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Sigmar Gabriel: „Beten ist eine Erleichterung“

Der ehemalige Vizekanzler Sigmar Gabriel hat in einem Interview der Katholischen Sonntagszeitung und der Neuen Bildpost über seinen christlichen Glauben und seine persönlichen Überzeugungen gesprochen: Der Mensch sei zwar unvollkommen, aber er könne etwas verändern.
Von PRO
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Sigmar Gabriel Foto: Bundesregierung/Bergemann
Von 2013 bis 2018 gehörte Sigmar Gabriel als Minister und Vizekanzler der Bundesregierung an

Sigmar Gabriel zeigt in einem Interview der Katholischen Sonntagszeitung und der Neuen Bildpost eine ganz persönliche Seite, die Einblicke in seinen Glauben an Gott und sein Welt- und Menschenbild gibt. „Beten war in den Krisen, die ich durchlebte, eine innere Erleichterung“, sagte Gabriel. Er bezeichnete sich als zufriedenen Menschen und „unglücklichen Sozialdemokraten“. Der einstige SPD-Vorsitzende, Bundesminister und Vizekanzler ist evangelisch-lutherischer Protestant.

Was Glaube für ihn bedeute? „Dass wir nicht die letzte Rechtfertigung in uns selbst sehen sollten.“ Er sei sich „ganz sicher“, dass außerhalb des menschlichen Daseins und Denkens noch eine höhere Instanz existiere. Sein Gottesbild sei gelegentlich aber noch von kindlichen Vorstellungen und dem Konfirmandenunterricht geprägt: „Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich mir immer noch diesen alten freundlichen Mann mit weißen Haaren vorstelle.“

Zur Zeit seines Amtes als Außenminister organisierte Gabriel einmal ein offenes Gespräch zwischen 100 Religionsvertretern unterschiedlichen Glaubens. Gerade in Anbetracht der zunehmenden Konflikte im Namen der Religionen sei Dialog wichtig, denn sie spielten eine wichtige Rolle für die Krisenbewältigung, sagte Gabriel. Der Gottesglaube, oder auch die Verneinung eines solchen Glaubens, habe im öffentlichen Interesse Einfluss auf politisches Denken und Handeln. Allerdings dürfe er dieses nicht bestimmen. „Egal ob jüdisch, christlich, muslimisch oder anders orientiert“, sagte Gabriel, Glaube dürfe „nicht zur Voraussetzung für politisches Handeln werden“.

Ein persönliches Anliegen sei es Gabriel auch, die Trennung zwischen den christlichen Konfessionen zu überwinden. Allerdings räumte er auch ein, dass er die Unterschiede im Alltag nicht allzu stark wahrnehme. Der Protestant berichtete im Interview von der katholischen Trauung seiner Tochter, bei der er sich „nicht besonders fremd“ gefühlt habe.

Auf die Frage, was sein Lebensmotto sei, antwortete er: „das Leben so zu nehmen, wie es ist – es aber nicht so zu lassen.“ Das sei ein Zitat des Sozialdemokraten Karl Richter. Sigmar Gabriel war von 2009 bis 2017 Bundesvorsitzender der SPD, von 2013 bis 2018 Vizekanzler, von 2017 bis 2018 Bundesaußen- und zuvor Bundeswirtschaftsminister. Danach zog er sich aus der Politik zurück und ist seitdem als Publizist und Berater verschiedener internationaler politischer Initiativen tätig.

Von: Madeleine Berning

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