Gebet bei der WM: Das sagen die FIFA-Regeln

Felix Nmecha ist längst nicht mehr der einzige Fußballer, der bei der WM auf dem Rasen betet und seinen Glauben bekennt. Doch was sagen die Regeln des Weltfußballverbands FIFA eigentlich dazu?
Von Martin Schlorke
Die Fußball-WM

Fußballer beten, bekreuzigen sich oder tragen christliche Tattoos. Auf vielfältige Art und Weise bezeugen christliche Fußballer bei der Fußballweltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA ihren Glauben. Allen voran das gemeinsame Gebet von Felix Nmecha und Jonathan Tah mit mehreren Spielern von Curaçao sorgte für mediale Aufmerksamkeit. Aber auch Spieler der USA oder Ghanas beten mittlerweile gemeinsam auf dem Rasen. Doch ist das eigentlich erlaubt?

Antworten finden sich zum einen in den FIFA-eigenen Disziplinarregeln und im international anerkannten Fußball-Regelwerk des IFAB-Gremiums. Auf mehr als 230 Seiten werden dort detailliert die Regeln zum Fußballspielen erklärt ­– darunter auch jene, die Glaubensbekenntnisse betreffen. Zum Thema der persönlichen Religionsausübung findet sich ein Absatz im Regelwerk. Demnach ist es Spielern verboten, Ausrüstung zu tragen, die „politische, religiöse oder persönliche Slogans, Aussagen oder Bilder aufweist“.

Heißt: Glaubensbotschaften auf Unterhemden, wie die Weltmeistermannschaft aus Brasilien von 2002 getragen hat, sind während des Spiels verboten. Dennoch hat beispielsweise der Ivorer Emmanuel Agbadou bei der aktuellen WM eine entsprechende Botschaft gezeigt – allerdings erst nach Abpfiff.

Und auch Accessoires wie das „I belong to Jesus“-Armband (deutsch: „Ich gehöre zu Jesus“) von Belgiens Jeremy Doku sind während des Spiels nicht erlaubt. Doku trug das entsprechende Armband daher nur bei der Platzbegehung im Vorfeld des Spiels.

In den Disziplinarregeln der FIFA heißt es zudem, dass es verboten ist, „mit Gesten, Worten, Gegenständen oder sonstigen Mitteln unangemessene Botschaften“ zu übermitteln. Gemeint seien damit ideologische, politische, aber auch religiöse Botschaften.

Das Bekreuzigen beim Betreten des Spielfeldes oder ein kurzes Stoßgebet gen Himmel nach einem Tor ist damit jedoch nicht gemeint. Auch der Torjubel von Felix Nemcha fällt nicht unter dieses Verbot. Der 25-Jährige hatte sich im ersten Gruppenspiel gegen Curaçao zunächst auf den Boden gekniet und mit seiner rechten Hand gen Himmel gezeigt. Anschließend setzte er eine imaginäre Krone ab. Eine Geste, die zeigen soll, dass Jesus Herr über allem ist. Entscheidend ist dabei nur, dass solche Gesten das Spielgeschehen nicht verzögern.

Zudem müssen religiöse Tattoos nicht verdeckt werden. Der argentinische Superstar Lionel Messi etwa trägt am rechten Oberarm ein großes Gesicht von Jesus.

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