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Unternehmer: „Kreuz lehrt, Kakteen zu umarmen“

Das Streben nach Einheit unter Christen ist in Deutschland besonders stark, sagte Unternehmer Fadi Krikor. Innerhalb der Gemeinden gäbe es jedoch Defizite.
Von Norbert Schäfer
Fadi Krikor

Foto: PRO/Norbert Schäfer

Der Unternehmer Fadi Krikor stammt aus Syrien

Nach Einschätzung des Unternehmers Fadi Krikor ist das Bemühen um Einheit unter Christen in keinem Land so ausgeprägt wie in Deutschland. Dem aus Syrien stammenden Immobilien-Unternehmer liegt nach eigenem Bekunden die Einheit der Christen über alle Denominationsgrenzen hinweg besonders am Herzen. Manchmal hätten Christen allerdings Schwierigkeiten, innerhalb der eigenen Gemeinde eins zu sein, erklärte Krikor auf der 126. Allianzkonferenz im thüringischen Bad Blankenburg. „Aber das Kreuz ist das Werk das uns lehrt, einen Kaktus zu umarmen. Es geht um die Liebe und um Versöhnung.“

„Wir haben in einer wunderbaren, goldenen Zeit gelebt“, sagte Krikor über die Zeit nach der Wiedervereinigung. Die Anschläge von 9/11, dann die Finanzkrise und danach die Flüchtlingskrise hätten wie „Paukenschläge” die Zeit jäh unterbrochen. „Wir leben jetzt in einer spannenden Dekade“, sagte Krikor im Hinblick auf Corona und den Ukraine-Krieg. Für den Propheten Daniel sei wichtig gewesen, in seinen Träumen „Zeit und Stunde“ zu erkennen. Es gelte, auch gegenwärtig die jeweiligen Chancen in Krisenzeiten zu sehen. „Ich habe große Hoffung für Deutschland“, sagte Krikor, und weiter: „Wir werden eine gewaltige Ernte haben“.

Ohne Konzept Kloster gekauft

Krikor wurde als Sohn einer arabischen Mutter und eines armenischen Vaters in Syrien in eine christliche Familie hinein geboren. Im Alter von 18 Jahren kam der junge Mann nach Deutschland und studierte hier Architektur. Gemeinsam mit seinem Bruder gründete er nach dem Studium ein erfolgreiches Immobilienunternehmen. Der Unternehmer ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern.

„Während einer Gebetszeit hatte ich den Gedanken: „Kaufe ein Kloster”, erinnert sich Krikor. Immer wieder kam dem Unternehmer dieser Gedanke. 2014 war es dann soweit. Er fand ein Kloster, dass zum Verkauf angeboten wurde. Von den rund 20 Kaufinteressenten, meist mit katholischem Hintergrund, erhielt Krikor letztlich den Zuschlag. Die Leiterin des Dominikanerordens gab Krikor zu Verstehen, dass er den Zuschlag erhalten habe, weil nach dreimonatigem intensivem Gebet 250 Schwestern in den USA und Mexiko zu dem Ergebnis gekommen waren, das Kloster an seine Familie zu veräußern. „Obwohl wir kein Konzept hatten, hat der Herr dafür gesorgt, dass das Kloster an uns verkauft werden sollte“, erklärte Krikor. Heute beherbergt das 800 Jahre alte ehemalige Kloster des Dominikanerordens das von Krikor gegründete Missions- und Versöhnungswerk „Fathers’s House for all Nations“ (FHN).

Die 126. Allianzkonferenz der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD) in Bad Blankenburg ist ein Treffen von Christen aus Kirchen und Gemeinschaften. In diesem Jahr steht das Treffen unter dem Motto „Standhaft“. Vom 3. bis zum 7. August steht das alttestamentliche Buch Daniel im Zentrum der Predigten und Bibelarbeiten. In Workshops und Seminaren setzen sich die Teilnehmer mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen sowie Fragen des gelebten Christseins auseinander.

Die EAD hat ihren Sitz in Bad Blankenburg und ist nach eigenem Bekunden ein Netzwerk, zu dem Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften gehören. Die theologische Basis des Miteinanders von Christen verschiedener Denominationen ist die sogenannte Glaubensbasis, deren erste Fassung 1846 bei der Gründung der Evangelischen Allianz in London verabschiedet wurde.

Vorsitzender der EAD ist seit 2016 der Theologe Ekkehart Vetter, Pastor im Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden. EAD-Generalsekretär ist seit 2019 der Betriebswirt Reinhardt Schink. Zu dem Netzwerk der EDA gehören rund 1.000 örtliche Allianzkreise, in denen sich Christen aus verschiedenen landes- und freikirchlichen Gemeinden, Organisationen und Werken treffen, um vor Ort zusammenzuarbeiten. Besonderer Schwerpunkt ist das gemeinsame Gebet.

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