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Von Feinden zu Friedenskämpfern

Im westafrikanischen Land Nigeria bringen sich christliche und muslimische Milizen seit Jahren gegenseitig um. Doch es gibt auch Hoffnung: Das Magazin Der Spiegel berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, wie ein Christ und ein Muslim ohne Waffen gemeinsam für Frieden und Versöhnung kämpfen. Einst waren sie Feinde.
Von PRO
Der Pastor James Wuye (li.) und der Imam Muhammad Ashafa setzen sich in Nigeria für Frieden zwischen Christen und Muslimen ein. Dafür haben sie schon mehrfach Auszeichnungen bekommen, unter anderem den Hesischen Friedenspreis 2013

Foto: Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK)

Der Pastor James Wuye (li.) und der Imam Muhammad Ashafa setzen sich in Nigeria für Frieden zwischen Christen und Muslimen ein. Dafür haben sie schon mehrfach Auszeichnungen bekommen, unter anderem den Hesischen Friedenspreis 2013
Statt eines Armes hat James Wuye an der rechten Schulter eine Prothese. Islamisten hackten den Arm des Christen einst mit einer Machete bei einem Gefecht ab. Vermutlich war es einer der Männer, die Muhammad Ashafa befehligte. Der Muslim verlor seinerseits durch die Miliz Wuyes zwei Vettern und seinen geistlichen Mentor. Wuye und Ashafa hätten sich noch vor ein paar Jahren am liebsten gegenseitig getötet. Der Spiegel berichtet darüber, wie sie heute gemeinsam für Frieden und Versöhnung in einem „zerrissenen Land“ kämpfen, in dem sich Christen und Muslime seit Jahren bekriegen. Bereits 1995 gründeten Wuye und Ashafa das Interfaith Mediation Center, ein Versöhnungszentrum, das zwischen den großen Religionen Frieden stiften will. Der Pastor Wuye und der Imam Ashafa beteuern ihre gegenseitige Zuneigung: „Ich liebe diesen Kerl“, zitiert der Spiegel den Christen und Ashafa sagt über den anderen: „Ich kenne keinen netteren Menschen.“ Mit ihrem Zentrum richten sie in Krisenregionen Frühwarnsysteme ein, geben Seminare für Lokalpolitiker und Religionsführer und bilden Tandem-Partnerschaften von Pastoren und Imamen aus, so wie sie selbst eine haben. Auch in anderen Ländern wie Somalia, den palästinensischen Gebieten, bei brasilianischen und australischen Ureinwohnern oder bosnischen Muslimen sind sie als Seelsorger, Krisenberater und Schlichter gefragt, schreibt der Spiegel. Für ihre Arbeit haben sie schon mehrere Auszeichnungen bekommen, so auch den Deutschen Afrika-Preis 2013 und den Hessischen Friedenspreis 2013. Der muslimische Geistliche Ashafa ist überzeugt, dass Nigeria keine Zukunft hat, wenn die inneren Konflikte nicht aufhören. Sein christlicher Kollege sagte dem Spiegel, dass es in ihrer Heimat nicht eigentlich um religiöse Auseinandersetzungen geht, sondern um „eine Verteilungsschlacht in einem potenziell reichen, aber miserabel regierten Land“. Obwohl Nigeria der größte Exporteur von Erdöl in Afrika ist, lebe die Mehrheit der Menschen in Armut, berichtet das Magazin. Der Streit drehe sich um „knappe Ressourcen, um Arbeit, Land, Wasser, Lebenschancen“. Die Konflikte brächen vor allem in der Mitte des Landes aus, wo das im Süden Nigerias vorherrschende Christentum und der Islam im Norden aufeinanderstoßen. Korrupte Politiker und geistliche Führer schürten den Zwist zwischen den Religionsgemeinschaften und hetzten ihre Anhänger gegeneinander auf.

