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Der Wetterexperte und die Bischöfin im Podcast

Im monatlichen Podcast „Blind Date“ spricht die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs mit ihren Gästen über Gott und die Welt. In der aktuellen Ausgabe sprach sie mit dem Wetterexperten Frank Böttcher. An Wunder glaube er nicht, sagt er, müsse aber anerkennen, dass auch das naturwissenschaftliche Wissen Grenzen habe.
Von Jörn Schumacher
Die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs (re.) im Podcast-Gespräch mit dem Wetterexperten Frank Böttcher

Foto: Thorsten Ahlf

Die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs (re.) im Podcast-Gespräch mit dem Wetterexperten Frank Böttcher

Das Hamburger Abendblatt bietet seinen Lesern mehrere Podcast an, unter anderem zum Fußballclub HSV, zu Schiffen oder Wein. Man kann sich die Folgen auf der Webseite der Zeitung anhören oder herunterladen. Zu hören sind die Podcasts aber auch bei Spotify und Apple Podcast.

Im Podcast „Himmel & Elbe“ spricht die Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, Kirsten Fehrs, in regelmäßigen Abständen mit wechselnden Gästen. Fehrs gehört dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) an. Seit Mai 2019 hat das Abendblatt sechs Ausgaben des Podcast veröffentlicht. In der aktuellen Folge spricht Fehrs mit dem Wetterexperten Frank Böttcher über die Frage: „Ist eine Kirche ohne Gott vorstellbar?“ Der freiberufliche Wettermoderator, Buchautor und Klimaexperte ist selbst nicht gläubig.

Hoffnung auf ein himmlisches Jerusalem

In dem knapp einstündigen Gespräch reden Fehrs und Böttcher über Kirche und Klimawandel. Auf die Frage des Wissenschaftlers, was die Kirche gegen den Klimawandel tut, sagt Fehrs: „Wir sind schon seit Jahren bei dem Thema Bewahrung der Schöpfung dabei. Gerade bei den jungen Menschen.“ Mittlerweile werde das Thema aber zunehmend emotionalisierter. Der biblische Auftrag „Macht euch die Erde untertan“ bedeute nicht eine gewaltsame Besetzung der Erde, sondern einen sorgenvollen Umgang mit ihr und ihre Bewahrung. Die Bibel verspreche allerdings für die Zukunft eine „gerechte, himmlische Stadt“ Jerusalem, in der man achtungsvoll mit Leben umgeht. Diese Verheißung solle ebenso das irdische Leben im Hier und Jetzt mitbestimmen und so zu humanen Verhältnissen führen.

Böttcher sieht eine große Chance für die „Kirche der Zukunft“ darin, dass sie die ethischen Werte betont. „Weil dies den Erhalt der Schöpfung noch mehr in den Fokus stellt.“ Auf die Frage von Fehrs, ob er an Wunder glaube, sagt Böttcher: „Nein, nicht an Wunder, aber an den Zufall, der sich physikalisch erschließt.“ Aber Wunder als Tat einer höheren Macht sieht er als nicht möglich an. Sein naturwissenschaftliches Verständnis spreche eher gegen eine göttliche Instanz. Und die Physiker hätten erkannt, dass sowohl Raum als auch Zeit gemeinsam mit dem Urknall entstanden seien. Was davor war, könne man nicht wissen, und das müsse man wohl auch als Naturwissenschaftler akzeptieren.

Für Wetterexperte Böttcher ist die Entstehung der Welt nicht wirklich erklärbar. Bischöfin Fehrs sieht an dieser Stelle Gott als Schöpfer. Böttcher fragt: „Was ist Gott, eine Art Über-Ich?“ Und die Bischöfin antwortet, sie sehe ihn als „dritte Dimension, als das, was Begegnungen einen tieferen Sinn gibt“.

In früheren Folgen von „Blind Date“ sprach die Bischöfin unter anderem mit dem amerikanischen Tänzer, Choreografen und Ballettdirektoren John Neumeier, mit der Starköchin Cornelia Poletto und mit dem Pianisten Joja Wendt.

Von: Jörn Schumacher

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