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Bedford-Strohm fordert „Selbstverpflichtung zur Wahrhaftigkeit und Redlichkeit“

In seiner Rede zum traditionellen Berliner Johannisempfang der Evangelischen Kirche hat der Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm über die ethischen Herausforderungen und Gefahren im digitalen Raum gesprochen.
Von Martin Schlorke
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Heinrich Bedford-Strohm machte die Digitalisierung zum Thema seiner Rede beim jährlichen Johannisempfang der Evangelischen Kirche Foto: pro/Norbert Schäfer
Heinrich Bedford-Strohm machte die Digitalisierung zum Thema seiner Rede beim jährlichen Johannisempfang der Evangelischen Kirche

Mit Blick auf den rasanten digitalen Fortschritt hat der scheidende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, dazu aufgerufen, sich zu „Wahrhaftigkeit und Redlichkeit“ zu verpflichten. Das gelte wegen des bevorstehenden Wahlkampfes insbesondere für demokratische Organisationen, Institutionen und Parteien. Algorithmen in den sozialen Netzwerken würden die private und politische Kommunikation „immer mehr vergiften und den demokratischen Diskurs sabotieren“. Das mache eine solche Selbstverpflichtung notwendig.

Weiterhin sei eine digitale Infrastruktur nötig, die dafür sorge, dass sich die Algorithmen am „Maßstab der Menschenwürde“ orientierten. Außerdem müssten journalistisch sauber recherchierte Inhalte höher gewichtet werden, sagte der Ratsvorsitzende.

In seiner Rede sprach Bedford-Strohm auch über die Bedeutung der Zehn Gebote im digitalen Raum und bezog sich dabei auf eine kürzlich erschienene Denkschrift der EKD zur „Ethik der Digitalisierung“. Ihn begeistere, wie hochaktuell das in der Bibel überlieferte Orientierungswissen für heutige Herausforderungen sei. Dabei gehe es für den 61-Jährigen nicht um Verbote, sondern darum, Freiheiten zu ermöglichen. Mit Hilfe der Zehn Gebote könnten Chancen des Digitalen genutzt und zeitgleich Risiken begrenzt werden.

Bedford-Strohm sprach im Rahmen des Johannisempfangs auch über die Gefahren des digitalen Raumes für den Einzelnen. Er forderte klare Offline-Regeln, die sich jeder selbst setzen müsse. In einer Zeit der ständigen Erreichbarkeit brauche es genügend Zeit für Ruhe und „heilsame Unterbrechungen“, wie sie das vierte Gebot fordere.

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3 Antworten

  1. Höchst interessant finde ich ja, dass im ganzen Artikel Gott nicht einmal genannt wird. Nun frage ich mich, kam sie in der reden von Bischof BS nicht vor oder hat der Journalist es nur nicht aufgenommen. Beides vorstellbar, auch dass beide denken ER hätte nichts essentielles zur Diskussion beigetragen.
    Falls es an BS lag, würde es mich an die Pharisäern & Schriftgelehrten erinnern, die kamen auch gut mit dem Buchstaben des Gesetzes aus. Oder soll man besser sagen, sie ehrten das Geschaffene und nicht den Schöpfer!

    1. Ihr Vorurteil gegenüber Herrn Bedford-Strohm entspricht Ihrem Fehlurteil über die Pharisäer. Und beide nähren sich – so scheint mir- aus der Überzeugung, Gott sei Dank frömmer und “wahrer” zu sein als diese. Aber wem hat man das doch gleich nachgesagt?

  2. Es ist ja schön, das Herr Bedford-Strohm Wahrhaftigkeit und Redlichkeit fordert. Nur vermisse ich dies bei den Kirchenoberen. Sie fordern immer wieder eine “klare Kante gegen Rechts” und verschweigen, dass es auch wichtig wäre die Straftaten von Links (Antifa & Co) anzuprangern. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat in ihrem aktuellen Bericht vom15. Juni 2021 festgestellt, dass von Linksextremen 34.300 und von Rechtsextremen 33.300 Straftaten im Jahre 2020 verübt worden sind. Verschwiegen wird auch, dass viele davon dem islamistischen Lager zuzuordnen sind. Weil Islamisten auch mit Hakenkreuzen und ähnlichen “Symbolen” demonstrieren werden diese Straftaten immer dem rechten Lager zugeordnet.
    Ja die 10 Gebote der Bibel könnten zur Wahrhaftigkeit und Redlichkeit in unserer Gesellschaft beitragen, aber sie kommen doch kaum noch vor im kirchlichen Leben. Sünde gibt es fast nur noch im Blick auf “Klimaverletzungen” und im Bezug auf Essgewohnheiten (tierische Produkte). Die ersten Gebote, die das Verhältnis Mensch-Gott betreffen fallen fast gänzlich aus. Im vierten Gebot geht es nicht um “heilsame Unterbrechungen” sondern um die Besinnung auf den, der uns diese Gebote gegeben hat.

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