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800 Millionen Euro weniger Kirchensteuer

Die Corona-Pandemie belastet die Kassen der Kirchen. Eine Studie zeigt, dass die Einnahmen aus der Kirchensteuer 2020 um rund 800 Millionen Euro geschrumpft sind.
Von Norbert Schäfer
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Nach Angaben einer Studie bezahlt statistisch gesehen derzeit ein Kirchenmitglied durchschnittlich etwa 300 Euro Kirchensteuer im Jahr

Die Corona-Pandemie hat negative Auswirkungen auf die Finanzen der Kirchen. Das zeigt eine Studie des Institutes der deutschen Wirtschaft (IW). Demnach schrumpften bei den Kirchen 2020 die Einnahmen aus der Kirchensteuer um rund 800 Millionen Euro. Evangelische und Katholische Kirche nahmen demnach 2020 insgesamt rund 11,9 Milliarden Euro ein. Das bedeutet gegenüber 2019 ein Minus von rund sechs Prozent. Die Kirchen selbst hatten mit einem massiveren Rückgang der Einnahmen gerechnet. Endgültige Zahlen der Kirchen werden erst im Laufe des Jahres veröffentlicht.

Als Bemessungsgrundlage für die Kirchensteuer werden Lohn- und Einkommenssteuer herangezogen. Weil Bund und Länder 2020 deutlich weniger Steuern eingenommen haben als vor der Corona-Pandemie, waren auch die Kirchensteuereinnahmen rückläufig. „Der Einnahmerückgang wiegt für die Kirchenkassen jedoch schwerer als für die Staatskassen, weil der Staat ausbleibende Einnahmen einfacher und günstiger über neue Kredite finanzieren kann“, heißt es in der IW-Studie. Diözesen und Landeskirchen müssten in der Krise auf ihre Rücklagen zurückgreifen.

Demografischer Wandel erhöht Druck

Die Studie geht davon aus, dass die Kirchensteuereinnahmen trotz eines weiterhin zu erwartenden Mitgliederrückgangs voraussichtlich im Jahr 2022 wieder das Vorkrisenniveau erreichen. „In realen Größen, also kaufkraftbereinigt, werden die Steuereinnahmen erst im Jahr 2025 wieder dem Wert des Jahres 2019 entsprechen“, lautet es in der Studie. Bis dahin steige das nominale Aufkommen der Kirchensteuer auf schätzungsweise rund 14 Milliarden Euro.

Obwohl sich die Steuereinnahmen kurzfristig erholen werden, steht die Kirche der Studie zufolge langfristig unter Druck. In den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl der Kirchenmitglieder um ein Fünftel auf rund 43 Millionen Menschen gesunken. Neben dem Mitgliederrückgang komme der demografische Wandel verstärkt zum Tragen. Mehr und mehr würden die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen und dann weniger Einkommensteuer – damit auch weniger Kirchensteuer – bezahlen als in ihrer Erwerbsphase.

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2 Antworten

  1. Ich kann nur noch beten. Möge es auf Null zurückgehen. Sollen doch diese rundum versorgten Kirchenbeamten und Manager ihr ganz persönliches Scherflein dazu beitragen. Vielleicht wird es dann besser.
    Wenn die Kirche mit der Politik hurt, dann kann das niemals gut gehen. Da ist kein Segen drauf. Steht so in der Offenbarung. Wer liest die denn schon?

  2. Die Diskussion um das Verhältnis von Kirche und Staat füllt Bibliotheken und ist selbst im NT keinesfalls eindeutig geklärt. Neben der Apk gibt es auch Röm 13 und Mt 22. Das NT ist einfach selbst ein Produkt verschiedener geschichtlicher Entwicklungslinien.
    Aber Michael mit apokalyptischem Furor und einem wirklich frommen Wunsch an die Adresse der Kirchen bringt es einmal wieder auf den Punkt, wie differenziert und gedankenvoll eine fundamentalistische Totalabrechnung aussieht! Das erträgt man nur mit ganz viel christlichem Erbarmen (oder Sarkasmus)!
    Man wünscht PRO von Herzen viele Leser auch und gerade außerhalb christlicher Milieus, aber es ist angesichts solcher Kommentare zu hoffen, dass sich solch kritische Geister nicht in den Kommentarteil verirren.

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