Kirchen wollen weitere Kürzungen der Entwicklungshilfe verhindern

Die katholische und die evangelische Kirche warnen die Bundesregierung davor, ihr Engagement für den Globalen Süden zurückzufahren. Ein Schreiben verdeutlicht das Anliegen.
Flüchtlinge in der Stadt Bunia: Die Missionsgesellschaft DMG verteilt Hilfsgüter. Auch wenn das Foto aus dem vergangenen Jahr stammt, zeichnet sich derzeit ein ähnliches Bild ab, bis auf den Fakt, dass das Anzahl der fliehenden Menschen höher ist. Aktuell läuft wieder ein Nothilfeprojekt der Organisation.

Aus den Kirchen wird Protest gegen weitere Kürzungen bei der deutschen Entwicklungshilfe laut. Deutschland dürfe sich nicht aus der Verantwortung stehlen. „Wir appellieren an die Bundesregierung und den Bundestag: Stoppen Sie die Kürzungen“, heißt es in einem Aufruf, der von der Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Anna-Nicole Heinrich, und der Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, unterzeichnet ist und dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ vorliegt.

Knapp ein Drittel weniger Geld

Nach Angaben des Entwicklungsministeriums solle der Etat für das Haus laut Eckwertebeschluss der Bundesregierung im kommenden Jahr um knapp 600 Millionen Euro auf etwa 9,5 Milliarden Euro sinken. Damit würde er das fünfte Jahr in Folge schrumpfen und seit 2022 um knapp ein Drittel zurückgehen. Für nächste Woche wird der konkrete Haushaltsentwurf für 2027 erwartet.

„Gerade jetzt, wo Kriege und Krisen das Weltgeschehen beherrschen, soll dort gespart werden, wo Leben gerettet, Hunger bekämpft und Frieden gestärkt wird“, heißt es in dem Kirchen-Appell laut „Redaktionsnetzwerk Deutschland“, der von der Kirchenpräsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche, Susanne Bei der Wieden, mitgetragen werde. Wer heute bei der Entwicklung, Gesundheit und dem Wohle der Menschen spart, zahle morgen für Krisen, Konflikte und Instabilität, werde gewarnt.

epd
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