Foto: PRO

Das christliche Medienmagazin

Meinung

Was Himmelfahrt und Sonnenaufgänge miteinander zu tun haben

Den Sonnenaufgang über den Dolomiten wird PRO-Kolumnist Jürgen Mette nie vergessen. Ein Schauspiel von Gottes Schöpfungshandeln. Das Wissen um Naturgesetze spielte dafür keine Rolle.
Von Jürgen Mette
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp
Share on email
Jürgen Mette Foto: PRO/Jürgen Mette
Was genau an Christi Himmelfahrt geschah, lässt sich naturwissenschaftlich nicht klären. Aber das braucht es auch gar nicht, findet Jürgen Mette.

Nachdem der Wecker uns unnachgiebig aus den heimeligen Betten des kärglich eingerichteten Bergbauernhofes katapultiert hatte, erschien einer nach dem anderen an der eiskalten Viehtränke zu einer kurzen Erfrischung von Haupt, Haar und Gesicht. 30 Teenager, die am Vorabend noch ganz hübsch aussahen, machten sechs Stunden später den Eindruck, als hätten sie zwischen 23 und 5 Uhr mit dem Kopf  im Waffeleisen übernachtet. Einige Gesichter sahen aus, wie eine schlecht belegte Pizza. Ich hatte auch nach einer kurzen Katzenwäsche den Eindruck, dass mir der Typ im Spiegel noch nie begegnet war. Ich kenne dich nicht, aber ich rasiere dich trotzdem.

Und dann ging es los. Die einen klagten über schmerzende Hühneraugen, die anderen über den Sonnenbrand von gestern. Und ich hatte die Ehre, den Leithammel zu machen. Hinter mir eine ächzend klagende Truppe, die mal über mein vorgelegtes Tempo und mal über Hungergefühle lamentierte. Jeder hatte genügend Wasser dabei, und zum Frühstück wollten wir ja wieder im Quartier sein. Mein Mitarbeiter machte das Schlusslicht und versuchte mit Durchhalteparolen die müde Mannschaft bei Laune zu halten. Um 6 Uhr sollte die Sonne über den Dolomiten aufgehen. Ich feuerte die fußlahme Truppe immer wieder an. Noch eine halbe Stunde! Nur noch 150 Höhenmeter.

Überwältigt von dem, was Gott tut

Und dann endlich standen wir mit kalten und nassen Bergschuhen und in durchgeschwitzten T-Shirts auf 2.000 Metern Höhe und warteten wie gebannt auf die aufgehende Sonne über der imposanten Bergkulisse. Keiner klagte mehr. Es war so, als würde uns Gott an seinem Schöpfungshandeln beteiligen. In stiller Andacht sahen wir in der Ferne, wo sich Himmel und Erde berühren, wie die Sonne sich langsam aus der Tiefe der Erde zum Himmel schob und uns gegen alle naturwissenschaftlichen Fakten geradezu verzückte. Einige lagen sich in den Armen, andere summten ein Lied vor sich hin. Keiner hatte Lust auf eine wissenschaftliche Klarstellung. Jeder wusste, dass die Sonne der einzige Fixpunkt des Universums ist und dass alles andere in Bewegung ist.

Das wussten die Jünger Jesus vermutlich noch nicht, aber sie waren überwältigt von dem Bild, das Lukas zu Beginn seiner der Apostelgeschichte protokolliert hat: Jesu verschwand vor ihren Augen in einer Wolke. Mehr gibt das Bild nicht her. 

Christi Himmelfahrt ist ein wunderbares Bild für das Unaussprechliche des Unfassbaren. Wir sind überwältigt von dem, was Gott tut. Wo der Himmel ist, bleibt offen, aber er ist keinesfalls ein Wolkenkuckucksheim in der Unendlichkeit des Universums. Es ist das Wesen Gottes, dass er durch Jesus Christus und in der Kraft des Heiligen Geistes eine Welt erschließt, in der wir willkommen sind. Worauf du dich verlassen kannst.

Schreiben Sie einen Kommentar

6 Antworten

  1. Immer wieder diese wunderbaren Ausführungen, Berichte ,Zeugnisse usw.usw von Jürgen Mette in seiner PRO Kolumne, die ich nie verpasse, und die ich mit meinem Bruder in Mecklenburg per skype bei unseren allabendlichen PC- Treffen betrachte.
    Auch die Ausführungen von Egmund Prill,der nun leider an einer Tumorerkrankung leidet, sind sehr segensreich und lesenswert.
    Gott segne beide Genannten mit besserer Gesundheit. Seine Güte und Gnade sei Euch (Ihnen)beschieden.
    Herzlichen Dank, Klaus Joachim Brack in Lutherstadt Eisleben.-

  2. Endlich Mal ein Politik- und Coronafreier Beitrag vom pro Kolumnisten. Es geht um schlichte, einfache und doch existenzielle Dinge. Grundlegende theologische Wahrheiten. Weiter so !

  3. Genial, Herr Mette – wie allermeistens!!
    Für Ihre Kommentare nehme ich mir immer Zeit! Danke für Ihre lebendig-humorvolle-stilsichere Art des Beschreiben der Größe unseres Gottes!
    Von Herzen alles Gute Ihnen gesundheitlich und rundherum.
    Susi Seibold, Winnenden

  4. Danke Jürgen Mette! Immer wieder freue ich mich am Tiefgang Ihrer Beiträge, die zum Grübeln und zu intensivem Nachdenken anregen. Toll sind die manchmal gepfefferten Formulierungen. Nicht selten muss ich beim Lesen Grinsen oder sogar Auflachen.
    Vor Jahrzehten habe ich einemal irgendwo in D einen Vortrag gehalten. Wenn ich mich recht erinnere, war das in einem sehr großen Zelt. Sie waren auch dabei und haben mich nachher angeprochen und meine Ergüsse positiv beurteilt.

  5. Super ! So viele positve, dankbare Kommemtare ! „Da weißte bescheid“! Woll!?
    Dem ist nix hinzuzufügen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell