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Studie: Intoleranz gegenüber Christen steigt

Die Zahl intoleranter und diskriminierender Vorfälle gegen Christen in Europa steigt. Das geht aus einem Bericht einer österreichischen Beobachtungsstelle hervor. In Einzelfällen werden in Deutschland Christen aufgrund ihres Glaubens ermordet.
Von PRO
„Jesus stinkt“-Spruch auf dem Buchcafé des Christus-Treffs in Marburg: Vornehmlich linke Gruppierungen wollten verhindern, dass die Gemeinde ein Gebäude kauft, um dort Angebote für Kinder, Jugendliche und Eltern zu schaffen

Foto: Roland Werner / Facebook

„Jesus stinkt“-Spruch auf dem Buchcafé des Christus-Treffs in Marburg: Vornehmlich linke Gruppierungen wollten verhindern, dass die Gemeinde ein Gebäude kauft, um dort Angebote für Kinder, Jugendliche und Eltern zu schaffen

Die „Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen“ sieht eine zunehmende Diskriminierung von Christen in Europa. Das geht aus ihrem am Dienstag veröffentlichten Bericht für die Jahre 2016 und 2017 hervor. Waren es 2015 noch 180 vermerkte Vorfälle von Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen, stieg die Zahl im Folgejahr auf 250 Vorfälle. Vergangenes Jahr seien es mehr als 275 Vorkommnisse gewesen.

Die in Wien ansäßige Organisation erhebt mit ihrer Auflistung keinen Anspruch auf einen vollständigen Überblick der Situation von Christen in Europa. „Unsere Arbeit zielt darauf ab, die Opfer von Intoleranz und Diskriminierung zu ermutigen, ihre Geschichten zu erzählen“, erklärt die Direktorin der Beobachtungsstelle, Ellen Fantini, im Vorwort der Studie. Zudem solle eine Sensibilisierung erfolgen, sodass „das Phänomen ernst genommen wird“ und es darauf „eine gemeinsame Antwort geben muss“.

Europa: Einschüchterungen, Bedrohungen und Morde

Bei den aufgelisteten Vorfällen handelt es sich um Vandalismus, Raub,Brandstiftung und die Zerstörung christlicher Symbole, sowie körperliche Angriffe auf Gläubige – wie etwa Geistliche, christliche Flüchtlinge und Asylsuchende. Auch aufgelistet sind gegen Christen ausgesprochene Kündigungen, Klagen und Inhaftierungen aufgrund der ausgeübten Religionsfreiheit, heißt es in dem Bericht. Zudem geht der Report auf Studentengruppen ein, die zum Schweigen gebracht worden seien, sowie auf aus dem öffentlichen Raum entfernte christliche Symbole.

Für Deutschland listet die Organisation für den Zeitraum 2016 und 2017 insgesamt 57 Vorfälle auf. Darunter sind zahlreiche Drohungen gegenüber christlichen Flüchtlingen, der Mord einer zum Christentum konvertierten Mutter, die vor ihren Kinder getötet wurde oder ein Angriff der linksextremen Antifa auf die „Demo für Alle“ 2016 in Stuttgart. Auch die mittlerweile offline gegangene Internetseite Agentin.org der Heinrich-Böll-Stiftung wird erwähnt. Die Webseite listete und beschrieb Personen, die angeblich „antifeministische“, fundamentalistische oder „familistische“ Ansichten haben – darunter bekannte konservative Christen.

Mordangriff in Gay-Club: Täter hätte auch „Evangelikaler“ sein können

Des Weiteren nennt die „Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen“ einen Farbbomben-Angriff auf die Freie Theologische Hochschule in Gießen, den Mord an einer 70-jährigen katholischen Rentnerin und den Vorwurf eines Autoren der Süddeutschen Zeitung, Thomas Denker, dass das Attentat auf einen Gay-Club in Orlando „auch ein evangelikaler Christ“ hätte verüben können. Der Täter, der im Juni 2016 49 Menschen tötete, war Muslim und berief sich auf den Islamischen Staat.

Dem „Observatory on Intolerance and Discrimination against Christians“ gehe es nicht darum, die Verfolgung in anderen Teilen der Welt zu vergleichen oder diese herunterzusetzen, sagt Direktorin Fantini. Viel mehr sei es wichtig, „wachsam zu sein, beim Schutz der Menschenrechte“. Die Organisation wertet für ihren Bericht Medien und Newsletter aus, und erhält Informationen von regionalen Beobachtungsstellen und Organisationen für Religionsfreiheit in Europa.

Von: Martina Blatt

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