um den drohenden Krieg noch abzuwenden. Dazu hatte sich Vlasenko eigenen Angaben zufolge vor der Invasion mit einem offenen Brief an Präsident Wladimir Putin gewandt. Darin befürwortete er die Bitte religiöser Führer der Ukraine nach einer friedlichen Lösung aller Konflikte. Das Schreiben Vlasenkos an die Glaubensgeschwister weltweit schließt mit den Worten: „Möge unser himmlischer Vater uns allen helfen.“

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Eine Antwort

  1. Hochachtung – man muss sich mal vorstellen, welche Antwort der Putin-Administration auf diese Stellungnahme sein wird. Ich bin auch begeistern vom Umgang vieler russischer Christen mit der Situation: Sie nennen den Lügner (Putin) und seine Lügen beim Namen und sammeln Spenden & Beten für die Opfer des Krieges, wohlwissend, dass auch im russischen Volk ein erzwungenes, sinnloses Opfer für diesen Krieg entsteht. Der Friede Gottes sei mit Euch!

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