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„Urteil hilft, Rassengerechtigkeit voranzubringen“

Der Ex-Polizist Derek Chauvin ist wegen Totschlags an dem Schwarzen George Floyd für schuldig befunden worden. Leiter christlicher Kirchen und Organisationen werteten das Urteil als Chance für mehr Gerechtigkeit.
Von Norbert Schäfer
In der Chicago Avenue in Minneapolis haben viele Menschen Blumen in Gedenken an George Floyd niedergelegt
Der Tatort in der Chicago Avenue in Minneapolis. Zum Gedenken an George Floyd hatten Menschen dort Blumen niedergelegt.

Der Ex-Polizist Derek Chauvin ist am Dienstag in den USA wegen der Tötung des Schwarzen George Floyd verurteilt worden. Leiter christlicher Kirchen und Organisationen werteten das Urteil als Chance für mehr Gerechtigkeit in dem Land.

„Ich bete, dass dieses Urteil hilft, die Sache der Rassengerechtigkeit voranzubringen, auch wenn wir noch einen langen Weg vor uns haben“, erklärte Jim Winkler vom „National Council of Churches“ nach dem Schuldspruch.

Der ehemalige Polizist Chauvin hatte sich im Mai 2020 bei einer Festnahme mehrere Minuten lang auf den Hals von Floyd gekniet und den Mann zu Boden gedrückt. Der Arrestant flehte und rang um Luft, weil er nicht mehr atmen konnte. Floyd starb, nachdem er durch die Aktion das Bewusstsein verloren hatte. Der Vorfall hatte in den USA eine Welle der Gewalt ausgelöst und Debatten unter dem Slogan „Black Lives Matter“ – begleitet durch den Hashtag #blacklivesmatter in sozialen Medien – um Rassismus und Polizeigewalt befeuert.

Das Gericht im US-Bundesstaat Minnesota befand den 45-jährigen Chauvin in allen Punkten der Anklage wegen Mordes zweiten und dritten Grades sowie Totschlags zweiten Grades für schuldig. Dem Angeklagten droht nun eine lange Haftstrafe. Das genaue Strafmaß wird erst zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden.

„Langer und harter Weg zu wahrer Gerechtigkeit“

Walter Kim, Vorsitzender der „National Association of Evangelicals“ (NAE), einem Dachverband von rund 40 evangelikal gesinnten Kirchen mit rund 45.000 Gemeinden, erklärte nach dem Spruch der Jury: „Auch wenn das Urteil das Leben von George Floyd nicht zurückbringen kann, beten wir, dass es seiner Familie und unserem Land ermöglicht, einen Schritt weiterzugehen auf dem langen und harten Weg zu wahrer Gerechtigkeit und dauerhaftem Frieden.“ Die NAE ist die amerikanische Entsprechung der Deutschen Evangelischen Allianz.

Thomas Dexter Jakes, Pastor der pfingstlerischen „The Potter’s House“ Megachurch in Dallas, zeigte sich nach Angaben von Religion News Service (RNS) erfreut über das Urteil. Jakes befand, dass das Strafrechtssystem der USA fehlerhaft sei und schwarze Menschen unverhältnismäßig oft Opfer von Polizeibrutalität würden. „Mein Gebet ist, dass dies eine sicherere Gesellschaft entfachen wird, in der Gerechtigkeit für absolut jeden gleich verteilt wird, unabhängig von der wirtschaftlichen Lage, der Rasse, der Religion oder dem Geschlecht.“ Jakes dankte den vielen Polizisten, die sich nicht zu Gräueltaten herabließen.

Russell Moore, Vorsitzender der „Ethics & Religious Liberty Commission“ der Southern Baptist Convention (SBC), zeigt sich dankbar für „die Gerechtigkeit, die in Minneapolis geschaffen wurde“. Es gelte nun, „gemeinsam für eine neue Ära der Rassengerechtigkeit und der amerikanischen Hoffnung“ zu arbeiten.

US-Präsident Joe Biden hatte nach nach dem Urteil betont, dass Floyds Vermächtnis nun dem Frieden anstatt der Gewalt dienen solle. „Es ist meine Hoffnung und mein Gebet, dass wir dem Vermächtnis gerecht werden”, sagte der Präsident, und weiter: „Dies kann ein Moment des bedeutenden Wandels sein.”

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4 Antworten

  1. Er war doch an Corona gestorben oder ?
    Er war ja positiv getestet gewesen und ist ja in der Corona Statistik drin, wozu also Mordprozess ?

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  2. Alle sprechen vom strukturellen Rassismus in den USA, den es wahrscheinlich auch wirklich gibt. Mit diesem Hintergrund wird Prozess und Urteil an Chauvin zum Schauprozess und der Täter zum Opfer.
    Besser zum Bauernopfer, weil die politisch Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen werden.

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  3. Tja, so tickt die Welt – Gott sei Dank haben wir das beste Handbuch “Die Bibel”-wir sind/jeder- für alles was wir tuen und NICHT tuen verantwortlich.Ganze Königreiche sind durch die Schwachen Minderheiten entstanden-Greta war vor 1 Jahr nur eine Schulschwänzerin-momentan sagt die Welt-Politik-Wirtschaft und Banken-go green-sind die Erntehelfer nun fair unter ? Im Mittelmeer saufen weiterhin die Menschen ab – etc. Wer wird Was tuen ? Wer ist verantwortlich ?…DU ?
    Georg R.I.P + Mr. Präsident- Joe – we pray for you -the Lords blessing und für die Ängste der Zyniker…

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