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Wird die Hagia Sophia bald wieder eine Moschee?

Errichtet wurde sie 537 nach Christus als Kirche. Als die Osmanen im Jahr 1453 das damalige Byzanz eroberten, wurde die Hagia Sophia zur Moschee umfunktioniert. Seit 86 Jahren ist sie ein Museum. Nun berät ein Gericht in der Türkei darüber, ob das Gebäude wieder eine Moschee werden soll.
Von Jörn Schumacher
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Die Hagia Sophia, die fast tausend Jahre eine Kirche war, soll nun wieder eine Moschee werden, geht es nach dem Wunsch einiger Türken.
Die Hagia Sophia, die fast tausend Jahre eine Kirche war, soll nun wieder eine Moschee werden, geht es nach dem Wunsch einiger Türken.

Die Hagia Sophia (Griechisch für „Heilige Weisheit“) war einmal die größte Kirche der Welt. Mit ihrer großen, über dem freien Hauptraum schwebenden Kuppel, die früher vergoldet war, galt sie als achtes Weltwunder. Byzanz, Zentrum des oströmischen Reiches und damit Nachfolger als Sitz eines Weltreiches nach Rom, war eine Mischung aus griechischer Kultur und christlicher Religion. Die Hagia Sophia war fast ein Jahrtausend lang das prächtigste Gotteshaus der Christenheit, in der auch die byzantinischen Kaiser gekrönt wurden. Heute zieht die Hagia Sophia im Jahr rund 3,7 Millionen Besucher an; seit 1985 gehört sie gemeinsam mit der Istanbuler Altstadt zum Unesco-Weltkulturerbe.

Im Jahr 1453 eroberten die Osmanen Byzanz, und aus der Hagia Sophia machte Sultan Mehmet II. eine Moschee. Um die neue Funktion zu unterstreichen, wurden außen vier Minarett-Türme hinzugefügt. Im Jahr 1934 machte der türkische Republikgründer Mustafa Kemal Atatürk aus dem Gebäude ein Museum.

Forderungen nach Umfunktionierung zur Moschee

Im Jahr 2016 forderte ein Verein laut der türkischen staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu in einer Klage die Annullierung der damaligen Umfunktionierung zu einem Museum durch Atatürk. Die Vertreter des Vereins führen nach Angaben des türkischen Fernsehsender TRT an, die Unterschrift Atatürks unter dem damaligen Beschluss sei fehlerhaft und damit ungültig. Nach ihrem Verständnis sollte die Hagia Sophia wieder eine Moschee werden.

Nun beschäftigt sich das Oberste Verwaltungsgericht der Türkei mit der Frage. Die Staatsanwaltschaft hält dagegen, dass die damalige Entscheidung des Ministerrats rechtens sei und fordert eine Ablehnung der Klage. Wie der staatliche Sender TRT berichtet, wollen die Richter erst Mitte Juli ihr Urteil bekanntgeben. Sollten die Richter am 15. Juli bekanntgeben, dass das Gebäude wieder eine Moschee werden soll, wäre dies ein Datum mit Symbolkraft: An diesem Tag jährt sich der Putschversuch von Teilen des Militärs gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zum vierten Mal.

Erdogan hat sich für eine Umwandlung zu einer Moschee ausgesprochen. Anhänger der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP fordern seit langem eine Umwandlung. Die orthodoxen Christen vor allem im Nachbarland Griechenland hingegen betonen die Bedeutung des Gebäudes für ihre Religionsgemeinschaft. Die US-Regierung hatte sich gegen eine Umwidmung der Hagia Sophia in eine Moschee ausgesprochen. US-Außenminister Mike Pompeo hatte am Mittwoch die türkische Regierung gemahnt, die Hagia Sophia müsse weiterhin ein Musterbeispiel bleiben für das Engagement, die Glaubenstraditionen und die vielfältige Geschichte des Landes zu respektieren.

Von: Jörn Schumacher

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