Kiewer Höhlenkloster brennt nach russischen Angriffen

Russland hat wieder massive Luftangriffe gegen die Ukraine geflogen. Dabei setzen sie auch das Kiewer Höhlenkloster in Brand. Noch ist unklar, ob dafür direkte Einschläge russischer Geschosse oder herabfallende Trümmer verantwortlich waren.
Von Johannes Blöcher-Weil
Ein Bild aus besseren Tagen: das Höhlenkloster in Kiew

Das Kiewer Höhlenkloster gilt als Wahrzeichen der ukrainischen Hauptstadt. Nach massiven russischen Angriffen steht deren Hauptkirche jetzt in Brand. „Nach operativen Informationen gibt es ernsthafte Schäden auf dem Gelände des Höhlenklosters“, schrieb der Leiter der Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, bei Telegram.

Das jahrhundertealte Kloster ist Unesco-Weltkulturerbe. Die Anlage mit Ursprüngen im 11. Jahrhundert zählt zu den bedeutendsten historisch-religiösen Stätten des Landes. Sie umfasst mehrere Kirchen, Museen und unterirdische Höhlen mit Überresten orthodoxer Geistlicher. Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko sprach von einem brutalen Angriff auf das ukrainische Erbe.

Metropolit: „Weiteres russisches Verbrechen gegen die Menschlichkeit“

Auch das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche der Ukraine, Metropolit Epifanij, verurteilte den russischen Angriff in seiner Stellungnahme scharf. Er sprach laut kath.press von einem „weiteren russischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, gegen die Geschichte und gegen das Christentum“. Er bitte um Gebete, damit dieses Heiligtum vor der Zerstörung bewahrt werde.

Durch die Einschläge wurde nicht nur die Mariä-Entschlafens-Kathedrale, eine der Hauptkirchen des Klosters, getroffen. Der Angriff richtete auch erhebliche Zerstörungen an Wohnhäusern und weiteren Gebäuden des Klosterkomplexes an. Das Kloster gilt als Wiege des ostslawischen Christentums und war bisher von Angriffen weitgehend verschont geblieben.

Der frühere Sondergesandter der US-Regierung für die Ukraine, General Keith Kellogg, bezweifelte öffentlich die militärische Notwendigkeit dieses Angriffs. Er zog Parallelen zu den deutschen Bombenangriffen auf die Londoner St. Paul’s Cathedral im Jahr 1940.

Bei den aktuellen Angriffen in der Ukraine kamen laut Medienberichten mehrere Menschen ums Leben und Dutzende wurden verletzt. Über 100.000 Menschen sind aktuell ohne Strom. Unterdessen meldeten auch die russischen Behörden Angriffe auf ihr Land.

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