In Deutschland sterben jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen durch Suizid – und damit mehr als im Straßenverkehr. Der Welttag der Suizidprävention am 10. September möchte das thematisieren. Forscher der Universität Würzburg haben anlässlich des Aktionstages eine Plakatkampagne entwickelt, die dazu einlädt, öffentlich darüber zu reden und Unterstützung anzubieten.
„Suizidprävention ist eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe und kein Randthema“, betonte Georg Fiedler von der Deutschen Akademie für Suizidprävention bei der Vorstellung der Aktion. Der Tag diene dazu, aufzuklären, zu gedenken und sich mit den Hinterbliebenen zu solidarisieren. Und es müsse klar sein, dass Kliniken, Vereine, Kirchen und Initiativen Hilfe anbieten.
Um Suiziden vorzubeugen, brauche es professionelle Hilfe und eine „Kultur, in der Menschen angesprochen werden können und in der Hilfe nicht als Scheitern erlebt wird“. Der Welttag mache sichtbar, was im Alltag häufig verborgen bleibe. Die Kampagne wolle dabei helfen, das Potenzial von Prävention hervorzuheben.
Sensibilisieren, handeln, sichtbar machen
Die crossmediale Kampagne haben Wissenschaftler der Universität Würzburg gemeinsam mit Studenten entwickelt. Die Kampagne solle für das Thema sensibilisieren, zum Handeln aufrufen und Angebote sichtbar machen. Die Materialien können frei genutzt und weitergegeben werden. Das Ansinnen bündele sich im Motto „Deine Geschichte ist nicht zu Ende”.
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PRO bei Google bevorzugenDie Kampagne richte sich an Menschen in verschiedenen Lebenssituationen und an alle, die Unterstützung brauchten oder sich um jemanden sorgten. Sie sei bewusst crossmedial konzipiert, um Menschen unterschiedlichen Alters über verschiedene Kanäle wie Radio, Zeitung, Podcasts oder Instagram zu erreichen. Entwickelt haben die Ideen 23 Studentinnen der Medienkommunikation.
Zentrale Botschaft: „Suizidprävention ist möglich“
Es brauche erreichbare Ansprechpersonen und verlässliche Informationen in den Regionen, betonte Soeren Hauke von der Arbeitsgruppe Regionale Netzwerke. Akteure müssten voneinander wissen, um Strukturen aufzubauen. Die Kampagne wolle Menschen in suizidalen Krisen, Angehörige sowie die breite Öffentlichkeit erreichen: „Sie vermittelt die zentrale Botschaft: Suizidprävention ist möglich.“
Damit diese Aktivitäten dauerhaft möglich sind, braucht es verlässliche öffentliche Unterstützung, öffentliche Anerkennung und eine auskömmliche Finanzierung. Auch Journalisten rief Georg Fiedler dazu auf, das schwierige Thema Suizid in der Berichterstattung aufzugreifen und nicht zu verschweigen. So erweitere sich das gesellschaftliche Bewusstsein für das Thema. Eine weitere politische Forderung sei eine zentrale Rufnummer, an die man sich wenden könnte. Auf den Plakaten der Kampagne selbst sei ein zentraler Hilfefinder vermerkt.
Die Informationen zu der Kampagne „Deine Geschichte ist nicht zu Ende“ und die Materialien zum Download finden sich hier.