Das christliche Medienmagazin

ZDF besucht Freikirche und christlichen Youtuber

Welche Bedeutung hat der Glaube für junge Menschen? Diese Frage stellt das ZDF in der Reihe „37°Leben“ Muslimen, Juden, aber auch freikirchlichen Christen.
Von Jörn Schumacher

Foto: ZDF und Kunamo Wiesbaden

Magali (l.) singt Lobpreislieder in einem christlich-freikirchlichen Gottesdienst in ihrer Gemeinde

In vier Folgen der ZDF-Reihe „37°Leben“ geht es um die Frage: „Warum glaubst du?“. Die ZDF-Moderatorin Saadet Czapski arbeitet sich dabei an den großen Themenkomplexen Liebe, Hoffnung, Tod und Schuld ab und begegnet jungen Menschen unterschiedlicher Religionen. Mit dabei sind die Freikirche ICF und der christliche Youtuber Johannes Mickenbecker. Die Filme sind immer sonntags um 9.03 Uhr im ZDF zu sehen, die ersten beiden Folgen sind bereits in der ZDF-Mediathek verfügbar.

Foto: ZDF und Kunamo Wiesbaden
Moderatorin Saadet Czapski spricht mit Johannes Mickenbecker über den Tod seines Bruders Philipp. Er glaubt daran, ihn im Himmel wiederzusehen.

In der ersten Folge am kommenden Sonntag, 27. November, trifft Czapski gläubige Menschen, um sie über das Thema Liebe und Ehe zu befragen. Wie passen Glaube und Liebe zusammen? Lieben religiöse Menschen anders? Die Moderatorin trifft Katharina und Benedikt, die beide katholisch sind und sich an der katholischen Hochschule kennen gelernt haben. Dem Paar war es wichtig, dass der Partner gläubig ist. Verhütung ist für sie kein Problem, und auch Scheidung sei in Notfällen nicht undenkbar. „Gott will ja auch nicht, dass jemand sich wie an den anderen gefesselt fühlt“, sagt Benedikt.

„Glaube macht ihre Beziehung unglaublich fest.“

Beten bedeute für ihn: „Zu wissen, wenn ich’s nicht geregelt bekomme, dann ist da jemand Größeres hinter mir, der es auf jeden Fall schafft und uns stützt, wenn es einmal gerade nicht so läuft.“ Beide Ehepartner glauben zudem an ein Leben nach dem Tod. Nach dem Besuch stellt die Moderatorin fest, dass katholisch zu leben nicht unbedingt bedeute, konservativ und regeltreu zu sein. In Bezug auf ihre Gesprächspartner merkt sie an: „Glaube macht ihre Beziehung unglaublich fest.“

Czapski trifft danach Hannah und Zakaria, die seit drei Jahren verheiratet sind. Sie ist gläubige Katholikin, er Muslim. Geheiratet haben sie nach muslimischer Tradition, und auch ihre Kinder sollen muslimisch erzogen werden. Zakaria gesteht ein, dass seine Frau mehr Kompromisse in ihrem Glauben mache als er. „Ich als Muslim habe mehr Regeln.“ Auch das Thema Homosexualität spricht die erste Folge der ZDF-Reihe an. Czapski trifft den jungen Religionswissenschaftler Monty, der bisexuell und Jude ist. In seiner Gemeinde sei er akzeptiert, sagt Monty. Er sei queer-jüdisch, und beides könne er nicht voneinander trennen. Er habe zudem ein queer-jüdisches Netzwerk namens Keshet (hebräisch für Regenbogen) gegründet.

Worship-Songs, die helfen

In der zweiten Folge, die am 4. Dezember läuft, geht es um das Thema Hoffnung. „Wird am Ende wirklich alles gut?“, fragt Czapski junge religiöse Menschen. Benjamin litt früher an extremen Migräneanfällen. Er brauchte sogar Notfallspritzen und Sauerstoff, um mit den Anfällen einigermaßen klar zu kommen. Mit 18 hatte er wenig Hoffnung, sagt Benjamin. „Irgendetwas muss ich machen“, sagte er sich und beschäftigte sich mit dem Buddhismus. „Die Migräneanfälle waren weg, einfach so“, sagt er heute. Er glaube aber nicht an Wunder, sondern vermutet eher eine „profane neurobiologische Erklärung“. Das Phänomen faszinierte ihn so sehr, dass er Neurowissenschaftler wurde und nun an der Auswirkung von Meditation auf den Körper forscht.

Czapski trifft in der Folge zudem Diana und Baraa, die sich in einer muslimischen Umweltorganisation engagieren. Umweltschutz sei aus muslimischer Perspektive für viele Gläubige noch neu, stellen sie fest. Die beiden haben für ihr Tun eine starke religiöse Motivation. „Wir tragen eine Verantwortung für das, was Gott geschaffen hat“, sagt Diana.

Zuletzt nimmt die junge Christin Magali die Moderatorin mit in einen Worship-Gottesdienst ihrer freikirchlichen Gemeinde, dem ICF München. „Die Lobpreis-Lieder haben Magali in einer Zeit Kraft gegeben, in der es ihr sehr schlecht ging“, erklärt Czapski. Die Gottesdienste finden in dem Gebäude einer Discothek statt, was die Moderatorin zunächst irritiert. Magali erklärt ihr: „Wir gehen feiern, aber wir feiern Gott.“ Wenn sie die Lieder singe, spüre sie, wie Gott zu ihr spreche, sagt die junge Christin. „Für mich ist Gott wie ein tröstender, liebevoller Vater.“

Zu Besuch bei Johannes Mickenbecker

In der dritten Folge der Reihe geht es um den Tod – die Ausstrahlung ist am 11. Dezember. Darin trifft Czapski unter anderem den gläubigen YouTube-Star Johannes Mickenbecker, dessen Zwillingsbruder Philipp im Sommer 2021 an Lymphdrüsenkrebs starb. Gemeinsam betrieben die beiden den erfolgreichen YouTube-Kanal „The Real Life Guys“. 

In der vierten und letzten Folge (18. Dezember) geht es um Schuld. Wie kann Religion helfen, wenn man etwas vermasselt hat, fragt die Moderatorin zum Beispiel Georgiy, der Jude ist und an Jom Kippur, dem Fest der Versöhnung das letzte Jahr Revue passieren lässt und schaut, ob er sich noch bei irgendjemandem entschuldigen muss.

37°Leben: Warum glaubst du? Alle vier Teile immer sonntags, ab 27. November 2022, um 9.03 Uhr. Sonntag, 27. November 2022: „Die Liebe“
Sonntag, 4. Dezember 2022: „Hoffnung“
Sonntag, 11. Dezember 2023: „Der Tod“
Sonntag, 18. Dezember 2023: „Die Schuld“

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