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Bischöfin Kirsten Fehrs: Eitelkeit in der Kirche

Narzissmus und Eitelkeit seien ein Problem in der Evangelischen Kirche, sagte die Bischöfin für Hamburg und Lübeck, Kirsten Fehrs, gegenüber dem Wochenzeitung Die Zeit. Sie selbst habe sich als Frau allerdings nie benachteiligt gefühlt.
Von Jörn Schumacher
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Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, im Zeit-Interview: „Gravierender als Dominanzgehabe finde ich Narzissmus und Eitelkeit“

In einem Doppel-Interview sprach zwei Autoren der Wochenzeitung Die Zeit mit der Theologin Kirsten Fehrs, die in der Nordkirche seit 2011 Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck ist, und ihrer Schwester, Sabine Kunst, Politologin und Ingenieurin und seit 2016 Präsidentin der Berliner Humboldt-Universität. Zuvor war Kunst Wissenschaftsministerin in Brandenburg und Präsidentin der Universität Potsdam.

Die 59-jährige Fehrs, die vergangene Woche wiedergewählt wurde, sagte auf die Frage, ob es noch Machotum in der Kirche gibt: „Ich selbst habe mich nie benachteiligt gefühlt, allerdings sind Frauen im leitenden Amt immer noch unterrepräsentiert. Gravierender als Dominanzgehabe finde ich übrigens Narzissmus und Eitelkeit.“ Davor seien auch Menschen im Pfarramt nicht gefeit, so Fehrs, auch sie stünden in der Versuchung, „sich zu sehr für ihre Wirkung zu interessieren“. Fehrs ergänzte: „Das Machotum hingegen nimmt aus meiner Sicht ab. Früher gab es oft den Bischof, der einem die Welt erklärt. Heute gibt es auch in der evangelischen Kirche eine ganz neue Generation von Männern, die auf Diversität setzt und Teamarbeit.“

Fehrs, die Mitglied des Beauftragtenrates der EKD für die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt ist, betonte, dass in der evangelischen Kirche das Prinzip des Priestertums aller Glaubenden gelte. „Die Kirchenlehre ist nicht gesetzt, sondern entwickelt sich immer neu, das Evangelium ereignet sich im Dialog – so zumindest die Theorie. In der Praxis brauchen Sie dafür viel Kondition.“

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Eine Antwort

  1. „Die Kirchenlehre ist nicht gesetzt, sondern entwickelt sich immer neu, das Evangelium ereignet sich im Dialog – so zumindest die Theorie. In der Praxis brauchen Sie dafür viel Kondition.“

    Genau das verstehe ich nicht und genau deshalb kehre ich zum katholischen Glauben zurück, in den ich auch hineingeboren wurde und dem ich über 35 Jahre lang den Rücken gekehrt habe, und zwischendrin evangelisch und evangelikal war … wenn man das so ausdrücken kann.

    Am KKK – Katechismus der Katholischen Kirche und an vielem anderen kann man sich abarbeiten und das ist gut so. Ich habe selten so Fundiertes – und ich habe viel gelesen, natürlich nicht als Theologin – und Klares, eindeutig Ausformuliertes und Tröstliches gelesen, wie im KKK.
    Ich habe nichts gelesen, was mir nahebringen würde, mein Heil nicht bei Jesus Christus zu suchen, oder was aussagen wurde, dass ER gar eine Miterlöserin hätte, oder dass die Werke überdimensional zählen sollten.
    Ich habe gelernt, dass man Maria, die Gottesmutter, nicht anbeten darf, aber dafür freiwillig verehren, wenn man das möchte. Ich lese grade ein Buch über den Nährvater Jesu`, Joseph .. und bin so bewegt und habe mir niemals die Hl Familie wirklich genau angeschaut .. und Joseph, genau wie Lazarus, bei dessen Tod Jesus weint, spricht kein Wort. Aber der Allmächtige hat ihn erwählt als irdischen Vater Seines Sohnes .. usw ..

    Ich möchte nicht immer neu verhandeln müssen, was Evangelium ist.
    Ich möchte nicht basisdemokratisch glauben. Die Basisdemokratie funktioniert ja noch nicht einmal in der Politik, dazu ist der Lobbyismus zu stark.

    Mein Evangelium steht in der Bibel, ich entdecke auch die Katholische Übersetzung, die ebenfalls bewegend ist und sehr vertsändlich ausgedrückt ist.
    Und nein, ich bin nicht für Frauen als Bischof.
    Es geht auch nicht darum, wer was besser können könnte.
    Der Allmächtige will es nicht, und Gehorsam bringt Segen.
    Frauen sind so wichtig und unendlich wertvoll, auch und vor allem wenn sie nicht meinen, sie müssten überall mithalten können ..
    Aber man sieht ja an Eva .. der es auch schwerfiel zu gehorchen.

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