Smartphones sind ein bisschen wie Süßigkeiten. Wenn man mit Eltern darüber spricht, geht es immer um dieselben Fragen: Ab wann sind sie für Kinder geeignet? Wie viel ist noch vertretbar? Oder soll man sie gleich ganz weglassen, weil sie ohnehin nur schaden?
Einen Unterschied gibt es allerdings: Anders als bei Gummibärchen und Schokolade ist sich die Wissenschaft nicht einig, welche Auswirkungen Smartphones auf Kinder haben. Die kleinen Wischgeräte und deren Apps gibt es eben noch nicht lange – die Forschung hinkt hinterher. Dass exzessive Smartphonenutzung allerdings sicher nicht hilfreich ist, wissen die meisten Eltern zu berichten. Und erste Ergebnisse gibt es durchaus.
Ein eigenes Smartphone kann schon im frühen Jugendalter zu gesundheitlichen Risiken führen. Das zeigt eine US-Studie mit 10.588 Kindern, die im Januar 2026 in der Fachzeitschrift „Pediatrics“ erschien. Zwölfjährige mit eigenem Smartphone hatten gegenüber Gleichaltrigen ohne Gerät ein um 31 Prozent höheres Risiko für Depressionen, ein um 62 Prozent höheres Risiko für zu wenig Schlaf und eine um 40 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für Adipositas. Unter den Kindern, die mit zwölf noch kein Smartphone hatten, zeigten diejenigen, die bis zum 13. Geburtstag eines bekamen, ein Jahr später ebenfalls häufiger zu wenig Schlaf und klinisch relevante psychische Auffälligkeiten.
Klare Regeln helfen, auch wenn sie mehr Arbeit bedeuten.
Laut KIM-Studie („Kinder, Internet, Medien“, 2024) ist es allerdings nicht die Ausnahme, sondern die Regel, dass schon Kinder Smartphones besitzen. 79 Prozent der Zwölf- und Dreizehnjährigen haben eins, bei den Zehn- bis Elfjährigen sind es zwei Drittel. Im Durchschnitt geben Eltern ihren Kindern ein eigenes Smartphone, wenn diese neun Jahre alt sind. Das fand die Bitkom-Elternstudie 2025 heraus.
Es braucht Regeln – am besten für die ganze Familie
Natürlich gibt es auch Gründe dafür, dass Kinder Smartphones nutzen dürfen, schließlich kommt es auch auf die Art der Nutzung an. Wenn Kinder ein Handy haben, um unterwegs die Eltern anrufen zu können, ist dagegen nichts einzuwenden, im Gegenteil. Lernapps und Hörspiele können dem Kind ermöglichen, die digitale Technik auf gesunde Weise kennenzulernen. Oder zumindest gesünder, als wenn Kinder unkontrolliert bunt blinkende Spiele daddeln, auf dubiosen Websites surfen und sich von Tiktok-Videos berieseln lassen. Wer im Supermarkt oder im Park unterwegs ist, wird beobachtet haben, dass es nicht wenige Kinder gibt, die das tatsächlich dürfen.
Einig sind sich Medienexperten in einem: Es braucht klare Regeln – und im Zweifel eher strengere als zu lasche. Ein Kind verpasst wenig bis nichts, wenn es mit acht Jahren keinen Zugang zum Smartphone hat. Das zum Gesundheitsministerium gehörende Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit gibt dennoch Tipps. Demnach sollen Kinder bis drei Jahre von Bildschirmen jeglicher Art ferngehalten werden, auch vom Fernseher. Bis sechs Jahre empfiehlt das Institut bis zu 30 Minuten an einzelnen Tagen, allerdings zusammen mit den Eltern und nur mit hochwertigen Inhalten. Auch bei bis zu Neunjährigen sollen die Eltern möglichst die Nutzung begleiten, das Internet ist tabu. Erst später sei ein Internetzugang vertretbar, allerdings bis zwölf Jahren nur unter Aufsicht. Dass die Geräte über entsprechende Kindersicherungen und Bildschirmzeiten von den Eltern beschränkt werden müssen, versteht sich von selbst. Selbst bei 16- bis 17-Jährigen empfiehlt das Institut strenge Regeln: Zwei Stunden maximal täglich und regelmäßiger Austausch über die Handynutzung.
Doch selbst die besten Regeln helfen nicht, wenn nicht die Eltern mit gutem Beispiel vorangehen. Schließlich lernen Kinder vor allem durch Nachahmung. Daher ist es ratsam, Handyregeln als ganze Familie festzulegen – und sich natürlich auch daran zu halten.
Der Artikel ist erstmals in der Ausgabe 4/2026 des Christlichen Medienmagazins PRO erschienen. Das Heft können Sie hier kostenlos bestellen.