Berliner Gymnasium darf Gebete verbieten

Ein Berliner Gymnasium darf demonstrative Gebete und andere religiöse Riten in der Schule untersagen. Das entschied das Verwaltungsgericht und verwies auf den Schutz des Schulfriedens. Geklagt hatte die „Gesellschaft für Freiheitsrechte“.

Ein Berliner Gymnasium darf laut einem Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts das demonstrative Ausüben von Glaubensbekenntnissen wie Gebeten in der Schule verbieten. Der Eingriff sei gerechtfertigt, um den Schulfrieden zu wahren, urteilte das Gericht am Donnerstag.

Gegen die Schulordnung des Diesterweg-Gymnasiums im Stadtteil Wedding hatte die „Gesellschaft für Freiheitsrechte“ (GFF) geklagt. Der Verein sah darin einen Verstoß gegen das Landesantidiskriminierungsgesetz.

In der Schulordnung heißt es: „Die demonstrative Ausübung von religiösen Riten und extrem politischen Handlungen sind im Interesse des Schulfriedens untersagt.“ Die aktuelle Fassung der Schulordnung ist den Angaben zufolge seit 2023 in Kraft, die beklagte Passage existiert jedoch schon länger. Das Gymnasium werde von mehr als 600 Schülerinnen und Schülern besucht, die aus 47 Ländern kämen. Die Mehrheit sei muslimischen Glaubens.

GFF sah Religionsfreiheit von Muslimen verletzt

Die GFF argumentierte, die Vorschrift treffe de facto nur muslimische Schüler, die das islamische Pflichtgebet verrichteten, und verletze damit deren Religionsfreiheit. Das Gericht urteilte, die Vorschrift sei neutral, da sie alle demonstrativ ausgeübten Riten untersage.

Bereits 2011 war ein 18-jähriger muslimischer Schüler des Diesterweg-Gymnasiums vor dem Bundesverwaltungsgericht gescheitert. Er hatte verlangt, einmal am Tag außerhalb der Unterrichtszeiten an seiner Schule beten zu dürfen.

epd
Helfen Sie PRO mit einer Spende
Bei PRO sind alle Artikel frei zugänglich und kostenlos - und das soll auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unterstützen Sie jetzt PRO mit Ihrer Spende.

Ihre Nachricht an die Redaktion

Sie haben Fragen, Kritik, Lob oder Anregungen? Dann schreiben Sie gerne eine Nachricht direkt an die PRO-Redaktion.

Unabhängigen christlichen Journalismus häufiger bei Google sehen

PRO bei Google bevorzugen

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen