Das christliche Medienmagazin

YouTube: Polnischer Dokumentarfilm erreicht Millionen

Ein polnischer Dokumentarfilm über sexuellen Missbrauch katholischer Geistlicher an Kindern und Jugendlichen zieht auf YouTube Millionen an. Es ist der zweite Film des Journalisten Tomasz Sekielski zu dem Thema.
Von Norbert Schäfer
Betroffene von sexuellem Missbrauch können oft Jahre lang nicht über ihre schrecklichen Erlebnisse sprechen (Symbolbild)

Foto: Jackson Simmer on Unsplash

Betroffene von sexuellem Missbrauch können oft Jahre lang nicht über ihre schrecklichen Erlebnisse sprechen (Symbolbild)

Ein Dokumentarfilm über sexuellen Missbrauch von pädophilen Geistlichen an Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche in Polen auf YouTube ist mehr als 4 Millionen Mal aufgerufen worden. Die Dokumentation legt den sexuellen Missbrauch katholischer Geistlicher am Beispiel von zwei polnischen Jungen offen.

Der Film thematisiert, dass in Polen Priester nach Missbrauchsfällen an Kindern und Jungendlichen nur versetzt, aber die Vergehen nicht strafrechtlich verfolgt wurden. Mehr als 14.000 Kommentare haben Nutzer bislang zu dem Film auf YouTube abgegeben, der auf der Videoplattform auch mit englischen Untertiteln zu Verfügung steht.

Vorgängerfilm löste öffentliche Debatte aus

Es ist der zweite Film des Autorenteams, der Brüder Tomasz und Marek Sekielski, zu diesem Thema. Im Mai 2019 veröffentlichten die Sekielskis ihren ersten Dokumentarfilm über sexuellen Missbrauch von Kindern in der katholischen Kirche in Polen. Der Film „Sag es niemandem” löste eine landesweite Diskussion aus und erreichte auf YouTube innerhalb der ersten zehn Tage der Online-Verfügbarkeit rund 20 Millionen Zuschauer.

Wenige Stunden nach der Premiere gaben der Primas von Polen, Wojciech Polak, und der Erzbischof Stanisław Gądecki, Erklärungen ab. Einige Tage nach Veröffentlichung auf der Videoplattform erfolgte eine Übertragung des Films im Fernsehen. Der zweistündige Dokumentarfilm wurde inzwischen rund 23 Millionen Mal auf YouTube angesehen. Nun planen die Filmemacher nach Angaben des Redaktionsnetzwerkes Deutschland (RND) offenbar einen Film über den früheren Papst Johannes Paul II., der aus Polen stammte und am 18. Mai seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.

Nach RND-Angaben hatte die Bischofskonferenz im März 2019 einen Bericht über sexuellen Missbrauch innerhalb der Kirche vorgelegt. Demnach waren in Polen zwischen 1990 und 2018 382 Geistliche als Täter registriert worden. Nach Auffassung von Kritikern sei der Bericht nicht umfassend genug, berichtet RND.

Von: Norbert Schäfer

Ihr Beitrag für christliche Werte in den Medien
Bei PRO sind alle Beiträge frei zugänglich und kostenlos - und das wird auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden.

Wir arbeiten in der PRO-Redaktion jeden Tag dafür, Ihnen solide Informationen zu liefern über Themen, die Sie interessieren.

Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin den christlichen Journalismus bieten, den Sie von PRO kennen.

Viele PRO-Leser helfen schon mit. Sind Sie dabei?

Schreiben Sie einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien. Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen