Susanne Schröter gilt als eine der größten Kritikerinnen des Islamismus und erlebte dafür viele Anfeindungen. Vergangene Woche hat die Ethnologin in einer Privatinitiative ein neues Zentrum gegründet. Das „Institut für Demokratie und Islam“, an dessen Spitze sie als Direktorin steht, hat seinen Sitz in Frankfurt.
Von 2014 bis 2025 war sie bereits Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums „Globaler Islam“. Nach Schröters Emeritierung bemühte sich die Universität „aber nur halbherzig um die Fortführung des Instituts“, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) schreibt. Bei ihrem neuen Projekt kann die Wissenschaftlerin auf prominente Mitstreiter bauen.
Gründungsmitglieder sind unter anderem der Migrationsforscher Ruud Koopmans und der islamische Theologe Mouhanad Khorchide, die beide dem Beirat angehören, sowie der Diplom-Psychologe Ahmad Mansour. Das Institut will nach eigenem Bekunden die liberale muslimische Stimme hörbar machen und sich „entschieden mit allen Formen des Islamismus“ auseinandersetzen.
Gegen die freiheitsfeindliche Agenda des Dschihadismus
Der Schwerpunkt der Forschungs- und Beratungstätigkeit soll weiterhin auf dem Islamismus liegen, meldet die FAZ. Nach eigenen Angaben gehe es aber auch um den gewalttätigen Dschihadismus, der „erfolgreich Einfluss auf Politik und Gesellschaft“ nehme und eine freiheitsfeindliche Agenda vertrete. Bestehenden Wissensdefiziten wolle man mit fachlich fundierten Analysen entgegentreten.
Befürworter lobten Schröters Aufklärungsarbeit über Gefahren des Islamismus und Extremismus. Kritiker warfen ihr vor, in ihren Analysen und öffentlichen Äußerungen zu sehr zu polarisieren. Jetzt muss Schröter zunächst die Finanzierung sicherstellen und Geldgeber für ihr Projekt finden.