Im US-Bundesstaat Minnesota hat am Mittwochmorgen (Ortszeit) eine Transfrau an einer katholischen Schule mehrere Menschen verletzt und getötet. Robin Westman, geboren als Robert Westman, nahm sich nach der Tat auf dem Parkplatz der Schule das Leben.
Wenn Menschen ermordet werden, macht uns das betroffen. Und es liegt in der Natur des Menschen, dass er nach Gründen sucht, um solche Horrortaten zu verstehen. Wie auch sonst sickerten kurz nach der Tat Informationen über den Täter durch. „Konservativen“ Kommentatoren wie dem Journalisten Matt Walsh war sofort klar, dass Westmans geschlechtliche Orientierung der Grund für den Amoklauf war: „Nun sterben unschuldige Kinder, weil so viele Menschen zu feige waren, um dagegen (Transgenderismus, d. Red.) aufzustehen“.
Sogar die Regierung schaltete sich ein. US-Heimatschutzministerin Kristi Noem betonte in einem Post auf „X“, dass nun bestätigt sei, dass der Täter „behauptete“, „transgender“ zu sein. Zudem sei er ein „geistesgestörtes Monster“ und „tief kranker Mörder“. Damit legte sie zumindest implizit nahe, dass alle Transmenschen potenzielle Amokläufer sind.
Was Noem und viele andere nicht erwähnten: Westman war ganz offensichtlich psychisch krank. Auf seine Waffe kritzelte er Sprüche wie „Wo ist euer Gott jetzt?“ oder „Tötet Donald Trump“, aber auch „sechs Millionen waren nicht genug“ (ein Bezug auf den Holocaust), „Israel muss untergehen“ oder „Atombombe auf Indien“.
Zuvor hatte Westman wirre Videos gepostet, in denen er seine Tat ankündigte, aber auch angab, krank zu sein. Er schrieb laut „New York Post“ sogar, er habe genug davon, trans zu sein, er wünsche sich, er hätte sich selbst nie „gehirngewaschen“.
Ein Mörder mit antichristlicher Queer-Agenda scheint Westman also nicht gewesen zu sein. Sein Hass schien sich gegen schlicht alles zu richten. Wahrscheinlich auch gegen sich selbst. Die Frage ist: War die Transgeschlechtlichkeit Ursache für den Amoklauf? Oder anders gefragt: Wäre Westman nicht trans gewesen, hätte er dann nicht geschossen? Wohl kaum.
Es gibt viele Gründe für die immer wiederkehrenden Amokläufe in den Vereinigten Staaten. Der Horrorbuch-Autor Stephen King, selbst Christ, nannte einen der wichtigsten: „Ob er trans war oder nicht, ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass er eine Schusswaffe hatte.“