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„Agent*In“ will alleine weitermachen

Die Wiki-Plattform „Agent*In“ sammelt Einträge über Personen und Organisationen, die angeblich antifeministisch und rechtspopulistisch in Erscheinung treten. Die Heinrich-Böll-Stiftung, die das Projekt betrieb, hat es jetzt nach Kritik daran beendet. Die Redaktion will es eigenständig fortführen.
Von PRO
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Wer sich für Ehe und Familie stark macht, wie die Initiative „Demo für alle“, wird bei „Agent*In“ als „Familialist“ gebrandmarkt
Wer sich für Ehe und Familie stark macht, wie die Initiative „Demo für alle“, wird bei „Agent*In“ als „Familialist“ gebrandmarkt

Die Heinrich-Böll-Stiftung hat das Wiki-Projekt „Agent*In“ beendet. Das teilte der Vorstand in einer Stellungnahme auf der Plattform mit. Die den Grünen nahestehenden Stiftung werde „in der Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus und Angriffen auf feministische und gleichstellungspolitische Errungenschaften zukünftig andere Formate der politischen Bildungsarbeit nutzen und neu entwickeln“, heißt es. Weitere Auskünfte oder Begründungen gab es auf Nachfrage von pro keine.

Die Plattform war im Juli online gegangen. Sie verstand sich als „Antifeminismus-kritisches Online-Lexikon“, Ziel war es, Netzwerke „antifeministischer Kräfte“, deren Einflüsse und Ziele sichtbar zu machen. Optisch an das Lexikon Wikipedia erinnernd, gab es dort Artikel zu Personen und Verbänden, die sich angeblich antifeministisch, rechtspopulistisch und homophob hervortun. Auch zu christlichen Organisationen und Persönlichkeiten gab es Einträge. Zahlreiche Medien wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die linksalternative taz, die Tageszeitungen Die Welt und Tagesspiegel hatten die Plattform und ihre Methoden unter anderem als „Online-Pranger“ kritisiert. Daraufhin nahm die Stiftung sie im August vorübergehend vom Netz, um Ziele und Herangehensweise des Projektes intern zu überprüfen – pro berichtete.

Nun also die Entscheidung des Vorstandes, das Online-Lexikon nicht fortzusetzen. Der Soziologe Andreas Kemper kündigte jedoch an, die Redaktion wolle „Agent*In“ eigenständig weiterbetreiben. „Wir werden das Projekt nun in einer überarbeiteten Form fortsetzen“, sagte der Aktivist laut der Szene-Nachrichtenplattform queer.de. So sollten die Einträge nicht mehr als Liste dargestellt werden – diese Kritik habe die Redaktion „sehr ernst genommen“. Den Kritikern von „Agent*In“ warf er vor, an einer „Verschwörungsideologie des sogenannten ‚Gender-Faschismus‘, der ‚totalitären Homolobby‘“ zu arbeiten.

Von: Jonathan Steinert

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