„Genug Platz für den anderen“

Anders Ashafa und Wuye: Der Imam predigt in der Moschee „Versöhnung der Religionen“ und „Frieden statt Dschihad“, schreibt der Spiegel. „Wir müssen das Virus des Hasses bekämpfen. Wir müssen unseren Glauben reformieren und den modernen Zeiten anpassen.“ Wer so etwas sagt, lebt in Lebensgefahr, heißt es in dem Bericht weiter. Erst wenige Wochen zuvor sei ein gemäßigter Imam unweit von Kaduna, wo Ashafa und Wuye leben, erschossen worden. Hunderte Menschen seien in der jüngsten Vergangenheit durch Attentate der Sekte Boko Haram ums Leben gekommen. Für Christen sei der Sonntag der gefährlichste Tag, denn an ihm passierten die meisten tödlichen Anschläge. Auch die „Assembly of God“, die Pfingstkirche von Pastor Wuye, sei mehrfach attackiert worden. Er predigt ebenfalls über die „friedliche Koexistenz der Religionen“, davon, dass sie „Böses mit Gutem vergelten“ müssen. Dass Ashafa und Wuye vor fast 20 Jahren ihre Waffen niedergelegt haben, kommt dem Imam „noch heute wie ein Wunder vor“. Wuye sagte dem Spiegel, dass es in beiden Lagern Unversöhnliche gebe und jene, die ihre Initiative „für naiv halten“. Die beiden Männer sind dem Spiegel-Beitrag zufolge davon überzeugt, dass ihr jeweiliger Glaube der richtige sei. Sie versuchen, sich gegenseitig zu bekehren. Der Muslim studiert die Bibel, der Christ den Koran. „In Glaubensdingen schließen wir keine Kompromisse“, zitiert das Magazin den Pastor. Aber sie würden genug Platz für den anderen lassen. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/getoetet-emweil-sie-christen-warenem/
https://www.pro-medienmagazin.de/journalismus/detailansicht/aktuell/wams-macht-christenverfolgung-zum-emtitelthemaem/
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16 Antworten

    1. Ich finde es einerseits schön aber andererseits auch sehr gefährlich außerdem ist es krass so eine versöhnungsgeschichte zu sehen

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  1. Die Aktion beziehungsweise das Handeln von Pastor James Wuye und dem Imam Muhammad Ashafa finde ich sehr gut. Erst waren sie Feinde jetzt, aber kämpfen sie um Frieden und Versöhnung!

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  2. Ich finde die Aktion beziehungsweise das Handeln von dem Pastor James Wuye und dem Imam Muhammad Ashafa sehr gut. Erst waren sie Feinde und jetzt aber kämpfen sie gemeinsam für Frieden und Versöhnung!

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  3. Ich finde die Aktion beziehungsweise das Handeln von dem Pastor James Wuye und dem Imam Mohammad Ashafa sehr gut. Erst waren sie Feinde und jetzt aber kämpfen sie gemeinsam für Frieden und Versöhnung!

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  4. Ich finde es klasse was die beiden erreicht haben. Ich glaube da können sich viele Leute eine Scheibe von abschneiden.

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  5. An diesem Beispiel sieht man, dass Feinde auch manchmal Freunde werden können. Ich finde es wirklich super, was die beiden erreicht haben!

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  6. Ich finde das sehr bewundernswert, dass manche Menschen so tolle Sachen machen, da sieht man das Feinde auch Freunde werden und zusammen etwas erreichen können

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  7. Ich finde es bewundernswert, dass die beiden so viel erreicht haben und Frieden zwischen den Religionen schaffen konnten.

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  8. Ich finde es gut, dass sie trotz verschiedener Religionen Freunde sind. Es sollte viel mehr Menschen von Ihnen geben. Ich finde es auch gut, dass sie den anderen so akzeptieren wie er ist.

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  9. Ich finde das was die zwei durch ihre eigene Vergangenheit den Menschen weitergeben super . Ist toll das es solche Menschen noch gibt .

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  10. Ich finde es toll wie sich zwei erwachsene Männer so entwickeln. Als erstes waren sie so sehr verfeindet und nun sind sie beste Freunde

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