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Warnung vor Erfolgsserie „Squid Game“

Die südkoreanische Netflix-Serie „Squid Game“ zeigt brutale Gewalt. Zwar ist die Serie erst ab 16 Jahren freigegeben, jedoch schauen auch Kinder sie und spielen sie nach. Medienpädagoge Stefan Piasecki ordnet die Vorfälle ein, warnt und sieht den Fokus auf den Familien.
Von Johannes Schwarz
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In der Serie "Squid Game" wird menschenverachtende Gewalt gezeigt. Kinder spielen diese Szenen nach. Experten warnenvor der Serie.

Foto: Netflix

Ein Landesministerium und Experten warnen vor der Netflix-Serie “Squid Game” – sie sei nichts für Kinder

Die Netflix-Serie „Squid Game“ ist derzeit die meistgesehene Serie der Welt. Erwachsene treten in scheinbar harmlosen Kinderspielen wie Murmelspiel oder Tauziehen gegeneinander an. Das Brutale: Die Verlierer werden getötet. Empfohlen ist die Serie ab einem Alter von 16 Jahren. Doch auch jüngere Kinder scheinen die Serie zu sehen. Religionspädagoge und Medienexperte Stefan Piasecki sieht gar eine Freigabe der Serie ab 16 Jahre für kritisch: „In diesem Fall hätte ich nicht für eine Jugendfreigabe gestimmt. Die Darstellungen sind teilweise menschenverachtend und nicht lediglich brutal, wenn etwa hilflose, flehende oder kniende Menschen ermordet werden.“ Piasecki vermutet, dass in der Prüfkommission Personen saßen, die „mit viel Seherfahrung und einer hohen Toleranz“ bewerten. Stärker zu kritisieren sei nach Piasecki jedoch die „moderne Produktions- und Erzählweise“, die Elemente von Manga und Anime aufgreift, was bei Kindern gut ankomme. Damit sei die Gefahr größer, dass Kinder diese Gewalt in ihrer menschenverachtenden Dimension nicht erkennen. 

Kinder spielen Serie nach

Meldungen, nach denen Kinder verschiedene Szenen nachspielen, häufen sich in den vergangenen Wochen. Aufsehen erregte eine Nachricht aus Pinneberg. Kinder im Alter von fünf bis sechs und 13 Jahren haben laut einem Bericht des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (SHZ) in einer Kita mit angeschlossenem Hort die Serie nachgespielt. Der Zeitung nach fiel die Aussage „Ich töte dich“, während die Kinder sich schlugen. Die Leitung der Kita ergriff die Initiative und meldete sich bei den Eltern mit einem eindringlichen Brief und dem Appell: „Lasst eure Kinder nicht diese Serie sehen.“ Kinder seien der Gefahr ausgesetzt, Alpträume zu haben und Angst zu verspüren. Es könne zu psychischen Problemen kommen, so die Kita-Leitung laut dem SHZ-Artikel.

Auch an anderen Orten sind Vorfälle solcher Art auf Schulhöfen und Spielplätzen bekannt geworden. Kinder und Jugendliche spielen die Serie nach, deuten Gewalt an und führen diese teilweise aus. In den USA führte die Serie in manchen Bundesstaaten zu einem Verbot, an Halloween „Squid Game“-Kostüme zu tragen. Die Veranstalter in „Squid Game“ tragen eine auffällige und beängstigende Verkleidung.

Dass Kinder Gesehenes oder Gelesenes nachspielen, sei nichts Neues, stellt Piasecki klar. Früher hätten Kinder nachgespielt, „wie Winnetou in den Armen von Old Shatterhand stirbt“. Jedoch liege der Unterschied zu heute darin, dass früher die Grenzen klarer gewesen seien. Winnetou sei „eine literarische Figur, schon durch das Westernsetting von der Lebensrealität distanziert“.

Kinder als Serien-Zuschauer – kaum zu verhindern

Dass Kinder die Serie „Squid Game“ oder andere gewaltverherrlichende und menschenverachtende Serien sehen, sei Piasecki zufolge kaum zu vermeiden. Das Problem: „Tageszeiten und Programmfenster, in die man solche Produktionen schieben könnte, gibt es bei Streamingdiensten nicht“, erklärt der an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW lehrende Piasecki. Oftmals schauen Kinder Serien über die Sehprofile der Eltern und „sehen dort weiter, wo die aufgehört haben“.

Der Medienexperte sieht ein weiteres Problem. Wenn Kinder in diese Serie erst einmal reingesehen haben, könne es dazu führen, dass sie sie vollständig anschauen, obwohl sie nicht alle Handlungen verstehen oder es gar langweilig fänden. Doch der Wunsch, auf dem Schulhof mitreden zu können, halte Kinder und Jugendliche an den Bildschirmen. Hinzu komme, dass die „simple kapitalismuskritische Handlung“ sowie „die kindergartenmäßige Musik“ ihnen Vertrautheit vorspiele, „bis die nächste Gewaltspitze über sie hereinbricht“.

Ministerium warnt vor der Serie

Einige Eltern, auch die der betroffenen Kita, zeigten sich schockiert. Neben Kindertagesstätten und Schulen warnt nun auch das Thüringer Bildungsministerium vor der Serie. Die „explizit dargestellte Gewalt“ könne dazu führen, dass „Kinder verrohen und in ihrer Entwicklung beeinträchtigt sind“, so das Landesministerium.

Eine Verrohung der Gesellschaft als Ganzer sieht Piasecki nicht. Es zeige sich eher eine „unehrliche“ Gesellschaft und „eine seltsame Ambivalenz“. Einerseits werde seitens der Produzenten das mediale Erregungslevel immer höher geschraubt, um weltweite Aufmerksamkeit zu erzeugen. Die Sender greifen gerne zu. Dann aber gebe sich die Gesellschaft gleichzeitig sensibel für bestimmte Werte, da es beispielsweise „eine starke Diskussion um Rassismus“ gebe.

Auf die Frage, inwiefern die Öffentlichkeit darauf reagieren könne, dass Kinder solche Szenen nachspielen, fokussiert sich der Religionspädagoge auf die Familie. Sie sei „das stärkste Glied, auch inhaltlich und emotional“. Piasecki betont: „Die Stärkung von Familien begünstigt intakte ethische und moralische Ansichten.“ Ein Staat, der „Familienmitglieder vor allem als Steuerzahler und Leistungsträger“ wahrnehme, lege „die Axt an die eigene Wurzeln“.

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5 Antworten

  1. Ich weiß, es ist falsch:
    Wenn ich so etwas lese und die Folgen bedenke: Dann wünschte ich mir, dass das Internet so ähnlich reglementiert wird, wie die chinesische Regierung es handhabt.
    Doch das darf nicht sein. Was also tun?

  2. Und was genau kann das Internet dafür, dass es vielen Eltern an Medienkompetenz und Interesse für ihre Kinder fehlt?
    Lieber nach Regulierung rufen, als diejenigen, die in der Verantwortung stehen, daran zu erinnern.

  3. Diese Entwickling ist meiner Meinung nach in vielen weltlichen Familien nicht mehr zu verhindern.
    Die Familie als „stärkstes Glied“, ist in weltlichen Familien längst nicht mehr so wie es sein sollte.

    Wenn heutzutage viele weltlichen Familien bereits überfordert mit Teiles eigenen multiplen Persönlichkeitsstörungen sind und Traumas aus der „absichtlichen“ Corona-Krise ihre Kinder noch zusätzlich belasten, dann werden sie als selbst Betroffene und verrohte Persönlichkeiten eine kindgerechte Erziehung kaum noch sinnvoll hinbekommen.

    Der Zug ist für die meisten abgefahren, würde ich nüchtern betrachtet, sagen. Wir können nur noch auf minimalsten Schaden an Den Kindern hoffen und dass nicht alle weltlichen Kinder einmal selbst zu Narzissten/Soziopathen/Psychopathen/Neurotiker werden.

    Um auf das Thema zurückzukehren. Nicht viele Eltern werden effektiv zu verhindern suchen, dass ihre Sprösslinge sich diese Abartigen Sendungen ansehen. Manch ein Elternteil, der selbst verroht ist, kann gar nicht verstehen, warum sein Kind das nicht sehen sollte.

  4. Die Serie ist primär eins: ein Gewaltporno, der anders als irgendwelche übertriebenen Splatterfilme wirklich an die Nieren geht. Meiner Meinung nach sollte die Freigabe erst ab 18 erfolgen. Natürlich werden Themen wie die Frage nach Gut und Böse und was Menschen alles mit sich machen lassen, gestellt. Das geht aber nicht in die Tiefe und ist zum Teil sehr plakativ. Es wirkt aufgesetzt. Das bemerkenswerte ist, dass die Serie extrem antichristlich ist, und zwar von Beginn an. Christen werden als lächerliche, vergewaltigende und widerwärtige Personen dargestellt. Dabei behandelt die Serie die ganze Zeit christliche Themen, wie nach Schuld, Sünde und Vergebung.

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