Social-Media-Verbot auch für Online-Spiele

Ein geplantes Social-Media-Verbot in Norwegen soll nun auch Messenger und Online-Spiele umfassen, unter anderem Plattformen wie Roblox. Vor dieser App warnen auch Jugendschützer hierzulande.
Von Swanhild Brenneke
Kind beim Computerspielen

Wie auch viele andere Länder in Europa, plant Norwegen ein Social-Media-Verbot für Jugendliche. Es soll für unter 16-Jährige gelten. Jetzt hat die Regierung das geplante Verbot ausgeweitet. Der Gesetzesentwurf, der bis Ende dieses Jahres vorliegen soll, umfasse nun auch „potenziell schädliche Online-Spiele und Nachrichtendienste“, berichtet unter anderem die „Frankfurter Rundschau“. So sollen auch Snapchat und die Spiele-App Roblox unter das Verbot fallen.

Die Sicherheit von Kindern müsse an erster Stelle stehen, sagte Norwegens Ministerin für Kinder und Familien, Lene Vågslid, in einer Regierungserklärung. Kinder sollten durch das Verbot vor schädlichen Inhalten, Suchtmechanismen, illegaler Werbung und unerwünschtem Kontakt mit Fremden geschützt werden.

Die Computerspiel-Plattform Roblox steht auch hierzulande in der Kritik. Kinder- und Jugendschützer warnen davor, weil die Schutzmaßnahmen für junge Menschen unzureichend seien. Es bestehe die Möglichkeit von unmoderierter Kontaktaufnahme zu Kindern. Das Deutsche Kinderhilfwerk warnt vor Pädokriminellen, die auf der Plattform unterwegs seien. Außerdem würden nutzergenerierte Inhalte vorab nicht ausreichend geprüft. Dadurch kämen Kinder und Jugendliche mit Gewaltdarstellungen, Extremismus oder Pornografie in Kontakt. Auch die aggressive Monetarisierung bei Roblox sei ein Problem.

Norwegens Regierung nimmt nach eigener Aussage deshalb jede Art von digitaler Plattform unter die Lupe, auf der Kinder und Jugendliche aktiv sind. Unbedenkliche Dienste seien unter anderem Messenger zur schulischen Kommunikation.

Trotz des geplanten Verbots, wolle man auch das „Recht auf Teilhabe“ der Jugendlichen sichern. Wie das mit dem Verbot konkret vereinbar sein werde, darüber gebe es noch keine Informationen, berichtet die „Frankfurter Rundschau“.

Jugendliche verlassen Social Media

Dass soziale Medien für junge Menschen Risiken bergen, bestätigte erst vor Kurzem erneut eine Studie im Auftrag der Postbank. Acht von zehn Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren denken, dass Menschen in ihrem Umfeld süchtig nach sozialen Medien sind, zeigt die „Jugend-Digitalstudie 2026“. Mädchen und junge Frauen sind mit 82 Prozent sogar noch etwas häufiger dieser Überzeugung als Jungen und Männer (78 Prozent).

Die Hälfte der Befragten gab an, schon einmal einen Kanal verlassen zu haben, weil dort ihrer Meinung nach zu viel Aggression oder Unwahrheiten verbreitet wurden. Etwa ein Drittel habe deshalb schon mal ein eigenes Profil deaktiviert. Für die Umfrage der Postbank wurden im Juli 1.000 Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren online befragt.

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