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Meinung

Somalische Frauenrechtlerin kritisiert muslimische Einwanderung

Mit einem äußerst islamkritischen Buch hat sich Frauenrechtlerin Ayaan Hirsi Ali zum Thema Migration zu Wort gemeldet. Sie will Frauen in ihrer Position und ihren Rechten stärken. Diese sieht sie jedoch durch muslimische Einwanderung zunehmend gefährdet.
Von Valerie Wolf
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Ayaan Hirsi Ali übt in einem neuen Buch heftige Kritik an der Migrationspolitik in Europa

Frauen, die sich mit Pfefferspray ausrüsten, sich zurückhaltend kleiden, nachts nicht mehr alleine vor die Tür gehen und auch tagsüber bestimmte Stadtviertel meiden: Diese Entwicklung und auch die Zunahme von sexueller Gewalt gegenüber Frauen beobachtet die Frauenrechtlerin und Politikwissenschaftlerin Ayaan Hirsi Ali mit großer Sorge. Den Grund für diese veränderten Umstände sieht sie in der muslimischen Einwanderung. Mit ihrem neuen Buch „Beute: Warum muslimische Einwanderung westliche Frauenrechte bedroht“ möchte Ali den Rückfall in frauenverachtende Zeiten verhindern. Gleichzeitig übt sie scharfe Kritik an der europäischen Migrationspolitik. 

Ayaan Hirsi Ali, in Somalia geboren und in Afrika und im Nahen Osten aufgewachsen, ist im Alter von 22 Jahren nach Europa geflohen. Mittlerweile lebt sie mit ihrem Mann und zwei Söhnen in den USA. In ihrer Kindheit und Jugend erlebte sie auf vielfältige Art und Weise, was es bedeutet, als Frau in einer patriarchalen und von einer autoritären Form des Islams geprägten Gesellschaft zu leben. Im Alter von fünf Jahren wurde sie zwangsverstümmelt, in der Schule erlebte sie gewalttätige Lehrer. Wer Alis Buch „Beute“ liest und – zu Recht – inhaltliche Anfragen stellt und Widerspruch erhebt, muss sich im Klaren darüber sein, dass Alis islamkritische Ansichten stark geprägt sind von eigenen Erfahrungen.

Ihr Buch ist in vier Teile gegliedert, in denen die Autorin zuerst die Probleme und Veränderungen beschreibt und dann auf verschiedene Lösungsvorschläge eingeht. Ihr Hauptaugenmerk legt sie dabei auf die Entwicklung in europäischen Ländern wie Deutschland, Schweden und Frankreich. Neben unzähligen Statistiken und Zahlen ergänzt sie ihre Argumentation immer wieder mit konkreten Beispielen und Erlebnissen von Frauen, die ihre Einschätzung teilen.

So kommt beispielsweise eine in Oldenburg lebende Redakteurin zu Wort: Seit 2015 habe sich die Stimmung gegenüber Frauen geändert, sagt diese. Früher habe sie sich keine Sorgen darüber gemacht, auf der Straße verbal belästigt zu werden. Mittlerweile sei dies jedoch häufiger der Fall. Zudem bemerke sie, dass diese Belästigungen vornehmlich von Männern mit augenscheinlichem Migrationshintergrund ausgingen. Diesen Zusammenhang zu benennen, falle ihr jedoch schwer, da sie Angst habe, als „Rassistin“ bezeichnet zu werden. 

Populisten das Monopol entziehen 

Genau an dieser Stelle erkennt Ali ein Problem. Ihrer Meinung nach ist es falsch, den Zusammenhang zwischen sexuellen Übergriffen und Migranten als Straftätern zu leugnen oder zu verharmlosen. Mit ihrem Buch möchte sie diese Erkenntnis aus der Tabuzone holen und Populisten somit das Monopol auf diesem Gebiet entziehen. Nur so sei ein „glaubwürdiges Plädoyer für effektive Integration von Einwanderern“ möglich. 

