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Deutschland: Jeder Dritte nicht religiös

Jeder Dritte in Deutschland bezeichnet sich selbst als nicht-religiös oder atheistisch. Das geht aus einer Umfrage in acht Nationen hervor. Nur in China sind mehr Menschen nicht religiös.
Von Johannes Blöcher-Weil
In Lindau diskutieren Vertreter von 17 Religionen über Frieden

Foto: zanskar, thinkstock

In Deutschland bezeichnen sich laut einer Umfrage elf Prozent der Bevölkerung als Atheisten

Deutschland ist nach China das Land mit den meisten Menschen, die sich als nicht-religiös oder atheistisch bezeichnen. Das zeigt der aktuelle Statista Global Consumer Survey. Dabei wurden Personen aus acht Ländern nach ihrer religiösen Einstellung gefragt. Den größten Einfluss hat demnach die Religion für die indische Bevölkerung.

In Deutschland bezeichnen sich laut der Umfrage 23 Prozent der Bevölkerung als nicht-religiös. Elf Prozent sagen von sich, sie seien Atheisten. Spitzenreiter bei der Statistik ist die Volksrepublik China. In dem Land, in dem freie Religionsausübung sehr lange schwierig war, bezeichnen sich 74 Prozent der Befragten als nicht religiös oder atheistisch.

Die offizielle Grafik von Statista

Die offizielle Grafik von Statista zeigt die genauen Zahlen.

Das Gegenteil ist laut der Erhebung in Indien der Fall. Von den 1,4 Milliarden Indern sehen sich nur zwei Prozent als nicht-religiös oder atheistisch an. Im Mittelfeld der Statistik liegen Italien, Russland und die USA. Im Mutterland der katholischen Kirche, Italien, ordnet sich jeder Vierte einer der beiden Kategorien zu. In den USA und Russland liegt dieser Wert bei 22 Prozent.

Darüber hinaus wurden noch Daten für Brasilien (17 Prozent) und Südafrika (9 Prozent) erhoben. Basis der Statistik sind Befragungen von 12.000 bis 55.000 Bewohnern im Alter von 18 bis 64 Jahren. Sie wurden zwischen Oktober 2021 und September 2022 befragt.

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6 Antworten

  1. Das Traurigste ist dabei wohl, dass die “Nichtreligiösen” oft gar nicht wissen, was sie eigentlich ablehnen und was ihnen damit an Lebensfreude entgeht.
    Dass hier ein großes Bedürfnis im Raum steht, dass zeigen auch die 15-25 Milliarden Euro jedes Jahr, die in Deutschland für Esoterik ausgegeben werden.
    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/wie-mit-spiritualitaet-und-esoterik-milliarden-verdient-werden-17683951.html

    Was ist also zu tun?
    Als Christ für Menschen beten und mit unseren Mitmenschen ins Gespräch kommen.
    “Nun ist es aber doch so:
    Den Herrn anrufen kann man nur, wenn man an ihn glaubt.
    An ihn glauben kann man nur, wenn man von ihm gehört hat.
    Von ihm hören kann man nur, wenn jemand da ist, der die Botschaft von ihm verkündet.”
    (Römer 10, 14)

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  2. “Das Traurigste ist dabei wohl, dass die “Nichtreligiösen” oft gar nicht wissen, was sie eigentlich ablehnen und was ihnen damit an Lebensfreude entgeht.”

    Ich brauche keine unsichtbaren und übernatürlichen Wesen zu meinem Lebensglück. Selbest nachzudenken und mir die Welt mit Logik und gesundem Menschenverstand zu erschließen, ziehe ich eindeutig antiken Mythen vor.

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    1. Ohne dieses “unsichtbare und übernatürliche Wesen” wärst Du gar nicht am Leben.😉
      (Oder hältst Du Dich für ein Zufallsprodukt?)

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    2. Manchen dienen die antiken Mythen zur Welterklärung, andere schenken halt den modernen Mythen wie bspw. den Verschwörungsmythen der Neurechten Glauben – manche sind sogar für beide Arten von Mythen empfänglich.
      Allen Menschen wohnt das Bedürfnis inne, die Welt in all ihrer Komplexität verstehen zu wollen. Unser Gehirn liebt es, Verbindungen herzustellen und in Schubladen zu denken, denn das ist eine energiesparende und effiziente Arbeitsweise. Mit Komplexität jonglieren zu müssen, ist eher anstrengend. Die einen machen das “Einsortieren” über religiöse Welterklärungsmodelle, die andere über quasi-religiöse andere Ideologien (zB den Atheismus oder politische Konzepte). Und dass irgendein Mensch dazu in der Lage wäre, wirklich unbeeinflusst “selbst” nachzudenken, ist ein trauriger Trugschluss.

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    3. @Maik

      Ja, Maik, es mag richtig sein, dass man auch mit Logik und gesundem Menschenverstand sein Leben auf dieser Erde bewältigen kann und dabei auch sein Lebensglück findet.

      Trotzdem hat man dabei den Sinn des Lebens verfehlt. Denn der Sinn des Lebens liegt nicht allein im Lebensglück für die Zeitspanne von ca. 80 Jahren, sondern darin, ewiges Leben in Gottes neuen Reich zu erlangen.

      Das werden auch Sie dereinst erkennen müssen. Aber dann ist es für Sie zu spät und Sie haben diese großartige Chance verpasst, wenn Sie auf dem jetzigen Stand Ihrer Sichtweise stehen bleiben.

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      1. @Horst Brand
        Wenn das so wäre: Woozu leben wir dann überhaupt 70-90 Jahre hier, wenn es doch eh nur darauf ankommt, was eventuell einmal nach unserem Tod mit uns passiert?
        Das wäre sehr unlogisch, wenn ein Gott sich so etwas ausgedacht hätte.
        Und unbiblisch ist es allemal, denn die meiste Zeit glaubten die Israeliten überhaupt nicht an ein ewiges Leben nach dem Tod und als sich dann durch ihre Kontakte mit anderen Völkern eine Vorstellung von einer Existenz nach dem Sterben in ihren Glauben einbürgerte, hatte diese auch kein größeres Gewicht als die Existenz im Leben mit Gott im Diesseits. Die Botschaft Jesu lautete dann, dass Gottes Reich bereits mit ihm zu den Menschen, auf die Erde gekommen sei und bereits “mitten unter” uns ist (Lk 17,21).

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