100 Jahre VEF: EKD lobt Freikirchen, Katholiken gestehen Schuld ein

Am Mittwoch hat die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) ihr hundertjähriges Bestehen gefeiert. Vertreter der beiden großen Kirchen würdigten die Freikirchen als wertvolle Partner – und dankten für eine politische Stellungnahme.
Von Martin Schlorke
Kirsten Fehrs

Die Vereinigung der Evangelischen Freikirchen (VEF) hat am Mittwoch ihren 100. Geburtstag mit einem Festakt und einem Gottesdienst in Berlin gefeiert. Neben Vertretern der Mitgliedskirchen kamen auch Repräsentanten der beiden großen Kirchen in Deutschland. Die Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, würdigte in ihrem Grußwort die Freikirchen als einen wichtigen Partner für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und ökumenische Zusammenarbeit. „In allen großen Fragen können wir gemeinsam sagen, dass das, was uns verbindet, ungleich bedeutender ist als das noch verbliebene Trennende.“ Verbindend wirke dabei nicht zuletzt die geistliche Dimension des Engagements der Freikirchen.

Zugleich lobte die Ratsvorsitzende die Positionierung der VEF gegen politische Vereinnahmung. „Wer versucht, einen Keil zwischen unsere Kirchen zu treiben, scheitert an unserer gelebten Geschwisterlichkeit. Für diese immer wieder öffentlich sichtbare Haltung bin ich den Freikirchen sehr dankbar.“ Namentlich erwähnte sie dabei Konstantin von Abendroth, den Beauftragten der VEF am Sitz der Bundesregierung. Dieser hatte sich gegen eine Vereinnahmung der Freikirchen durch die AfD in Sachsen-Anhalt positioniert und die beiden großen Kirchen in Schutz genommen.

Auch der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), Rev. Christopher Easthill, und Bischof Emanuel von Christoupolis von Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) lobten diese Positionierung.

Katholiken gestehen Schuld ein

Der Vorsitzende der Ökumenekommission der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Magdeburger Bischof Gerhard Feige, nannte die VEF eine „ökumenische Pionierin“. Und weiter: „Ich tue dies im Wissen darum, dass die katholische Kirche im Umgang mit den Freikirchen Schuld auf sich geladen hat und sie erst lernen musste, die Freikirchen als ökumenische Partner wahrzunehmen und zu respektieren.“ Er könne die Schuld der Vergangenheit nicht ungeschehen machen. Aber das Eingeständnis der Schuld könne helfen, die positive Entwicklung der Zusammenarbeit fortzuschreiben.

Helfen Sie PRO mit einer Spende
Bei PRO sind alle Artikel frei zugänglich und kostenlos - und das soll auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unterstützen Sie jetzt PRO mit Ihrer Spende.

Ihre Nachricht an die Redaktion

Sie haben Fragen, Kritik, Lob oder Anregungen? Dann schreiben Sie gerne eine Nachricht direkt an die PRO-Redaktion.

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen