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Vor Gericht: Herman schlägt Springer

Das "Hamburger Abendblatt" hat Eva Hermans Aussagen auf einer Pressekonferenz im Jahr 2007 verzerrt wiedergegeben. Zu diesem Ergebnis kommt das Oberlandesgericht Köln. Nun wird für die Tageszeitung eine Entschädigungszahlung von 25.000 Euro fällig.

Von PRO

Foto: René Kleinschmidt

Das Falschzitat habe Herman in ihrer sozialen Wertgeltung massiv beeinträchtigt und herabgewürdigt. Aufgrund ihrer Vorbildfunktion als Nachrichtensprecherin wiege dies besonders schwer, urteilte das Gericht laut Informationen des Evangelischen Pressedienstes (epd). Das Gericht teilte zudem mit, der Axel-Springer-Verlag, zu dem das "Abendblatt" gehört, dürfe das falsche Zitat Hermans zum Bild der Mutter künftig nicht weiter verbreiten. Damit siegt die Fernsehmoderatorin Herman im Berufungsverfahren gegen den Verlag. Schon im Januar hatte das Landgericht Köln zugunsten der Journalistin entschieden.

Verlag trägt nicht alleinige Schuld an Medienkampagne

Im September 2007 hatte Herman ihr Buch "Das Prinzip Arche Noah" vorgestellt. Die Tageszeitung zitierte sie damals mit den Worten, in der NS-Zeit "sei vieles sehr schlecht gewesen, zum Beispiel Adolf Hitler, aber einiges eben auch sehr gut. Zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter". Das Zitat sei Herman in den Mund gelegt worden und entspreche nicht den tatsächlichen Äußerungen der Moderatorin während der Pressekonferenz, urteilten die Richter nun. Das Zitat sei eine Interpretation der tatsächlichen, mehrdeutigen Äußerungen Hermans, als solche aber nicht deutlich gemacht worden. Dennoch sei der Springer-Verlag nicht allein für die Medienkampagne verantwortlich, die Herman im Anschluss an die Buchvorstellung ihre Anstellung beim NDR gekostet habe. Laut epd hat sich der Verlag bisher nicht zu dem Urteil geäußert.

Wörtlich hatte Herman 2007 gesagt: "Wir müssen den Familien Entlastung und nicht Belastung zumuten und müssen auch ‘ne Gerechtigkeit schaffen zwischen kinderlosen und kinderreichen Familien. Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68ern wurde damals praktisch alles das alles, was wir an Werten hatten, es war ‘ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle, aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft. Es durfte nichts mehr stehen bleiben…."

"Mehrfach vom Dritten Reich distanziert"

Nach der Pressekonferenz hatte die Moderatorin der "Bild am Sonntag" erklärt: "Ich habe mich mehrfach ausdrücklich vom ‘Dritten Reich’ distanziert. Man muss meine Äußerung im Gesamtkontext betrachten. Es geht nicht um Hitlers Werte, sondern um menschliche Grundwerte, die im ‘Dritten Reich’ missbraucht und später abgeschafft wurden. Wer mich kennt und das Buch liest, weiß, dass ich links- und rechtsextreme Parteien aus tiefster Überzeugung ablehne. Es ist ein Halbsatz, der zu diesem Missverständnis geführt hat."

Auch der Pendo-Verlag, bei dem Hermans Buch erschienen war, verteidigte sich und seine Autorin: "Ausdrücklich stellen wir fest, dass wir gegen Rassismus, Rechtsradikalismus und jede Art der Diskriminierung Stellung beziehen. Sowohl Eva Herman als auch der Pendo-Verlag wehren sich daher gegen tendenziöse Berichterstattungen, die Frau Herman fälschlicherweise in den Kontext von Hitler-Sympathisanten rücken."

Dennoch haftete der Moderatorin fortan ein rechtspolitischer Ruf an. Nur einen Monat später, im Oktober 2007, brach der ZDF-Moderator Johannes B. Kerner das Gespräch mit Herman während einer Aufzeichnung seiner Talkshow ab. Dort sollte sie über ihr Buch und ihr umstrittenes Zitat im September sprechen. Kerner sagte damals laut ZDF im Anschluss der Aufzeichnung der Sendung: "Ich hatte die Hoffnung, dass Frau Herman ihre problematischen Äußerungen im Gespräch relativieren würde. Als klar war, dass wir dabei nicht weiterkommen, habe ich das Gespräch abgebrochen." (PRO)

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Eine Antwort

  1. Ich habe erstmal das Buch Die Wahrheit und ihr Preis gelesen.
    Danke, frau Eva Herman: Sie haben mich vieles erklärt unde gelernt

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Kommentare sind geschlossen.

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