Kirchliche Hilfswerke kritisieren Mittelkürzungen

Die Bundesregierung legt bei der Entwicklungshilfe erneut den Rotstift an – und erntet Kritik von kirchlichen Hilfswerken. Diese kritisieren zudem eine einseitige Fokussierung auf Militärausgaben.
epd und Martin Schlorke
Kind Afrika

Das katholische Hilfswerk Misereor und die Katastrophenhilfe der Diakonie haben vor Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit gewarnt. „Die Kürzungen kosten Menschenleben und schwächen unsere Partner vor Ort, die schier Unglaubliches leisten“, sagte die Präsidentin der evangelischen Hilfsorganisation, Dagmar Pruin, am Mittwoch bei der Vorstellung des Jahresberichts in Berlin. Am Vortag warnte bereits Misereor vor „fatalen Konsequenzen“ für die betroffenen Menschen und für Deutschlands Ansehen in der Welt.

Laut dem vom Bundeskabinett gebilligten Haushaltsentwurf 2027 steht dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im kommenden Jahr nur noch knapp 9,5 Milliarden Euro zur Verfügung, knapp 600 Millionen Euro weniger als in diesem Jahr. Seit 2023 hat sich dieser Etat somit stetig verringert.

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Misereor-Hauptgeschäftsführer Andreas Frick sagte: „Frieden entsteht nicht allein durch militärische Abschreckung.“ Frieden entstehe dort, „wo Menschen Perspektiven haben, wo Hunger bekämpft wird, wo junge Menschen Bildung und Arbeit finden“. Wer hier kürze, untergrabe genau jene Grundlagen, die langfristig Sicherheit ermöglichen.

Diakonie mit weniger Geld, Misereor mit Steigerung

Für die Diakonie Katastrophenhilfe seien 2025 die öffentlichen Mittel um rund ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr gesunken, die Zuwendung des Auswärtigen Amts sei mit 9,8 Millionen Euro im Vergleich sogar fast halbiert worden. Die Spendeneinnahmen des Hilfswerks blieben aber mit rund 30 Millionen Euro auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr und beliefen sich auf insgesamt 29,9 Millionen. Insgesamt setzte die Diakonie Katastrophenhilfe nach eigenen Angaben 65,2 Millionen Euro mit 113 lokalen Partnerorganisationen sowie internationalen Partnern in 42 Ländern um.

Misereor konnte im vergangenen Jahr seine Einnahmen gegenüber 2024 leicht auf 233,7 Millionen Euro steigern (plus 3,8 Millionen Euro). Dabei sank der Anteil der Spenden und Kollekte um 4,7 Millionen Euro auf 66,1 Millionen Euro. Der Anteil öffentlicher Mittel, insbesondere über das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, betrug im vergangenen Jahr 160,8 Millionen Euro, eine leichte Steigerung um 8,5 Millionen Euro.

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