Die Linkspartei hat die Landtagswahl in Berlin überraschend deutlich für sich entschieden. Mit 25,7 Prozent lag sie fast sieben Prozentpunkte vor der CDU. Entsprechend ausgelassen feierte die Partei ihren Wahlsieg am Sonntagabend – auch der Berliner Linken-Bezirksverband Neukölln.
Dort tauchte am Abend auch Issa Remmo, das Oberhaupt der berüchtigten Clanfamilie Remmo, auf. Über dessen Erscheinen berichtete zuerst die „Berliner Morgenpost“. Demnach habe Remmo gegenüber den Journalisten der „Morgenpost“ und mit Blick auf die Linkspartei gesagt, dass er sich erstmals von einer Partei unterstützt fühle. Zudem erklärte er: „Ich würde keinen judenfeindlichen Politiker wählen.“
Das macht mir Angst! https://t.co/nS5gQIxj4l pic.twitter.com/5IuiO36sx9
— Volker Beck 🐋 🇺🇦🇮🇱🇪🇺🇩🇪 (@Volker_Beck) September 20, 2026
Hintergrund sind mehrere Antisemitismusskandale der Linkspartei in Berlin. So wurde etwa auf der Bühne einer Wahlkampfveranstaltung zur Intifada und zum Tod israelischer Soldaten aufgerufen. Diese Geschehnisse waren auch Anlass für den Zentralrat der Juden, noch am Wahlabend SPD und Grüne vor einer Koalition mit den Linken zu warnen.
Zentralratspräsident Josef Schuster sagte: „Dass eine Partei, auf deren Wahlkampfbühne offen der Tod von Menschen gefordert wurde, als Siegerin aus der Wahl hervorgeht, beunruhigt mich zutiefst.“ Es sei deswegen ein „schwerer Fehler“, eine Koalition mit den Linken einzugehen. So würde „der fortschreitenden Normalisierung des Judenhasses weiter Vorschub geleistet“.
Terrorunterstützer bei Linken-Wahlparty
Medienberichten zufolge hat sich die Linkspartei vom Besuch Remmos distanziert. Man sei zudem nicht über dessen Erscheinen informiert gewesen, hieß es zur Erklärung. Dem RBB-Inforadio bestätigte die Spitzenkandidatin Elif Eralp am Montag, dass Remmo die Wahlparty nach Bekanntwerden seines Besuchs verlassen musste. Und weiter: „Mit organisierter Kriminalität wollen wir wirklich nichts zu tun haben.“
🔴 @der_neukoellner MdB Ferat Koçak feiert bei Wahlparty seiner @LinkeNeukoelln mit Ibrahim Ibrahim (r.), Vertreter des extremistischen „Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees“ (VPNK), Dach für PFLP und Hamas in Berlin. Ibrahim gratuliert: VPNK war „Teil dieses Erfolgs“. pic.twitter.com/xy6LdPN420
— Alexander Fröhlich (@alx_froehlich) September 20, 2026
Weiterhin sorgte ein weiterer Gast der Wahlparty für Kritik. Denn gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak ließ sich der Anti-Israel-Aktivist Ibrahim Ibrahim auf einem Bild ablichten. Wie „t-online“ schreibt, trat Ibrahim schon in der Vergangenheit beim Neuköllner Linken-Bezirksverband auf. Ibrahim gilt Medienberichten zufolge als führender Unterstützer der links-säkularen Organisation „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ (PFLP). In der EU und den USA wird die PFLP als Terrororganisation geführt. Ibrahim gilt zudem als Vertreter des „Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees“ (VPNK). Diese Gruppe wird vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuft.
Ibrahim soll unter anderem nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 den Hamas-Führer Jahia Sinwar als „standhaften Führer“ und „Märtyrerhelden“ bezeichnet haben.