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Deutsche sehen weniger fern

In Deutschland ist der Fernsehkonsum gesunken. Schönes Wetter und fehlende Corona-Beschränkungen lockten 2022 die Zuschauer weg von den TV-Geräten.
Von Norbert Schäfer
TV

Foto: Erik Mclean auf Unsplash

Das Interesse an Nachrichten ist geblieben, der TV-Konsum ging 2022 aber insgesamt zurück

Die Deutschen haben im Jahr 2022 weniger ferngesehen. „Insgesamt ist die TV-Nutzung bei Zuschauer gesamt im vergangenen Jahr auf 195 Minuten gesunken“, heißt es in einer Pressemitteilung der AGF Videoforschung vom Donnerstag. 2021 hatten demnach die Zuschauer noch 213 Minuten ferngesehen. Bei den Zuschauern im Alter zwischen 14 und 49 Jahren sank die Nutzung um 20 auf 101 Minuten pro Tag.

„Während der Corona-Jahre 2020 und 2021 haben wir erhebliche Sondereffekte beobachtet“, erklärte die Vorsitzende der AGF-Geschäftsführung, Kerstin Niederauer-Kopf, „Nahezu jeder war von den Maßnahmen betroffen und hat sich tagesaktuell darüber informiert“. Dies habe sich in einer außergewöhnlich hohen TV-Nutzung widergespiegelt, da während der Lockdowns das Fernsehen zu den wenigen noch möglichen Freizeitaktivitäten gehört habe. „Wir sehen nun eine Normalisierung im langfristigen Trend.“

Die AGF Videoforschung ist ein Zusammenschluss von Fernseh- und Streaminganbietern in Deutschland, in deren Auftrag die Einschaltquoten im deutschen Bewegtbildmarkt gemessen werden.

Interesse an Nachrichten ungebrochen

„Es scheint zu den von uns erwarteten Nachholeffekten gekommen zu sein“, sagte die Vorsitzende der AGF-Geschäftsführung. Das außergewöhnlich warme Wetter und die fehlenden Corona-Beschränkungen sollen laut der Pressemitteilung 2022 dazu geführt haben, dass die Menschen vermehrt aushäusige Freizeitaktivitäten wahrgenommen und entsprechend weniger TV gesehen haben.

Das Interesse an Nachrichten hat sich demnach nicht verändert. Der Nutzungsanteil von Informationsprogrammen im Fernsehen lag 2021 wie im Jahr zuvor bei 36 Prozent. Vor allem Corona habe das mediale Geschehen dominiert. 2022 hätten der Krieg in der Ukraine und die damit einhergehende Energie- und Wirtschaftskrise sowie die steigende Inflation das Geschehen in den Medien bestimmt. „Die Bedeutung von Information im Fernsehen bleibt hoch. Wer einschaltet, der sucht vermehrt nach Nachrichten“, teilte Niederauer-Kopf mit.

Die Nutzung von Streaming-Angeboten ist laut der Pressemitteilung im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Allerdings nicht in dem Maß, dass die Rückgänge im TV kompensiert wurden.

Die starken Effekte, die Großereignisse im Sport wie die Olympischen Spiele oder eine Fußball-WM für gewöhnlich auslösen, sind nach AGF-Angaben 2022 ausgeblieben. „Durch die Diskussionen über die Menschenrechtsverletzungen, die Vergabemodalitäten und die folgenden Aufforderungen zum Boykott sowie eine Verschiebung des Turniers aus dem Sommer in die dunkle Jahreszeit, ist das WM-Feeling jedoch in großen Teilen ausgeblieben“, erklärte Niederauer-Kopf. Den Angaben zufolge haben insgesamt rund 60,5 Millionen Zuschauer einmal für mindestens 60 Sekunden in ein Spiel der Fußball-WM 2022 im Fernsehen oder im Livestream hineingesehen.

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