Die Ursache dafür, dass Frauen nun vorsichtiger sein müssten als noch vor zehn Jahren, sieht die Autorin vor allem in der vermehrten Zuwanderung junger, muslimischer Männer. Bei gescheiterter Integration seien sie mit dafür verantwortlich, dass Frauen immer häufiger schamlosen Beleidigungen oder sogar sexuellen Übergriffen ausgesetzt würden. Das Verhalten der Männer sieht Ali in der aus ihrer Sicht „frauenverachtenden Ideologie des Islams“ begründet. Frauen würden in der muslimischen Welt überwiegend als „Ware“ gesehen und nicht als eigenständige Individuen.

Zudem sei der Islam die Weltreligion, die die Unterordnung der Frau am allermeisten formalisiere. Mit der Einwanderung muslimischer Männer würde diese Weltsicht immer mehr Verbreitung finden. Letztendlich sieht Ali darin die Gefahr einer Aushöhlung der Frauenrechte. Außerdem mitverantwortlich für die verschlechterte Lage der Frauen in Europa seien, so Ali, Regierungen und Behörden. Mit milden Gerichtsurteilen und inkonsequenten Abschiebungen werde den Tätern kein Einhalt geboten. 

Neue Integrationsstrategie 

Foto: C. Bertelsmann

Ayaan Hirsi Ali: „Beute. Warum muslimische Einwanderung westliche Frauenrechte bedroht“, C. Bertelsmann, 432 Seiten, 22 Euro

Um dem Verlust von westlichen Frauenrechten zu entgehen und Einwanderung dennoch weiterhin möglich zu machen, schlägt Ali eine neue Integrationsstrategie vor. Sie fordert beispielsweise, den Integrationswillen und -einsatz eines Migranten zum Maßstab für sein Bleiberecht zu machen. Außerdem spricht sie sich für eine effektive Ursachenbekämpfung und eine selbstbewusste Vermittlung westlicher Werte aus. Wichtig sei außerdem eine umfassende Aufklärung über Sexualität und Beziehung. Für junge Männer, die mit völlig anderen Frauenbildern aufgewachsen sind, sei gerade dieser Punkt für eine gelungene Integration unabdingbar. 

Mit ihren Thesen provoziert Ali heftigen Widerspruch. So konstatierte die ARD-Sendung „Titel, Thesen, Temperamente“: „Mag ja sein, dass der Liberalismus uns manchmal blind macht. Aber Ayan Hirsi Ali schießt eindeutig über das Ziel hinaus. Ihre Vorschläge torpedieren das westliche Wertesystem, das sie selber so feiert.“ Tatsächlich blendet die Autorin Beispiele gelungener Integrationen und auch die Anstrengungen westlicher Staaten, ihre Werte zu vertreten, in weiten Strecken aus. Beim Lesen kann bisweilen der Eindruck entstehen, nahezu jeder muslimische Mann habe eine frauenverachtende Haltung und stünde somit in der Gefahr, ein potenzieller Gewalttäter zu werden – das entspricht so verallgemeinert jedoch nicht der Realität. Dass es auch gemäßigte Muslime gibt, findet ebenfalls kaum Erwähnung. 

Dennoch: Die Frage, wie der freiheitliche Staat seine Werte selbstbewusst vertreten, einfordern und bewahren kann, bleibt – trotz der berechtigten Kritik an der Einseitigkeit des Buches – hochaktuell. 

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6 Antworten

  1. “Die Frage, wie der freiheitliche Staat seine Werte selbstbewusst vertreten, einfordern und bewahren kann, bleibt hochaktuell.”

    Diese Frage stellt sich spätestens seit den Morden auf dem Breitscheidplatz in tödlicher Konsequenz.

