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Beck kritisiert Umgang mit Reformationsjubiläum

Volker Beck wünscht sich von der Evangelischen Kirche in Deutschland mehr Mut zur Theologie, besonders im Jahr des Reformationsjubiläums. Das hat der Grünen-Politiker am Freitag in Berlin beim Kongress Dynamissio erklärt. Er höre viel „dummes Zeug" von führenden Köpfen der Kirche, sagte er.
Von Anna Lutz
Volker Beck sprach am Gendarmenmarkt auch über seinen eigenen Glauben

Foto: pro/Anna Lutz

Volker Beck sprach am Gendarmenmarkt auch über seinen eigenen Glauben

Der religionspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Deutschen Bundestag, Volker Beck, hat den Umgang der Evangelischen Kirche in Deutschland mit dem Reformationsjubiläum kritisiert. Er wünsche sich von der Kirche mehr Mut zur Theologie, sagte er am Freitag in Berlin. „Man darf schon über Gott und die Reformation reden”, sagte er. Er höre allerdings viel „dummes Zeug” von führenden Köpfen der Evangelischen Kirche. Es sei nicht sinnvoll, immer zu fragen, was Luther heute zu Dingen sagen würde. Viel wichtiger sei der Rückblick auf die Dinge, die er getan habe.

Beck bekannte sich auch zu seinen eigenen Glaubensüberzeugungen: „Ich würde mich als Christ bezeichnen, auch wenn ich nicht Mitglied einer Kirche bin.” Er gehe ab und an in Gottesdienste, habe aber oft politische Termine oder wolle auch mal ausschlafen. „Aber für einen Gedanken an Gott oder ein Gebet ist ja immer Zeit.” Die Texte des Alten Testaments hätten eine „literarische Kraft” und „große Tiefe”. „Die Kenntnis der Bibel ist keine Frage der Religiosität, sondern der Allgemeinbildung”, sagte er und sprach sich für einen bekenntnisorientierten Religionsunterricht aus.

Scharfe Kritik an „Open Doors“

Beck sagte, er beobachte einen „rabiaten Umgang” mit Religion in Deutschland, allen voran mit jüdischen Glaubensgemeinschaften. Das habe sich unter anderem in der Debatte um das Beschneidungsurteil von 2012 gezeigt. Ihm begegneten immer häufiger atheistische Fundamentalisten. Für ihn seien das Menschen, die die Religion aus dem öffentlichen Raum verdrängen wollten.

Besorgt zeigte er sich auch über das Schicksal christlicher Flüchtlinge in Deutschland. Einerseits kritisierte er den Umgang des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge mit ihnen. Andererseits sei die Lage von Christen in Flüchtlingsheimen besorgniserregend. „Todunglücklich” sei er andererseits auch über die Arbeit der christlichen Hilfsorganisation „Open Doors“. Ihr gehe es nicht um Religionsfreiheit, sondern nur um die Christen. Richtiger wäre es, sich um die Freiheit aller Verfolgten zu kümmern. Er warf dem Hilfswerk eine „Skandalisierung” des Themas vor, um Spenden zu akquirieren.

Als einen seiner größten Erfolge bezeichnete Beck das Lebenspartnerschaftsgesetz. Der Wunsch nach einer Gleichstellung von Schwulen und Lesben habe ihn erst motiviert, Politik zu machen. Weil er als schwuler Mann selbst einer Minderheit angehöre, fühle er mit anderen Minderheiten wie etwa Juden und Muslimen in Deutschland.

Beck sprach bei Dynamissio zum Thema „Kirche in einer multireligiösen Gesellschaft”. Der Kongress hat das Ziel, Gemeinden und Gemeindemitarbeiter in ihrer missionarischen Arbeit zu stärken, insbesondere mit Blick auf das Reformationsjubiläumsjahr 2017. An der Organisation beteiligt sind landes- und freikirchliche Akteure, unter anderem die Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste, die Deutsche Evangelische Allianz, der Evangelische Gnadauer Gemeinschaftsverband und der Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden. Dazu sind laut Veranstaltern rund 2.300 Teilnehmer angereist. (pro)

Von: al

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