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Zentralkomitee der deutschen Katholiken wählt Irme Stetter-Karp an die Spitze

Die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) wählte am Freitag Irme Stetter-Karp zur Präsidentin. Inhaltlich stehen Reformen im Mittelpunkt der Tagung.
Von Johannes Schwarz
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Irme Stetter-Karp

Foto: KNA/ Dieter Mayr

Stetter-Karp möchte mit „Leidenschaft“ die nächsten sechs Jahre gestalten

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, der katholische Laienverband, wählte am Freitag zu Beginn der zweitägigen Vollversammlung in Berlin die 65-jährige Irme Stetter-Karp zur neuen Präsidentin. Sie folgt damit auf den bisherigen Präsidenten Thomas Sternberg. Von 190 abgegebenen Stimmen entfielen 149 Stimmen auf Stetter-Karp. Ihr Gegenkandidat Ulrich Hemel (65) erhielt 41 Stimmen.

Die 1956 in Ellwangen geborene Stetter-Karp ist mit dem Votum für sechs Jahre zur Präsidentin des ZdK gewählt worden. Sie werde „es wirklich mit Leidenschaft machen“, äußerte sich die neu gewählte Präsidentin nach der Wahl.

In ihrer Bewerbungsrede machte Stetter-Karp deutlich, dass der Reformprozess, der bereits im ZdK und in der gesamten katholischen Kirche begonnen habe, weiter vorangetrieben werden müsse. In Zusammenarbeit mit dem Präsidium und weiteren Komitee-Organen wolle sie daran arbeiten, die zentralen Aufgaben zu bewältigen. Hierzu gehöre die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche, die zusammen mit der Deutschen Bischofskonferenz im sogenannten Synodalen Weg organisiert wird. Verantwortung müsse die katholische Kirche und somit das ZdK allerdings auch bei gesellschaftspolitischen Aufgaben übernehmen, beispielsweise im sozialen und Umweltbereich.

Stetter-Karp ist seit November 2020 Präsidentin des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge. Der Verein bündelt alle Akteure der sozialen Arbeit in Deutschland. Außerdem ist Stetter-Karp derzeit Vizepräsidentin des deutschen Caritasverbands. Vor ihrem beruflichen Ruhestand war sie lange Zeit in der Diözese Rottenburg-Stuttgart und bei der Caritas tätig.

Vollversammlung mit vollem Programm

Der scheidende Präsident Sternberg gab vor der Wahl seinen letzten Bericht vor der Versammlung ab. Er bilanzierte, dass die katholische Kirche wichtige Anfänge bei Reformbemühungen gemacht habe, es jedoch noch ein langer Weg sei. Sternberg mahnte die Kirche, sichtbarer zu werden, besonders in der gegenwärtigen Corona-Pandemie. Ebenso betonte er die Wichtigkeit des Synodalen Weges für das ZdK und die katholische Kirche.

Neben der Wahl der Präsidentin und weiteren Wahlen in verschiedene Gremien stehen weitere Tagesordnungspunkte an. Ebenfalls am Freitag ist eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der wahrscheinlich künftigen neuen Regierung geplant wie auch eine Eucharistiefeier. Am Samstag beschäftigt sich die Vollversammlung neben formalen Punkten zentral mit dem Umgang und der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs.

Das Zentralkomitee ist der wichtigste Zusammenschluss katholischer Laien. Mitglieder sind Vertreter der Diözesanräte sowie anderer Organisationen und Persönlichkeiten.

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3 Antworten

  1. Da gibt es den Klerus und damit verbunden eine straffe globale Organisation die den Laden zusammen hält, dann noch die vielen Laien-Gremien auf nationaler Ebene. Als Ganzes ein undurchschaubares System, durch Machtkämpfe, Intrigen und Fehlverhalten eigentlich abstoßendes religiöses Gebilde, das so gut wie gar nichts mehr mit der Gemeinde Jesu der ersten Jahrhunderte gemein hat.
    Mich wundert, dass die Leute in nicht noch größeren Scharen davonlaufen !
    Und mir fehlt der Glaube, dass der Herr diesen Moloch als “seinen Leib ” versteht.
    Ungeachtet dessen, anerkenne ich die vielen ernsthaften Christen, Profis und Laien, die sich als Nachfolger Jesu sehen und sich dieser Kirche verpflichtet fühlen.
    Perspektivisch sehe ich aber eine Trennung von “Namenschristen” und diesen Nachfolgern, die “vorgetäuschte Einheit” wird sich auflösen , analog zur Auflösung der Glaubensfundamente.
    Es wird so etwas wie ein Ökumene geben, aber das wird eine Graswurzelbewegung sein in der Konfessionszugehörigkeit eine untergeordnete Rolle spielen wird.
    Diese Menschen werden sich nicht um Systeme und “Gurus” herum versammeln sondern um die wichtigste Person im Universum, JESUS CHRISTUS !
    (ich gebe zu, da ist der Wunsch der Vater des Gedankens)

    1. @stammtischbruder: Es ist in dieser Kirche nicht viel anders als in allen anderen Gemeinschaften oder Kirchen auch. Ich hoffe, Sie beten für sie.

      1. Jetzt haben sie mich aber erwischt, nein für die kath. Kirche bete ich ehrlich gesagt nicht.
        Und sie haben recht, die EKD und auch Freikirchen haben ihre eigene Problematik.
        Aber mit dem Anspruch, die allein seligmachende Kirche zu sein und dem Papsttum hat die kath. Kirche ich muss es leider so deutlich sagen etwas sektenhaftes an sich.
        Leider hat die EKD für ein Linsengericht ihr “Erstgeburtsrecht” verspielt. Entgegen der allgemeinen Bewertung würde ich nämlich behaupten, dass die Protestanten am ehesten in der Tradition des apostolischen Modells stehen. Lang lang ists her.
        Die Zukunft ist freikirchlich, oder es entwickeln sich Strukturen parallel zu den Volkskirchen, so eine Art Neo-Pietismus.

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