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Meinung

Von der Macht zur Ohn(e)macht

Jürgen Mette hat einen Tipp für Armin Laschet. Sonst läuft es beim Unionschef womöglich wie bei so manchen Leithammeln im Reich Gottes, die nicht loslassen konnten.
Von Jürgen Mette
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Foto: PRO/Jürgen Mette

CDU-Chef Laschet sollte jetzt den Weg der Demut gehen: Jürgen Mette

Nachdem die Grünen und CDU/CSU ihre Kanzler-Kandidaten bekannt gegeben hatten und Habeck und Söder zurückstecken mussten, habe ich an dieser Stelle geschrieben, dass Söder und Habeck wieder zurück kommen werden. Dass es so schnell gehen würde, damit konnte keiner rechnen. Söder hat sich zurückgenommen; obwohl man ihm nie ganz trauen wollte, war er der aussichtsreichste Kanzlerkandidat der Union.

Annalena Baerbock hat selbst dazu beigetragen, dass sie ihr Ziel Kanzleramt nicht erreicht hat. Jetzt wird Robert Habeck seine Chance bekommen. Wieder so ein lautloser und unspektakulärer Machtwechsel. 

Als sich Armin Laschet im Januar dieses Jahres am Abend nach seiner Wahl zum Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidat im ZDF  den Fragen von Peter Frey und Bettina Schausten stellen musste, hat er alle kritischen Fragen lächelnd ins Leere laufen lassen. Was ich zunächst an ihm bewundert habe, löste sich nach und nach in der nüchternen Einsicht auf, dass dieser Mann mit den Medien seine Not haben wird.

Dank moderner Fotografie wurde uns kurz nach der schweren Flutkatastrophe das Bild eines hemmungslos enthusiasmierten Schenkelklopfers vermittelt. Und dann sein falsch gefalteter Wahlzettel. Seine Navigation scheint auf Fettnäpfchen programmiert. Und nun zeigt sich, dass dem an sich gutmütigen NRW-Landesvater nicht nur das Zeug zum Kanzler fehlt, sondern auch die Demut, sich jetzt selbst zurückzunehmen. Offenbar hat er keine privaten und politischen Freunde, die ihm die Augen für die Realität öffnen und ihm zu einem geordneten Rückzug verhelfen. Hochgejubelt wird man schnell, aber wer begleitet solche Einzelkämpfer von der Macht zur Ohne-Macht? Der Schaden für seine Partei ist schon groß genug, die nächste Generation scharrt mit den Füßen. Die Weggefährten lassen ihn fallen. Wie einsam muss dieser Mann sein.

Wir kennen auch solche Leithammel im Reich Gottes, die einfach nicht los lassen können. Die göttliche Berufung zum „Dienst am Wort“ kenne keine Altersgrenze. Nur wenige haben es geschafft, im richtigen und Not-wendenden Augenblick vom On-stage-Modus in den Back-stage-Modus zu wechseln. Nicht mehr selbst agieren, sondern dem Nachwuchs beratend, korrigierend und ermutigend zur Seite zu stehen. Ich denke dankbar an Christoph Morgner, Hartmut Bärend, Hans-Martin Steffe, Jürgen Werth, Bärbel Wilde, Schwester Ellen Eckstein, Peter Strauch, Anton Schulte, Siegfried Fietz, Manfred Siebald, Karl Albietz und viele andere, die mir ein großes Vorbild geworden sind.  Vielleicht würde ich heute auch zu den geistlichen Leitern gehören, die nicht abgeben können, wenn mich Gott nicht mit Parkinson  „gesegnet“ hätte.

Herr Laschet, machen Sie es Ihrer Partei nicht so schwer. Noch können Sie im Frieden abtreten. Aber die Zeit läuft.

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5 Antworten

  1. Ganz Ihrer Meinung. Vielen Dank. Ergänzen könnte man noch: »Hat denn auch Markus Söder keine Freunde, die ihm sagen, dass wenn man hinter jemandem steht, sein Messer weglegen sollte.«
    Die Spitzen, die aus Bayern kommen, sind doch unerträglich.

  2. Eigentlich hielt ich Markus Söder für einen sehr klugen Menschen, allerdings ist wie bei jedem Unvollkommenen die Selbstreflektion völlig abhanden gekommen. Eigentlich schade, dass es niemand in seinem Freundeskreis oder Familie gibt, der ihm ehrlich sagt, was er da abliefert. Oder möglicherweise gibt es in diesen exponierten Positionen gar keine Freunde mehr, die ihm sein Verhalten zu spiegeln wagen…..

  3. Ihre Kolumne mit öfffentlichen “Urteilen” und Ratschlägen über alles und jeden…. geistlich und politisch….was zeigt sie hinsichtlich Leiterschaft und loslassen können?

    Unter dem Zeigefinger weisen 3 Finger auf uns zurück.

    Der Fehler besteht nicht in den Urteilen und Meinungen, aber in der (falschen) Annahme, man habe etwas gelernt und sei darin Vorbild (Leiter auf höherem Niveau).

    Also Streit in der Sache, aber nicht mit psychologisch – moraliischer Überheblichkeit.

    1. „Boh äh“ !? Wo ist denn in diesen klaren Sätzen von Jürgen Mette, und ( mir fast zu liebevollen) Worten an Laschet, den „ nachgewiesenen Verlierer“
      „….moralische Überheblichkeit“ heraus zu lesen/ hören ? Watt mutt dat mutt !
      Da scheint ja jemand s e h r enttäuscht zu sein über die Wahlniederlage der C D U ….

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