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Bild-Zeitung macht jetzt lineares Fernsehen

Der Axel-Springer-Konzern hat mit Bild TV einen neuen Fernsehsender gestartet. Live-Sendungen sollen einen Schwerpunkt bilden.
Von Jonathan Steinert
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Sat-Schüsseln
Bild TV ist über Satellit zu empfangen sowie über das Kabelnetz von Vodafone und IPTV/OTT

Seit Sonntag, 22. August, ist der Axel-Springer-Konzern mit dem neuen Fernsehsender Bild TV am Start. Neben Sportberichterstattung gibt es am Abend des ersten Sendetages eine „Kanzlernacht“ mit Fragestunde an die Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (SPD) und Armin Laschet (CDU) sowie anschließender Analyse. Geplant ist zudem eine tägliche Informationssendung „Bild live“ von 9 bis 14 Uhr und Talk-Sendungen am Abend.

Ziel von Bild TV sei ein Programm, dass Menschen in den Mittelpunkt stelle, erklärte Programmchef Claus Strunz, der auch Mitglied der Bild-Chefredaktion ist und daneben noch das Sat.1-Frühstücksfernsehen verantwortet. „Unsere Helden sind die Zuschauer. Für sie machen wir ein Fernsehen, das meinungsstark, mutig und glaubwürdig die Schlagzeilen setzt, die ihnen aus der Seele sprechen.“ Politik, Kriminalität, Sport und Promis sollen Schwerpunkte der Berichterstattung sein. Der Axel-Springer-Konzern strahlt bereits die Fernsehsender Welt und N24Doku aus, die zur Welt-Gruppe gehören. Dort soll auch Bild TV produziert werden.

Der Medienforscher Hans Röpel, der der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs des öffentlich-rechtlichen Rundfunks angehört, erwartet durch den neuen Sender mehr Wettbewerb. „Ich rechne mit einer ernsthaften und hoffentlich belebenden Konkurrenz“, sagte er dem Tagesspiegel. Andere private Sender hätten im Informationssektor eine Lücke hinterlassen, die Axel Springer nun mit Bild TV füllen möchte, meint Röper. Seiner Einschätzung nach wittere der Medienkonzern hier vor allem ein Geschäft: „Bei Springer ist das sicherlich knallhartes wirtschaftliches Kalkül. Man sieht im Werbemarkt ein Kontingent, das man abschöpfen will. Die Welt ist heute nicht mehr monomedial durchdrungen, da sieht man neue Chancen.“

Gerüchte oder gehobener Informationssektor?

Moritz Tschermak, Chefredakteur des Medienmagazins Bildblog, sieht die Einführung von Bild TV mit „Schrecken“, sagte er im Interview von t-online. Besonders bei der Live-Berichterstattung habe er „Bauchschmerzen“. Bild TV sei zwar schnell vor Ort, würde aber nicht gründlich recherchieren und könnte Gerüchte und Halbwahrheiten verbreiten. „Diese Kombination aus mangelhafter Recherche und der selbst auferlegten Notwendigkeit, irgendwas zu zeigen, wird aus meiner Sicht zu Problemen führen.“ Das halte er für gefährlich, vor allem in heiklen Situationen wie einem Terroranschlag.

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel wagt die Prognose: „Ohne die Beißhemmungen der privaten Fernsehkonkurrenz und ohne das Gebot zum Ausgleich wie bei den Öffentlich-Rechtlichen könnten die ‚Bild‘-Leute beherzt austeilen.“ Aber der neue Sender müsse „nicht zwangsweise im Aggro-Modus daherkommen“, schreibt Christian Buß und verweist auf eine Reportage, die der Bild-Journalist Paul Ronzheimer über vorrückende Taliban im Juni gemacht hatte. Damit zeigten die Bild-Macher, „dass sie auch auf dem gehobenen Informationssektor punkten können“.

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Eine Antwort

  1. Bitte die Bildzeitung holt sich mit Gewalt ihren Platz… Jeder Konkurrent wird aggressiv und mit illegalen Mitteln fertig gemach. Auch werden Frauen bewusst mit Lügen (Gab es Belege für die angebliche Erpressung an Boeteng?) in den Selbstmord getrieben. Jeder der nur “mehr als berechtigt” die Bild Zeitung kritisiert wird fertig gemacht… Mit Hells Angels, Kriminellen und illegal. Aktionen.
    Nie ist das Meinungsfreiheit sondern Missbrauch der Meinungsfreiheit

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