Politikerin nach Schüssen auf Jesus-Bild zu Geldstrafe verurteilt

Im Herbst 2024 hat die schweizerische Politikerin und Hobby-Schützin Sanija Ameti mit einer Sportpistole auf ein Jesus-Bild geschossen – und das auf Social Media geteilt. Nun wurde sie zu einer Geldstrafe verurteilt.
Von Martin Schlorke
Pistole

Umgerechnet 544 Euro muss die schweizerische Politikerin Sanija Ameti Strafe zahlen, weil sie im September 2024 mit einer Sportpistole auf ein Jesus-Bild geschossen hat. Das entschied das Zürcher Bezirksgericht. Darüber hinaus setzte es 3.268 Euro zur Bewährung aus.

Die Richter begründeten die Strafe damit, dass durch das Schießen und die anschließende Veröffentlichung auf Instagram der Strafbestand der Störung der Glaubensfreiheit erfüllt sei. Zwar sah der Richter die Gefühle von Christen verletzt, allerdings unterstellte er Ameti keine Absicht. Zudem habe sie ihren Fehler schnell eingesehen und sich entschuldigt. Die Staatsanwaltschaft hatte eine höhere Geldstrafe gefordert. Aus ihrer Sicht habe Ameti mit der öffentlichen Inszenierung ihrer Schießübung „maximale Geringschätzung“ gegenüber gläubigen Christen zum Ausdruck gebracht.

Foto: @sanija.ameti (Screenshot SRF)
Unter anderem dieses Bild hatte die Politikerin auf Instagram geteilt

Die Verteidigung hatte dagegen Freispruch gefordert, berichtet das SRF. Ameti habe nicht bewusst die Jesus-Darstellung gewählt, sondern einfach irgendein Bild aus einem Auktionskatalog gerissen und als Zielscheibe verwendet. Zudem sei sie zu der Zeit überarbeitet und in einem emotionalen Ausnahmezustand gewesen.

Keine Entschädigung für Kläger

Wie das SRF berichtet, erhalten nach dem Urteil die zahlreichen Privatkläger keine Entschädigung. Sie können diese jedoch über den zivilrechtlichen Weg einfordern. Ameti selbst hatte sich nicht vor Gericht geäußert. Die 33-Jährige bezeichnet sich selbst als Atheistin. Medienberichten zufolge stand sie wegen massiver Anfeindungen nach ihrem Post zeitweise unter Polizeischutz. Zudem ist sie nicht mehr Mitglied der Grünliberalen Partei (GLP) und wird ihren Sitz im Zürcher Stadtparlament bei der Wahl im März nicht verteidigen.

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