Das Verfahren der Schweizer Staatsanwaltschaft gegen zwei Lehrer der christlichen Privatschule in Kaltbrunn sowie die Evangelische Gemeinde Hof Oberkirch (EGHO) wurde jetzt eingestellt, weil der Tatvorwurf entfallen ist. Laut Schweizer Medien kommt das Urteil „einem freisprechenden Endentscheid gleich“. Im Zuge des Prozesses seien die letzten offenen Fragen zu Fehlverhalten aus der Vergangenheit beantwortet worden.
Auslöser für die juristische Auseinandersetzung waren Vorwürfe, die ehemalige Schüler der evangelikalen Schule, die damals „Domino Servite“ hieß, erhoben hatten. Es ging um dabei um Vergewaltigung und sexuelle Handlungen an Kindern zwischen 1995 und 2002. Auch der christliche Unternehmer Jürg Läderach, der die Schule mit aufgebaut hatte, stand hier in der Kritik, bestritt aber die Vorwürfe gegen ihn.
Eine unabhängige Untersuchung hatte in ihrem Schlussbericht 2022 erstmals über mögliche Vergewaltigungen berichtet. Die Staatsanwaltschaft hatte begonnen zu ermitteln. 2023 strahlte der SRF den Beitrag „Die evangelikale Welt der Läderachs – Züchtigung im Namen Gottes“ aus. Dieser konfrontierte Läderach mit den Vorwürfen. Mediennutzer beanstandeten den Beitrag vor allem als ruf- und geschäftsschädigend für den Unternehmer.
Bedauern über das Unrecht
Die Staatsanwaltschaft betonte in dem jetzt verhandelten Fall, dass sie allen denkbaren Hinweisen nachgegangen sei und keine Punkte für ein strafbares Verhalten oder eine weitere strafrechtliche Verfolgung erkennen konnte. Sie begründete das mit widersprüchlichen Aussagen der Zeugin zum Täter und damit, dass die möglichen Delikte mittlerweile verjährt seien. Das hatte im Mai 2025 schon der Regierungsrat des Kantons St. Gallen festgestellt.
Josua Hausmann, Präsident der Schule, die heute Christliche Schule Linth heißt, zeigte sich nach dem Abschluss des Verfahrens erleichtert. Er bedauerte aber auch das Unrecht, das „einer Reihe von Schülerinnen und Schülern angetan“ wurde. Die Schule habe Maßnahmen eingeleitet, damit sich solches nicht wiederhole.