Fußball-WM: Jonathan Tah möchte weiter mit seinen Gegnern beten

Jonathan Tah möchte es wieder tun. Nach dem Spiel gegen Curaçao hat der deutsche Nationalspieler gemeinsam mit den Gegnern gebetet. Gegenüber „Magenta TV“ betonte er, dass er dies auch im weiteren Turnierverlauf machen möchte.
Von Johannes Blöcher-Weil
Der deutsche Fußballnationalspieler Jonathan Tah möchte auch in Zukunft mit seinen Gegnern beten

Das Bild ging um die Welt. Nationalspieler aus Deutschland und Curaçao standen nach dem Ende der Partie im Mittelkreis und beteten. Nationalspieler Jonathan Tah möchte dieses Ritual im Turnierverlauf wiederholen. Dem Fernsehsender „Magenta TV“ sagte er: „Ich bin dabei und wir werden das auch weiter fortführen, weil es am Ende, glaube ich, ein schönes Zeichen ist einfach.“

Gemeinsam mit fünf Gegenspielern hatten sich Tah und sein Nationalmannschaftskollege Felix Nmecha im Mittelkreis getroffen. Laut Tah sei die Initiative dafür von Nmecha ausgegangen und dieser habe ihn gefragt, ob er Bock hätte, dabei zu sein. Tah bekräftigte, dass es dabei um mehr als Fußball gehe: „Es geht um Liebe, es geht um Nächstenliebe, es geht um Frieden, Dankbarkeit. Das sind die Werte, die wir nach außen vermitteln wollen.“

Laut Spiegel Online“ reden Tah und Nmecha öfter gemeinsam über ihren Glauben. Schon nach dem Freundschaftsspiel gegen die USA vor wenigen Wochen hätten sie mit ihren Gegnern gebetet. Weil Nmecha zudem einen Spieler aus Curaçao kenne, habe man beschlossen, das auch nach dem Auftaktspiel zu wiederholen.

Felix Nmecha: „Ein sehr besonderer Moment“

Nmecha hatte nach dem Auftaktspiel erklärt, dass man zwar im Spiel Gegner sei, aber nach dem Abpfiff Brüder. Gemeinsam zu beten sei etwas sehr Schönes: „Das war ein sehr besonderer Moment“, betonte Nmecha.

Die Meinungen zu der Aktion in Houston waren überwiegend positiv ausgefallen, aber es gab auch kritische Stimmen (PRO berichtete). Unterstützung bekamen die beiden Nationalspieler aus den eigenen Reihen. Teamkollege Antonio Rüdiger fand an der sehr persönlichen Aktion „nichts Falsches“. Aus der Sicht des praktizierenden Muslims sei die Szene medial aufgebauscht worden.

In anderen Ländern äußern sich Fußballprofis häufiger öffentlich zu ihrem Glauben. Felix Nmecha hatte in der Vergangenheit mit seinen Veröffentlichungen in den sozialen Netzwerken Kritik ausgelöst, weil er Inhalte geteilt hatte, die als homophob und queerfeindlich gewertet wurden.

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