    Die FAZ kommentierte damals:
    “Ein Gefährder durfte mit 14 Identitäten durch Deutschland reisen, mit Rauschgift handeln, hatte beste Kontakte zu Salafisten, brüstete sich mit Anschlagsplänen – und galt doch nicht als Gefährder, von dem tatsächlich eine Gefährdung ausging;
    ein Tunesier, der ihm geholfen haben soll, kassierte unter verschiedenen Identitäten so viel Sozialleistungen in einer Woche, wie andere im Monat mühsam verdienen müssen;
    das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erhebt keine Statistik darüber, wie viele Asylbewerber ohne Ausweis nach Deutschland kommen, schätzt aber, dass nur rund vierzig Prozent einen Pass vorweisen – unter den sechzig Prozent, die ihre Papiere „verloren“ haben, sind viele, deren Herkunft nur durch Sprachgutachten festgestellt werden kann.
    Am schwersten davon wiegt die Nachricht über den Gefährder und Terroristen Anis Amri. Denn sie bedeutete den Tod von zwölf Menschen. Amri wurde monatelang beobachtet, auch kontrolliert, aber es „reichte“ angeblich nicht für eine Inhaftierung.”

    und die FAZ zieht das Fazit:
    “Wenn sich der deutsche Rechtsstaat, wie es 2015 und auch 2016 noch geschehen ist, derart auf der Nase herumtanzen lässt, liegt seine Grenze nicht dort, wo Unrecht beginnt, sondern wo er sich für dumm verkaufen lässt.”
    https://www.faz.net/aktuell/politik/anschlag-in-berlin/der-fall-anis-amri-fuer-dumm-verkauft-14606163.html

    1. Der Kommentar von “Maik” ist entweder einfach nur dumm oder er soll provozieren. Im Text heißt es: “Sie (Frau Hirsi Ali) fordert beispielsweise, den Integrationswillen und -einsatz eines Migranten zum Maßstab für sein Bleiberecht zu machen.” Da sie selbst diesen Maßstab erfüllt, wäre sie also nicht mehr in Somalia.

  2. Es gibt gewiss auch Muslime, die nicht aktiv anderen Frauen gegenüber ihre Verachtung öffentlich zur Schau tragen. Aber es ist eine Tatsache, dass dies immer öfter vorkommt und bereits in den Schulen beginnt, wenn muslimische Jungen Lehrerinnen gegenüber so auftreten, dass sie ihr sagen wollen, sie respektieren die Autorität der Lehrerin nicht. Es gibt gewiss Muslime, die ihren Islam kaum leben – aber je stärker der Islam hierzulande wird, desto weniger wird das der Fall sein. Der koranische Islam ist per se frauen- und freiheitsfeindlich, auch wenn man das im Westen nicht wahrhaben will. Einen “liberalen” Islam gibt es nicht, bestenfalls einige liberale Muslime, die aber nicht repräsentativ sind für die Mehrzahl. Auch wenn es nicht in die liberale westliche Ideologie passt: Der an Koran und Scharia orientierte Islam – und einen anderen gibt es nicht – ist mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung unvereinbar.

  3. “Dass es auch gemäßigte Muslime gibt, findet ebenfalls kaum Erwähnung.”

    Mit Forenbeiträgen mit dem Argument, dass es ja auch gemäßigte Muslime gibt und deswegen islamische Einwanderung kein Problem darstellen könne, lassen sich ja nun mittlerweile die Zimmerwände ganzer Städte tapezieren. Vergessen wird dabei gerne, dass gerade mit dieser Bezeichnung ja impliziert wird, dass das eigentliche Problem eben der nicht-gemäßigte Islam darstellt. Hierin dürften sich dann Islamkritiker und dem Islam gegenüber wohl gesonnene dann ja einig sein. Nun gilt es also noch, die gemäßigten Muslime auch gemäßigt bleiben zu lassen, um sie nicht zu verärgern und damit an das nicht-gemäßigte Lager zu verlieren. Politik und Justiz scheinen dies bei ihren Entscheidungen gerne zu berücksichtigen. Eine Frau wie Ayaan Hirsi Ali passt da nur schwer ins Bild. Deswegen wird gerne versucht, ihr eine Einseitigkeit unterzuschieben – mit dem Vermerk auf “gemäßigte Muslime”, die in ihrem Buch unterrepräsentiert seien. Und dann geht das Spiel von vorne los. Fast schon überflüssig zu erwähnen, dass die Dame längst Morddrohungen erhalten hat und – wohl nicht gemäßigte – Muslime sie auf youtube fröhlich trällernd in die Hölle wünschen.

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