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Welt ging verloren, Christ ist geboren

„O du fröhliche“ gehört zu den bekanntesten deutschen Weihnachtsliedern. Es singt von der Freude. Dabei erlebte sein Dichter Johannes Daniel Falk viel persönliches Leid. Er wusste aber, worin der Grund seiner Freude liegt.
Von PRO
Das weltbekannte Lied „O du fröhliche“ stammt vom Schriftsteller und Journalisten Johannes Daniel Falk

Foto: lightstock / Gleimhaus Halberstadt/gemeinfrei

Das weltbekannte Lied „O du fröhliche“ stammt vom Schriftsteller und Journalisten Johannes Daniel Falk
O du fröhliche, o du selige …“ singt die Gemeinde stehend aus voller Kehle am Schluss des Heiligabendgottesdienstes. Die Kinder wissen: Das Stillsitzen hat ein Ende und die Bescherung rückt näher, und auch bei vielen Erwachsenen lässt dieser Klassiker erst richtige Weihnachtsstimmung aufkommen. „Dieses Lied gehört Heiligabend einfach dazu“, sind sich katholische, evangelische und freikirchliche Gottesdienstbesucher einig. Dabei steht das rund 200 Jahre alte Lied erst seit 1993 im Hauptteil des evangelischen Gesangbuches. „Zu volkstümlich, zu schlicht“ war es laut Konrad Klek, Professor für Kirchenmusik am Fachbereich Theologie und Universitätsmusikdirektor in Erlangen. Doch letztlich hätten die Fachleute erkennen müssen, dass man dieses Lied dem Volk wohl nicht nehmen könne. Weniger bekannt als das Lied selbst ist die Geschichte dahinter. Und die erscheint auf den ersten Blick nicht besonders fröhlich. Der Verfasser ist Johann Daniel Falk, geboren 1768 in Danzig, gestorben 1826 in Weimar. Er selbst nannte sich bald Johannes Falk. Der Sohn eines Perückenmachers wuchs in einem frommen Elternhaus auf, studierte mithilfe eines Stipendiums Theologie, was er jedoch nicht beendete, und arbeitete in Weimar als freier Schriftsteller und Journalist. Als „vorwitziges Danziger Kind“, wie er sich selbst bezeichnete, machte er sich nicht nur Freunde. Sein Marionettenspiel „Die Prinzessin mit dem Schweinerüssel“ sorgte für einen Skandal. Hatte Johann Wolfgang von Goethe selbst erst auf eine Aufführung hingewirkt, ärgerte ihn nun ein hinzugefügter Epilog, der die Hofschauspieler kränkte. Goethe beantragte Falks Landesverweis, doch der durfte bleiben.

Der Tod in der Familie

Zu dieser Zeit verbreiteten Napoleons Truppen Angst und Schrecken in Mitteleuropa, auch in Weimar zogen die Franzosen im Jahr 1806 plündernd durch die Stadt. Falk bot sich als Vermittler an, half, die Soldaten zu versorgen und die Bevölkerung vor der Ausplünderung zu schützen. Der französische Stadtkommandant stellte ihn als Dolmetscher ein, nach Friedensschluss wurde Falk Legationsrat. Als Weimar 1813 wieder unter der Belagerung Napoleons litt, gründete er die „Gesellschaft der Freunde in Not“. Diese sollte sich um Kriegswaisen, mittellos gewordene Handwerker und ausgeplünderte Bauern kümmern. Dasselbe Jahr hielt für Falk und seine Frau Caroline unsäglichen Schmerz bereit. Sieben Kinder hatte das Paar damals. Im Mai starb der kleine Sohn an Krämpfen und Keuchhusten, im Herbst starben innerhalb von nicht einmal vier Wochen drei weitere Kinder an Scharlach. Johannes Falk erkrankte daraufhin selbst an einem landesweit grassierenden Nervenfieber und war dem Tod nahe. Nach der Genesung half ihm sein Glaube, nach vorn zu schauen: „Als ich wieder zur Besinnung kam, sagte ich zu mir selbst: Gott schenkt dir das Leben, weil er weiß, dass du ein Herz voll Mitempfindung und Liebe hast. Das sollst du nun den Kindern zuwenden, die jetzt ihre Eltern verloren haben und Waisen geworden sind.“ Die „Gesellschaft der Freunde in Not“ unterstützte viele Waisenkinder finanziell und brachte sie in Pflegefamilien unter. Einige besonders verwahrloste Kinder nahmen Falks bei sich zu Hause auf. Bald zogen sie in eine geräumige Wohnung im Nachbarhaus, die mehr Platz bot. Die Kinder wurden dort im Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichtet, man sang gemeinsam, abends gab es Bibelstunden. Den Jugendlichen verhalf Falk zu Lehr- und Arbeitsstellen, am Wochenende besuchten sie die Sonntagsschule. Caroline Falk kümmerte sich um die Spinn- und Strickschule für Mädchen. Erst als ihnen 1821 die Wohnung gekündigt wurde – den neuen Hauseigentümer störten die schwierigen Kinder –, bauten Falks ein verfallenes Haus zum Fürsorgeheim „Lutherhof“ um – Vorbild für Johann Hinrich Wicherns „Rauhes Haus“ in Hamburg und andere Rettungshäuser. Erneut traf schweres Leid das Paar: Kurz nach dem Einzug starb die fast 16-jährige Tochter. Zwei Jahre zuvor hatten sie ihren ältesten Sohn begraben müssen – ein Kummer, nach dem Falk, so schrieb er, erst wieder lernen musste, „freudig zu beten“. Vier leibliche Kinder blieben dem Paar nun – und ihre vielen Zöglinge.

