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Shia LaBeouf findet zum Glauben durch Rolle als Priester

Der etwas exzentrische Schauspieler Shia LaBeouf ist für eine neue Rolle mit der Bibel in Kontakt gekommen. In einem Interview offenbart der „Transformers“-Star, wie ihn der katholische Glaube aus einer existenziellen Krise holte.
Von Jörn Schumacher
Shia LaBeouf zu Gast bei Bishop Robert Barron

Der Schauspieler Shia LaBeouf wurde ab 2007 bekannt durch seine Hauptrolle in der „Transformers“-Filmreihe. Schon als Jugendlicher trat er an der Seite von Stars in Filmen wie „3 Engel für Charlie“ auf. Steven Spielberg holte ihn für den vierten Teil der Indiana-Jones-Reihe, 2010 war er neben Michael Douglas in „Wall Street: Geld schläft nicht“ im Kino zu sehen sowie 2013 in „Nymphomaniac“.

Der Schauspieler machte durch Eskapaden auf sich aufmerksam, er wurde mehrmals von der Polizei festgenommen, Schlagzeilen um Alkoholmissbrauch und öffentliche Gewaltausbrüche machten die Runde. Vor zwei Jahren beschuldigte seine ehemalige Freundin, die Musikerin FKA twigs, den Schauspieler des sexuellen und emotionalen Missbrauchs. Der Prozess soll im April 2023 beginnen.

Der Schauspieler ist zudem bekannt für exzentrische Auftritte, die er als Performance-Kunst bezeichnete. So erschien er etwa 2014 beim Berlin Film Festival auf dem roten Teppich mit einer Papiertüte über dem Kopf, auf der stand: „I am not famous anymore.“ (Ich bin nicht mehr berühmt). LaBeouf sagte später in einem Interview, er fühle sich sehr schuldig wegen der Dinge, die er anderen Menschen angetan habe. Unter dem Motto #IAMSORRY stellte er sich sechs Tage lang mit einer Papiertüte über dem Kopf in eine Kunstgalerie in Los Angeles und weinte. 2016 gab LaBeouf bekannt, er habe die britische Schauspielerin Mia Goth in a Las Vegas geheiratet, zwei Tage später kam das Dementi.

Sein Leben sei eine Katastrophe gewesen, sagte der erfolgreiche Schauspieler nun in einem Interview mit dem katholischen Bischof Robert Barron. In dem YouTube-Video sagt der 36-Jährige, er blicke voller Scham auf seine Vergangenheit. „Mein Leben war die Hölle. Ich habe viele Menschen verletzt. Damals hatte ich keinen Kontakt mehr zu Menschen, nicht zu meinem Manager, nicht einmal zu seiner Mutter. Ich wollte nicht mehr leben. Ich fühlte Scham wie nie zuvor in meinem Leben. In der Art, dass man kaum noch atmen kann. Ich wusste nicht, wohin mit mir.“

Rolle eines Priesters veränderte sein Leben

Dann fragte ihn der Regisseur Abel Ferrara, ob er den italienischen Priester Padre Pio in einem neuen Film spielen wolle. Der italienische Franziskaner-Priester Francesco Forgione, besser bekannt als Padre Pio, lebte von 1887 bis 1968. Schon als Jugendlicher war er tiefgläubig, er hatte Visionen und später konnte er Kranke heilen, wie es hieß. Er selbst litt sein Leben lang unter vielen Krankheiten. Er hatte angeblich Stigmata, also die Wundmale Christi, an seinem Körper, die schmerzten und bluteten. Im Jahr 1999 wurde er selig- und 2002 heiliggesprochen. Der Film, der am 9. September in die Kinos kommen soll, spielt während des Ersten Weltkriegs in einem italienischen Dorf. Sozialistische Bauern werden von der Armee getötet. Regie führte der italienischstämmige Amerikaner Abel Ferrara, der katholisch erzogen wurde.

LaBeouf berichtet im Interview mit Bischof Barron, dass er zur Vorbereitung auf die Rolle ein Kloster in seiner Nähe besuchte, das San Lorenzo in Pasadena, Kalifornien. Dort lernte er von den Brüdern zum ersten Mal etwas über das Evangelium und den katholischen Glauben. Dies habe sein Leben verändert und ihn aus seiner tiefen Krise geholt, berichtet der Schauspieler.

Früher sei er überzeugter Atheist gewesen. „Ich habe gerne gläubige Menschen angegriffen, dann fühlte ich mich erhaben. Ich glaube, den meisten säkularen Menschen geht das so.“ Seine Mutter war Jüdin, doch nur kulturell und nicht religiös, so LaBeouf. Er habe zwar als Kind die hebräische Bibel gelesen, aber nur aus Pflichtgefühl heraus, „Es war nur Show.“ Er bekam auch die jüdische Bar Mitzwa, seinem Vater zuliebe ließ er sich danach sogar noch in einer christlichen Kirche taufen, „um sicher zu gehen“.

Der Trailer zu „Padre Pio“, in dem Shia LaBeouf spielt

Doch erst in Vorbereitung auf die Rolle befasste er sich ernsthaft mit dem christlichen Glauben. Als er das Matthäus-Evangelium las, war er sofort fasziniert von Johannes dem Täufer. „Er kam mir vor wie ein Cowboy, sehr wild, stark und männlich. Wenn ich früher an Jesus dachte, sah ich immer eher so etwas wie einen Buddhisten vor mir, sehr weich und zerbrechlich. Das passte nie zu meinem Bild von Männlichkeit.“ Die Botschaft des Neuen Testaments lautete für ihn: „Lass los.“ LaBeouf:

„Als ich das verstand, war ich total ergriffen. Ich hatte bisher an meinem Leben festgehalten und versucht, mir etwas aufzubauen. Doch das Evangelium sagte mir: Lass das einfach alles los.“

Ihm sei sein ganzes Leben über gesagt worden, man müsse mit eigener Kraft aus einem Leben etwas machen. „Sei ein guter Mensch, heirate, baue ein Haus, sei gut in deinem Job, dann wird alles gut. Es liegt alles in Deiner Hand!“ Daran habe er immer fest geglaubt. „Das macht es aber schwer, an Gott zu glauben“, so der Schauspieler. Erst in seiner tiefen Krise, völlig verlassen von allen Menschen und enttäuscht von sich selbst, habe er gesehen, dass seine eigenen Pläne zunichte gingen. „Als mein Leben komplett in die Brüche ging, gab ich alles auf, ich wollte nicht mehr leben. Das war aber notwendig, um Gott zu finden.“

Auf einmal sei es nicht mehr nur um die professionelle Vorbereitung auf einen Film gegangen, so der Schauspieler. „Es wurde sehr persönlich.“ Er lebte mit den Brüdern im Kloster zusammen und genoss den liebevollen Umgang. „Die wollten mir nichts verkaufen. Ich durfte einfach Zeit mit ihnen verbringen.“ Rückblickend sagt LaBeouf, für ihn sei der Besuch im Kloster so etwas wie die letzte Station vor dem Ende gewesen. „Heute ist mir klar: Gott nutzte mein Ego, mich zu sich zu ziehen. Fast könnte ich sagen: Gott hat mich da durch Tricks hinein manövriert, ohne dass ich es gemerkt habe.“

Er erlernte das Beten, und erkannte im Lesen eines Buches von Jim Townsend: „Wenn andere Menschen, die noch schlimmer gesündigt hatten als ich, Christus finden konnten, dann gibt mir das Hoffnung für mich selbst.“

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