Die Militärseelsorge in der Bundeswehr findet bei den Soldaten einer neuen Untersuchung zufolge nahezu einhellige Zustimmung. 91 Prozent empfänden es als persönlich gut, dass Militärseelsorger vor Ort sind, heißt es in der am Dienstag in Berlin vorgestellten Studie „Was kann und was leistet Militärseelsorge?“ im Auftrag der Evangelischen Militärseelsorge. Dies gelte unabhängig davon, ob sie den Dienst in Anspruch nehmen und ob die Befragten konfessionslos oder Kirchenmitglieder sind. In einem Einsatz liege die Zustimmung zur Präsenz der Militärseelsorge sogar bei 95 Prozent.
„Das sind enorme Zustimmungswerte in einer Zeit, in der Religion und Kirche häufig unter dem Vorzeichen eines fortschreitenden Bedeutungsverlustes wahrgenommen werden“, hieß es. Rund 7.000 Soldaten haben sich den Angaben zufolge an der Repräsentativumfrage beteiligt, die vom Sozialwissenschaftlichen Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland in Kooperation mit dem Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr umgesetzt wurde.
Räume für ethische Fragen
Die Ergebnisse zeigen laut Untersuchung ein hohes Vertrauen in die Seelsorger, weit über Konfessionsgrenzen hinaus, gerade in belastenden Situationen wie Auslandseinsätzen, Katastrophenhilfe oder der Ausbildung ukrainischer Soldaten. Militärseelsorge wird dabei als unabhängige, vertrauliche Anlaufstelle erlebt, die Räume für existenzielle und ethische Fragen eröffne.
Von Anfang an begleiten evangelische, katholische und inzwischen auch jüdische Militärseelsorger die Armee an Standorten der Bundeswehr im In- und Ausland sowie auf Übungen und im Einsatz. Die katholische Militärseelsorge ist den Angaben zufolge derzeit an rund 80 Standorten mit einem Pfarramt in der Bundeswehr präsent, die evangelische Militärseelsorge unterhält rund 100 Standorte.