Wissing: Erlernen von Orgelspielen war eine der wertvollsten Erfahrungen 

Der frühere Verkehrsminister Volker Wissing hat bei einer Veranstaltung in Berlin vor der Gefahr durch Tech-Giganten für die Demokratie gewarnt. Zudem sprach er über ein besonderes Hobby.
Von Martin Schlorke

Der frühere Verkehrsminister und FDP-Generalsekretär Volker Wissing (heute parteilos) hat das Erlernen des Orgelspielens als eine der „wertvollsten Erfahrungen“ bezeichnet. Dabei sei es eher Zufall gewesen, dass er überhaupt zum Orgelspielen gekommen ist. Als Jugendlicher habe er zunächst Klavierstunden genommen, bis ihm der Klavierlehrer abhandengekommen ist. Sein in der Kirche engagierter Vater habe ihm dann schließlich die Orgel als Alternative vorgeschlagen. Daraufhin besuchte Wissing ein kirchenmusikalisches Seminar. Bis heute spielt der Ex-Minister gelegentlich das Kircheninstrument.

Im Rahmen der Gesprächsreihe „Treffpunkt Gendarmenmarkt“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sprach Wissing am Montag gemeinsam mit der Präses der Synode der EKD, Anna-Nicole Heinrich, auch über sein im April erschienenes Buch „Verantwortung“. Dieses habe vor allem Wissing vor allem als Christ geschrieben, nicht als Jurist oder Politiker – auch wenn alle drei zusammengehörten, erklärte der studierte Jurist am Abend in Berlin. Im Buch beschreibt er, wie er 2024 mit seiner Partei brach und was das mit seinem christlichen Glauben zu tun hat.

Über das Grundgesetz sagte Wissing, dass er es liebe. Denn es stelle die Würde des Menschen in den Mittelpunkt. Das sei auch der Kern der christlichen Botschaft. Er wünsche sich, dass „wir den Wert eines jeden Einzelnen erkennen“. 

Warnung vor sozialen Medien 

Am Abend warnte Wissing zudem vor einer aus seiner Sicht großen Gefahr für die Demokratie: den Tech-Giganten und ihren sozialen Medien. Diese hätten ein Interesse an Disruption. Sie lebten davon, dass Nutzer sich empörten. Eine solche Empörungsgesellschaft könne jedoch die Demokratie zerstören. Deswegen müsse jeder Einzelne seinen Beitrag zum Erhalt der Demokratie leisten. Als Protestant mache ihm jedoch das Wissen darum Mut, welche Kraft von Einzelnen ausgehen könne, sagte er mit Blick auf den Reformator Martin Luther. 

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