Der Vatikan hat alle Priester der ultrakonservativen Piusbruderschaft exkommuniziert. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Note der vatikanischen Glaubensbehörde hervor. Betroffen sind nicht nur die Verantwortlichen der jüngsten Bischofsweihe, sondern alle „Geistlichen, die der Priesterbruderschaft angehören“.
Auslöser war eine Bischofsweihe am Mittwoch im Schweizerischen Écône, dem Hauptsitz der Bruderschaft. Dort weihte die Piusbruderschaft vier Männer zu Bischöfen – gegen das ausdrückliche Verbot von Papst Leo XIV. Der Vatikan stuft die Weihe per Dekret als „Akt schismatischer Natur“ ein, womit die Personen die „Exkommunikation auf sich gezogen haben“. „Schismatisch“ bedeutet so viel wie „kirchenspaltend.“
Auch Laien betroffen
Die Exkommunikation reicht über die Priester hinaus. Auch Laien, die formell der Bruderschaft angehören, sind als schismatisch und damit exkommuniziert anzusehen.
Die Priesterbruderschaft wurde 1970 von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet – als Reaktion auf die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965). Sie lehnt unter anderem die Anerkennung der Religionsfreiheit und die Öffnung der Kirche für den Dialog mit anderen Konfessionen und Religionen ab. Ihr gehören nach eigenen Angaben weltweit rund 700 Priester an.