Was die Bibel mit den Angriffen auf den Iran zu tun hat

Am Samstag haben die USA und Israel gemeinsam das iranische Regime angegriffen. Dabei gibt es gleich mehrere biblische Parallelen.
Von Martin Schlorke
Israeli Air Force

Am Samstagmorgen haben die USA und Israel die Operation „Epic Fury“ („Epischer Zorn“) gestartet. Mehr als acht Monate nach dem Zwölf-Tage-Krieg greifen Israel und die USA erneut das iranische Regime an. Seit Wochen hatte sich ein solcher Angriff abgezeichnet. Hintergrund sind die vom iranischen Regime brutal niedergeschlagenen Proteste vor wenigen Wochen. Bei diesen sollen bis zu 30.000 Menschen getötet worden sein. Trump hatte zunächst den Protestlern Hilfe zugesichert, in den vergangenen Tagen aber mit dem Regime über ein Abkommen verhandelt. Nun folgte der Angriff.

Bei der Namensgebung der militärischen Operation hat sich die israelische Führung nicht der amerikanischen Bezeichnung angeschlossen. Denn Israels Militär spricht von der Operation „Roaring Lion“ („Brüllender Löwe“) und verweist damit direkt auf den Angriff vom letzten Jahr, der unter dem Namen „Rising Lion“ („sich erhebender Löwe“) durchgeführt wurde. Der sich erhebende Löwe bezieht sich auf den Bibelvers aus 4. Mose 23, 24: „Siehe, das Volk wird aufstehen wie ein junger Löwe und wird sich erheben wie ein Löwe.“ Der Prophet Bileam spricht diese Worte zum Volk Israel. Der Moabiterkönig Balak hatte ihm eigentlich befohlen, die Israeliten zu verfluchen – Bileam tat das Gegenteil. Und machte dem Volk Mut, indem er es segnete.

Der brüllende Löwe schließt nun an diesem Narrativ an, bezieht sich allerdings auf den Propheten Amos. Dort heißt es in Kapitel 3: „Der Löwe brüllt, wer sollte sich nicht fürchten.“ – eine Verdeutlichung der Autorität Gottes und des göttlichen Gerichts.

Esther und die Mullahs

Der Zeitpunkt des Angriffs kam für das Regime völlig überraschend. Dass ein Luftangriff am helllichsten Tag ohne die schützende Dunkelheit stattgefunden hat, ist ungewöhnlich. Grund dafür sollen Geheimdienstinformationen über den Aufenthalt führender Köpfe des Regimes gewesen sein. Ein grundsätzlicher Angriff hatte sich bereits seit Wochen durch die Stationierung der amerikanischen Navy und der Luftwaffe angekündigt. Dieser Vorgang wurde vor kurzem abgeschlossen.

Der Zeitpunkt für den Angriff hatte also ausschließlich militärische und geheimdienstliche Gründe. Und dennoch drängt sich ein weiterer biblischer Vergleich auf. Denn am Montagabend beginnt das jüdische Purimfest. Also jener Feiertag, der auf das Buch Ester zurückgeht und an dem der Rettung des jüdischen Volkes vor der Vernichtung durch die Perser vor 2.500 Jahren gedacht wird – also ausgerechnet jenem Reich, aus dem der heutige Iran hervorging.

Konkret feiern Juden den Sieg über Haman, den persischen Kanzler, der laut der biblischen Überlieferung das jüdische Volk vernichten wollte. Dank des Mutes der jüdisch-persischen Königin Ester konnte Haman seine Pläne nicht umsetzen. In einer Fernsehansprache zog auch Israels Premier Benjamin Netanjahu diesen Vergleich. So wie vor mehr als 2.000 Jahren Haman, wolle auch das iranische Mullah-Regime das jüdische Volk auslöschen. Doch stattdessen werde das Regime so scheitern, wie Haman einst scheiterte.

Und auch der Präsident der Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER), Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, zog diesen Vergleich. Zum Tod des obersten iranischen Führers Ali Chamenei erklärte Goldschmidt: „In einem Moment, der an die biblische Geschichte von Purim erinnert – als sich das Blatt gegen jene wendete, die die Vernichtung der Juden planten –, hat ein führender Antisemit, der Auslöschung predigte und Terror exportierte, das Schicksal erlitten, das er selbst anderen zugedacht hatte“.

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