„Die Tat ist eine Predigt“

„O du fröhliche“ entstand 1816. Der Jahresbericht der Gesellschaft verzeichnet für dieses Jahr 101 Pflegekinder, 174 Lehrburschen, 100 Spinnende und 120 Strickkinder. Das Lied schrieb der Hausvater als Weihnachtsgeschenk für „seine“ Kinder. Wie schon oft dichtete er neue Verse auf eine gängige Melodie, diesmal ein sizilianisches Marienlied. Allerdings singen wir heute davon nur noch die erste Strophe, denn Falk schrieb ein „Alldreifeiertagslied“ über Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Einige Jahre später verfasste sein Mitarbeiter Heinrich Holzschuher zwei weitere weihnachtliche Verse für ein Krippenspiel – und machte „unser“ heutiges Lied komplett. „Er hatte richtig erkannt: Ein Lied braucht einen Ort und eine bestimmte Zeit, wo es gesungen wird“, sagt Kirchenmusiker Klek. Freude und Fröhlichkeit waren für Falk keine leeren Phrasen, sie bestimmten statt Zwang und Schlägen den Alltag mit seinen Zöglingen – für damals durchaus unüblich. „Sie können alle davonlaufen, aber es läuft keiner davon“, stellte Falk selber fest. Er sah die Potenziale in den Kindern und ließ sich immer wieder ungewöhnliche Lösungen für Einzelne einfallen. Ein Mädchen brachte er als eine Art Haushaltsmanagerin bei einer Lehrerfamilie unter; einen jungen Mann, der Schauspieler werden wollte, ließ er bei Goethe vorsprechen – mit Erfolg. „Falk hat sich nicht nur um das Äußere gekümmert, sondern auch um die Seele der Kinder“, meint der Vorsitzende des Johannes-Falk-Vereins, Paul Andreas Freyer. Der Glaube gehörte für Falk nach eigener Aussage ganz praktisch dazu: „Die Predigt ist keine Tat, wohl aber die Tat eine Predigt.“ Auch der Falk-Verein nennt als eine seiner Säulen soziale Projekte. „Falk hat gesagt: ‚Da, wo Not ist, muss ich helfen.‘ Das machen wir heute auch“, erklärt Freyer. Neben vielen anderen Aktionen gehört dazu seit Jahren auch eine Feier am Heiligabend für Menschen mit wenig Geld. Kinderreiche Familien und Alleinstehende, Alt und Jung sind eingeladen zur Weihnachtsgeschichte, zu leckerem Essen, Quiz und Tombola – und natürlich zum gemeinsamen Singen von „O du fröhliche“. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/musik/detailansicht/aktuell/das-beste-christliche-weihnachtsalbum-kommt-von-helene-fischer-94476/
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4 Antworten

  1. Die Hirten, die nachts ihre Herde hüteten, fürchteten sich; zu ihnen trat ein Engel mit der Freudenbotschaft: “Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren soll. Denn euch ist heute in der Stadt Davids der Retter geboren, welcher ist CHRISTUS der Herr.” (Luk. 2, 10-11)
    Auch die Weisen aus dem Morgenland zogen nach Jerusalem, dann nach Bethlehem, um den neugeborenen König anzubeten.(Mit. 2, 1ff.) Wo sind heute die Weisen?

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    1. (Auch wenn es an Ihrer Frage vorbeigeht, aber zum ´nach – denken´:) Es sind die ihre Nachfahren, die als Christen im Iran/Irak leben bzw. zu uns flüchten…

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    2. (Auch wenn es an Ihrer Frage vorbeigeht, aber zum ´nach – denken´:) Es sind die ihre Nachfahren, die als Christen im Iran/Irak leben bzw. zu uns flüchten…

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  2. Die Hirten, die nachts ihre Herde hüteten, fürchteten sich; zu ihnen trat ein Engel mit der Freudenbotschaft: “Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren soll. Denn euch ist heute in der Stadt Davids der Retter geboren, welcher ist CHRISTUS der Herr.” (Luk. 2, 10-11)
    Auch die Weisen aus dem Morgenland zogen nach Jerusalem, dann nach Bethlehem, um den neugeborenen König anzubeten.(Mat. 2, 1ff.) Wo sind heute die Weisen?

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