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Ukraine-Krieg: So fallen Sie nicht auf Fake News herein

Im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg verbreiten sich auch immer mehr Falschnachrichten, die Stimmung gegen die eine oder andere Seite machen wollen. Unsere Tipps helfen Ihnen, solche Fake News zu erkennen.
Von Swanhild Brenneke

Foto: Jeremy Bezanger on Unsplash

Soziale Medien sind anfällig für Fake News, besonders im Ukraine-Krieg

Seit Beginn des Krieges zwischen Russland und der Ukraine kursieren in den Sozialen Medien immer häufiger Fake News und irreführende Meldungen – zum Beispiel über angebliche Anschläge gegen Russen in Deutschland. Das soll Stimmung machen gegen die Ukraine. PRO hat Tipps zusammengestellt, mit denen Sie überprüfen können, ob es sich womöglich um Falschnachrichten handelt.

Eine laufend aktualierte Übersicht über bekannte Falschnachrichten findet sich auch bei correctiv.org.

Tipp 1: Quelle prüfen

Nehmen Sie die Webseite oder den Account, auf der oder dem Sie die vermeintliche Nachricht oder das Video sehen, genau unter die Lupe. Gibt es ein Impressum? Wenn nicht, ist Vorsicht geboten. In Deutschland gibt es nämlich die Impressum-Pflicht für kommerzielle Angebote, die keinem rein familiären oder persönlichen Zweck dienen.

Wenn es sich um einen Text handelt: Ist ein Autor angegeben? Seit wann besteht der Social-Media-Account? Wurde er erst Ende Februar 2022 eingerichtet oder ist er schon lange aktiv? Ersteres kann ein Indiz dafür sein, dass es sich nicht um ein etabliertes Medium mit verifizierten Inhalten handelt.

Tipp 2: Inhalte gegenchecken

Überprüfen Sie – zum Beispiel durch Googlen – ob Sie die Information auch auf anderen Nachrichtenkanälen finden. Zum Beispiel bei der Tagesschau, dem ZDF und anderen öffentlich-rechtlichen Sendern, bei großen Tageszeitungen wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Welt, der Süddeutschen oder Nachrichtenmagazinen wie dem Spiegel und Ähnlichen. Nutzen Sie auch englischsprachige Quellen, wenn möglich. Vergleichen Sie anschließend die Fakten. Unterscheidet sich der zu überprüfende Inhalt in grundlegenden Fakten von anderen Mitteilungen, handelt es sich womöglich um Falschinformationen.

Tipp 3: Sind die Informationen plausibel?

Schauen Sie danach, ob es ein Erstellungsdatum des Textes oder des Videos gibt und ob dies aktuell ist. Suchen Sie bei Berichten über Studien nach der Studie selbst und überprüfen Sie die Daten. Sie können auch schauen, ob die Nachricht bei Faktencheckern wie Hoaxmap oder Mimikama auftaucht. Manchmal handelt es sich um alte Fake News, die neu eingestellt wurden.

Tipp 4: Wie ist die Nachricht gestaltet?

Seriöse Nachrichtenmeldungen zeichnen sich durch die Beanwortung der W-Fragen aus: Wer? Was? Wo? Wann? Warum? Außerdem durch korrekte Grammatik und aufgeräumte Optik wie zum Beispiel logische Absätze und Zwischenüberschriften. Es werden keine Behauptungen auf- oder Verdächtigungen angestellt, die anschließend nicht belegt werden. Außerdem berichten sie weitgehend wertneutral, geben also lediglich Informationen weiter und keine persönlichen Meinungen des Autors. Meinungsstücke sind als solche gekennzeichnet, zum Beispiel als Kommentar.

Wenn Sie auf viele Rechtschreibfehler, Ausrufungszeichen und reißerische Überschriften treffen und viele Wertungen, Meinungen und Behauptungen, die nicht belegt werden, finden, ist das ein Zeichen für Fake News.

Tipp 5: Bilder und Videos prüfen

Bilder und Videos zu überprüfen, ist nicht ganz so leicht. Wenn Sie aber misstrauisch sind, weil die Bilder Ungewöhnliches zeigen, können Sie die Rückwärtssuche in Suchmaschinen nutzen. Machen Sie einen Screenshot von dem fraglichen Bild und laden Sie ihn in die Google-Bildersuche oder bei TinEye hoch. Sie finden dadurch den Ursprung der Aufnahme.

Wenn Sie einen YouTube-Link zu einem Video haben, das Ihnen verdächtig vorkommt, geben Sie diesen in den YouTube-Dataviewer ein. Er zeigt Ihnen den Zeitpunkt, zu dem das Video hochgeladen wurde. So erfahren Sie, ob das Video auf aktuelle Geschehnisse Bezug nimmt.

Tipp 6: Fallen Sie nicht auf TikTok herein

Eine junge Ukrainerin, die auf einem angeblich verlassenen russischen Panzer sitzt, und erklärt, wie man ihn fährt, entpuppte sich vor kurzem als Russin und das entsprechende Video als alt. Man findet das Video auf ihrem TikTok-Kanal, wenn man sehr weit nach unten scrollt. Es ist vom Februar 2021. Bevor der Fake aufgedeckt wurde, ging es dennoch viral als Anleitung dazu, wie man als Ukrainer verlassene russische Panzer bedienen kann.

Auch sonst ist die Videoplattform TikTok prädestiniert für Fake News. Die Videos zeigen nur Ausschnitte von wenigen Sekunden und sind daher schwer zu prüfen. So wurden andere Videos verbreitet, die vorgaukelten, Menschen seien durch Schüsse in Gefahr. Es stellte sich jedoch heraus, dass es immer dieselben Töne von Schüssen waren, die in verschiedene Videos hineingeschnitten wurden. Und auch sonst kursieren gefakte Livestreams aus dem Kriegsgebiet auf dem Kanal, wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet.

Schenken Sie also nicht jedem TikTok-Video, das Sie in Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg sehen, sofort Glauben und prüfen Sie die Information gegen. (Siehe restliche Tipps.)

Tipp 7: Vorsicht vor Telegram

Besondere Vorsicht gilt bei Inhalten, die über Telegram-Kanäle verschickt werden. Zwar sind sie nicht per se Fake News, in Telegram-Gruppen sind allerdings verhältnismäßig viele ungeprüfte Aussagen im Umlauf. Anders als zum Beispiel bei Facebook oder Instagram greifen die Betreiber nicht ein und löschen Fehlinformationen nicht. Überprüfen Sie also auf jeden Fall, ob Sie für diese Inhalte auch noch andere Quellen finden.

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