Das christliche Medienmagazin

Uralte Inschrift aus biblischer Zeit entdeckt

In Südisrael legen Archäologen eine alte Tonscherbe frei. Auf ihr steht ein Name, der einem biblischen Richter zugeschrieben wird. Ob sich die Inschrift auf ihn bezieht, ist allerdings unklar.
Von PRO
Tonscherbe aus Gideons Zeiten

Foto: Dafna Gazit/Israel Antiquities Authority

Der Name Jerubbaal wurde einst mit Tinte auf die Scherbe geschrieben

Archäologen haben in Chirbat er-Ra’i bei Kiriat Gat im Süden Israels eine 3.100 Jahre alte Inschrift gefunden. Sie stammt aus der biblischen Richterzeit. In alphabetischer Schrift war auf Hebräisch der Name Jerubbaal auf die Scherbe eines etwa 1 Liter fassenden Tongefäßes für Öl, Medizin oder Parfum mit Tinte geschrieben worden. Der Name konnte klar entziffert werden, doch weitere Buchstaben der etwas längeren Inschrift blieben nicht erhalten.

In der Bibel kommt ein Richter namens Gideon Ben Joasch vor. Als zweiter Name erscheint hier Jerubbaal. So heißt es in Richter 6,32 zur Zerstörung eines Baalsaltars: „Von dem Tag an nannte man Gideon Jerubbaal, das heißt ‚Baal streite mit ihm‘, weil er seinen Altar niedergerissen hat.“ Es handelt sich um die Zeit nach der Eroberung des Landes durch Josua und vor der Gründung der israelitischen Königsdynastien.

Beleg für biblische Richterzeit

Inschriften aus dieser Periode sind extrem selten. Erstmals haben Archäologen eine Scherbe mit dem biblischen Namen Jerubbaal gefunden. Unbekannt bleibt jedoch, ob das Gefäß jenem in der Bibel erwähnten Richter gehörte oder einer anderen Person mit diesem Namen.

Auf diesem Gelände wurde die Tonscherbe entdeckt. Foto: Dafna Gazit/Israel Antiquities Authority
Auf diesem Gelände wurde die Tonscherbe entdeckt. Foto: Dafna Gazit/Israel Antiquities Authority

Für die Forschung ist der Fund vor allem von Bedeutung, weil er beweist, dass es die in der Bibel erwähnte Richterzeit tatsächlich gegeben hat. Die Scherbe mit dem ungewöhnlichen Namen aus dieser Periode ist der bislang einzige archäologische Nachweis für diese von Kritikern bezweifelte historische Zeit. Die Inschrift gilt auch als Bindeglied für die Entwicklung der Schrift ab der Zeit der Kanaanäer in der nahe gelegenen Stadt Lachisch.

Von: Ulrich W. Sahm

Ihr Beitrag für christliche Werte in den Medien
Bei PRO sind alle Beiträge frei zugänglich und kostenlos - und das wird auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden.

Wir arbeiten in der PRO-Redaktion jeden Tag dafür, Ihnen solide Informationen zu liefern über Themen, die Sie interessieren.

Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin den christlichen Journalismus bieten, den Sie von PRO kennen.

Viele PRO-Leser helfen schon mit. Sind Sie dabei?

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien. Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen